Fritz Dünner fühlt sich in Mallorca wohl und weilt ab und zu in der Schweiz für musikalische Projekte. Bild Fritz Lengacher
Fritz Dünner fühlt sich in Mallorca wohl und weilt ab und zu in der Schweiz für musikalische Projekte. Bild Fritz Lengacher

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Der richtige Ton ist entscheidend

Auf Mallorca angetroffen: Fritz Dünner, Klavierbauer und Volksmusikant (Klarinette). Fritz Dünner ist vor rund sechs Jahren mit seiner Frau Hildegard von Rothenthurm nach Mallorca gezogen. Sein Geld verdient der Volksmusikant als Klavierbauer.

Fritz Lengacher: Was hat Sie dazu bewogen, nach Mallorca zu ziehen?

Fritz Dünner: Bei uns kam der Wunsch nach einer Veränderung auf. Nicht zuletzt wegen des Klimas. Ursprünglich stand Australien im Vordergrund. Als wir einmal auf Mallorca Ferien machten, hat uns dort das Virus gepackt. Vor 14 Jahren ergab sich dann die Möglichkeit, eine Finca zu erwerben. Die südliche Lebensart hatte es uns angetan und es war nur eine logische Folge, dass wir unsere Zelte irgendwann da aufschlagen würden.

Haben Sie diesen Schritt jemals bereut?

Nein, ganz und gar nicht. Im Moment könnten wir uns nicht vorstellen, wieder in der Schweiz zu leben. Aber man weiss nie, was noch kommt. Sie wohnen, wo andere Ferien machen.

Haben Sie auch Zeit zur Musse?

Unser Anwesen mit 6000 Quadratmetern gibt viel Arbeit und es braucht viele Schweisstropfen, damit alles immer in Schuss ist. Wichtiger ist natürlich der Beruf, denn ohne Einnahmen geht es nicht. Aber auch so bleibt uns viel Zeit für ruhige Stunden.

Klavierbauer respektive Klavierstimmer ist nicht gerade ein häufiger Beruf. Können Sie davon leben?

Auch auf Mallorca wird natürlich Musik gemacht. Mein Berufsstand ist nicht übervertreten und ich kann mich über Aufträge nicht beklagen. Bis es aber so weit war, musste ich das Vertrauen bei den Einheimischen und Residenten aufbauen. Qualität steht eindeutig vor Quantität.

Als Volksmusikant sind Sie sehr be kannt. Treten Sie in der alten Heimat noch auf und auch auf der Insel?

Gerade vor knapp zwei Wochen hatte ich auf dem Heirassa-Festival in Weggis einen Auftritt mit der Familienkapelle Suter. Mit ihnen zu spielen ist eine grosse Freude. Wir verstehen uns musikalisch sehr gut. Im Dezember werde ich zurückkehren und ein Projekt mit Markus Flückiger (Rampass) am 6. Dezember im Restaurant Biberegg in Rothenthurm vorstellen. Auf Mallorca gibt es Auftritte meistens im kleinen Kreis oder gelegentlich im Swiss Club Balear. Für mich bedeutet es vor allem viel, dass ich regelmässig auf der Klarinette übe.

Bekannt sind Sie auch als Komponist. Ist das Komponieren immer noch ein Thema?

Ich komponiere nach wie vor sehr gerne, aber nicht nur Volksmusik. Aus meiner Feder kann man auch Hintergrundmusik im Schweizer Fernsehen hören.

Andere Länder, andere Sitten, anderes Klima. Vermissen Sie etwas, was Sie vor dem Auswandern hatten?

Ich persönlich vermisse eigentlich nichts. Alles, was man braucht, ist hier erhältlich. Klar sind die Angehörigen relativ weit weg, aber man besucht sich gegenseitig und kommuniziert über die modernen elektronischen Medien. Meine Frau vermisst nur die Rothenthurmer Kirchenglocken.

Sind Sie am Geschehen in der Schweiz noch interessiert?

Dank TV und Radio sind wir recht gut im Bild, was da so läuft oder eben nicht läuft. Uns interessiert die Schweiz nach wie vor. Wir müssen aber immer auch über das Geschehen in unserem neuen Land im Bilde sein.

Wo ist eigentlich nun Ihre Heimat?

Heimat ist eigentlich dort, wo man zu Hause ist und sich wohlfühlt. Nach dieser Definition ist es eindeutig unsere Insel Mallorca. Man könnte aber einen alten Schlager insofern ändern: «Wir haben noch einen Koffer in der Schweiz (Rothenthurm)!»

Einsiedler Anzeiger (fl)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.06.2016

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schwyzkultur.ch/h4uqgi