Stefan Camenzind freut sich auch, dass er in einem gelungenen Bühnenbild inszenieren darf. Bild: Christian Ballat
Stefan Camenzind freut sich auch, dass er in einem gelungenen Bühnenbild inszenieren darf. Bild: Christian Ballat

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«Die Kombination von Musik und Theater fasziniert mich immer»

Der in Rickenbach aufgewachsene Schauspieler, Musiker und Regisseur Stefan Camenzind führt in dieser Saison erstmals Regie an der Operettenbühne im Theater Arth.

«In allen Stücken, die ich inszeniert habe, war die Musik ein wichtiger Bestandteil.» Geboren 1977 und in Rickenbach aufgewachsen, lebt Stefan Camenzind heute als freischaffender Regisseur und Schauspieler in Zürich. Nach dem Abschluss des Lehrerseminars in Rickenbach studierte er bis im Sommer 2003 an der Theaterhochschule Zürich. Seine doppelte Begabung als Theaterschaffender und Musiker vertiefte er in verschiedenen Weiterbildungen im Bereich Musiktheater inBerlin. Der Träger des Schwyzer Kulturförderpreises hat während seiner Zeit am Lehrerseminar im Theater Arth als Cellist im Orchester drei Jahre mitgespielt. «Der Zufall will es, dass auch die letzte Inszenierung der Operette‹Wiener Blut› dabei war.»


Ähnliche Grössenordnung wie bei «D’Gotthardbahn»


Camenzind freute sich riesig, als er vom Theater Arth angefragt wurde, bei «Wiener Blut» die Regieführung zu übernehmen. «Personaltechnisch und von der Anzahl der Zuschauer her bewegt sich die Operette am Zugersee im ähnlichen Rahmen wie in Göschenen.» Hier hatte er das Freilichtspiel «D’Gotthardbahn» und zuvor in Andermatt «D’Gotthardposcht» erfolgreich inszeniert. «Der grösste Unterschied ist der, dass die beiden Stücke unter freiem Himmel stattfanden.» Hier in Arth könne er dagegen auf eine bestehende und gut funktionierende Infrastruktur zurückgreifen.«Das macht einiges einfacher.» Die Herausforderung bei der Operette stelle sich bei der Führung und Ausgestaltung des klassischen Gesangs und des klassischen Gesangs in Verbindung mit dem Schauspiel. «Das Genre der Operette war mir als Regisseur noch nicht gängig, und ich musste erfahren, welche Tücken es hat.» Camenzind merkte, dass man schnell Gefahr laufen kann, ins «verhübschte und verkitschte» abzudriften.


Die Geschichte wird über die Musik erzählt


In «Wiener Blut» ist wie in vielen Operetten viel Satire drin. «Diese Form des Musiktheaters war für das einfachere Volk erschwinglich und damit ideal, die Aristokratie auf die Schippe zu nehmen», erklärt der Regisseur. Diese Satire und den Witz herauszuarbeiten, ohne dabei moderne, provokative Ästhetik zu produzieren, sei eine weitere Herausforderung. Ein wichtiges Augenmerk richtet Camenzind auf die Geschichte des Stücks:«Diese wird zwar über die Musik erzählt, dabei muss sie aber immer verständlich bleiben.» Die Proben laufen seit gut zwei Monaten und befinden sich im Schlussspurt – in zehnTagen findet die Premierestatt. «Wir sind auf einem sehr guten Stand und sind optimistisch für die Endprobenzeit.» In seiner klassischen Umsetzung, die in der Originalzeit spielt, hat Camenzind viel Wert auf die präzise Ausarbeitung der kleinen Details gelegt. «Ich glaube, es ist gelungen, dass die Handlung die Musik stützt und umgekehrt.» Das Theater Arth werde in seinen 30 Aufführungen von «Wiener Blut» ab 13. Januar wiederum einen grossen Genuss an schönen musikalischen Nummern bieten, dargeboten in prächtigen Bühnenbildern. Mit der Premiere ist der Hauptteil der Arbeit von Camenzind gemacht. Und so freut er sich bereits auf seine nächsten Aufgaben im Sommer – als Schauspieler bei Karl’s Kühne Gassenschau und als Regisseur der Freilichtspiele Toggenburg.


Bote der Urschweiz / Christian Ballat

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne
  • Musik

Publiziert am

03.01.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/6HmTjn