War eine der Topformationen, die in Oberarth aufspielten, die Ländlerkapelle Carlo Brunner. Bild: ErhardGick
War eine der Topformationen, die in Oberarth aufspielten, die Ländlerkapelle Carlo Brunner. Bild: ErhardGick

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Der beliebte Ländlertrumpf scheiterte an drei Franken

Der grösste Ländleranlass im Talkessel «z’Oberarth isch Ländler Trumpf» stolperte über eine Kleinigkeit. Ein neues Konzept hatte bei den Oberarther Wirten kaum Chancen.

In knapp etwas mehr als einem Monat hätte der grösste Ländleranlass des Talkessels über die Bühne gehen sollen. Es ist definitiv, es gibt keine 26. Ausgabe des beliebten Musikanlasses «z’Oberarth isch Ländler Trumpf» am Seppitag. Jetzt werden auch die Hintergründe bekannt, weshalb kein Ländlertrumpf mehr stattfinden wird. Im Prinzip ist der Anlass an einer Kleinigkeit gescheitert.«In den 25 Jahren, in denen derAnlass stattfand, habe ich den Eintrittspreis immer nur moderat erhöht, und dieser Preis lag wirklich am unteren Limit», sagt Peter Fässler auf Anfrage. «Und nach 25 Jahren war es Zeit, über die Bücher zu gehen und mit den Wirten zusammen ein neues Konzept zu erarbeiten, damit der Ländleranlass weiterhin erfolgreich hätte durch geführt werden können», sagt der ehemalige OK-Präsident des Anlasses.

Anlass scheitert an leichter Preiserhöhung

Es sei darum gegangen, die Stossrichtung des Anlasses für die nächsten fünf Jahre festzulegen. Weil die Besucherzahlen in den letzten zwei, drei Jahren leicht rückläufig waren, wollte OKP Fässler dem Anlass einen neuen Kick einverleiben, um wieder auf bekannte Grössen vergangener Jahre zukommen, wo einige Hundert begeisterte Zuhörer dem Anlass beiwohnten. «Ziel war es, weiterhin die besten Formationen der Schweiz für Oberarth zu gewinnen. Dazu hätte der Eintrittspreis von 12 auf 15 Franken erhöht werden müssen, um die Grundkosten für Organisation und die Entlöhnung der Kapellen sicherzustellen», erklärte Peter Fässler. Da hat er aber sprichwörtlich die Rechnung ohne die Wirte gemacht, und Fässler bestätigt ein Gerücht, welches in Oberarth die Runde machte. «Ein Wirt bangte um seinen Umsatz bei einer Erhöhung von drei Franken. Mit unserem Angebot hatten wir aber immer noch ein top Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man dies mit anderen Anlässen vergleicht», hält Peter Fässler fest. Die Angst bestand vorallem darin, dass mit den höheren Eintrittspreisen weniger konsumiert würde. Aber auch ein zweiter Wirt legte Skepsis an den Tag, wollte zuerst die erste neue Ausgabe abwarten und dann entscheiden, ob erweiterhin beim Ländleranlass dabei sei.

Drei Lokale waren schlicht zu wenig für den Aufwand

Peter Fässler schwärmt aber trotzdem vom Anlass. «Wir sind mit fünf Lokalen gestartet. Eine der Stärken des Ländertrumpfs war, dass wir in diesen fünf Lokalen eine grosse Vielfalt des Ländlerspektrums anbieten konnten.Das heisst, es gab für die Fans unterschiedlicher Stilrichtung eine Formation, sei es Innerschwyzer, Bünder oder Berner Stil», so der Oberarther Peter Fässler. Für ihn sei aber klar gewesen, dass der Anlass kaum mehr überlebensfähig wurde, sollten nur noch drei Wirte mitmachen. Und die Zahl der Beizen war schon bei vier angelangt, jetzt wären es noch drei gewesen. «Schweren Herzens musste ich den Anlass sterben lassen.» Über all die Jahre hatten immerhin über 120 bestbekannte Kapellen in Oberarth aufgespielt. Und schon in den vergangenen Jahren ist mangels Lokalitäten der Einwohnerverein Oberarth eingesprungen, der das Wirten übernahm. Peter Fässler bedauert es sehr, dass das definitive Aus erfolgt ist, betont aber: «In den letzten 25 Jahren gab es mit dem Einwohnerverein und den Wirten immer eine gute Zusammenarbeit. Meiner Meinung nach wäre das neue Ländlerkonzept eine Zukunftssicherung gewesen.»

Bote der Urschweiz (Erhard Gick)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.02.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/6VTHKV