Graziella Contratto (links) und Lisa Larsson freuten sich über den herzlichen Applaus. Bild Lilo Etter
Graziella Contratto (links) und Lisa Larsson freuten sich über den herzlichen Applaus. Bild Lilo Etter

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Die Musik in allen Blautönen gemalt

Etwas vom Motto «Das himmlische Leben» färbte am Sonntagabend auch auf die Zuhörer ab. Denn begeistert spendeten sie am Ende des Konzerts des Musiksommers am Zürichsee 2009 einen langen, herzlichen Applaus.

«Es ist das erste Mal, dass das neu gegründete 14-köpfige Ensemble Orchestral in dieser Formation ein Konzert gibt.» Das betonte Pia Isler, Präsidentin der Kulturkommission Schindellegi, bei ihrer Begrüssung der zahlreichen Zuhörer in der katholischen Kirche in Schindellegi.

Auftakt mit Strauss

Den Auftakt machte danach «Vier letzte Lieder» von Richard Strauss (1864-1949), interpretiert von Sopranistin Lisa Larsson und begleitet vom Ensemble Orchestral unter der Leitung von Graziella Contratto. Die ersten drei Lieder stammten von Hermann Hesse, das vierte von Joseph von Eichendorff. «Frühling», das erste, tönte verheissungsvoll und lebhaft. In «September» wirbelte die Musik zuerst wie fallende Blätter im Wind. Mit dem Gesang wurden die Klänge ruhiger und nach innen gerichtet. Dunkler begann «Beim Schlafengehen» und schien langsam ins Einschlafen hinüber zu gleiten. Eine verträumte Stimmung mit besinnlichen Gedanken über die Vergänglichkeit zauberte das letzte Lied «Im Abendrot» in die Kirche.

Himmlisch gesungen

Gestaltungsstark stützte das Orchester die Sporanistin und setzte mit dem Akkordeon eigenwillige Akzente. Mit ihrer grossen Ausstrahlung, ihrer glasklaren, vollen Stimme, die viele, feine Zwischentöne klingen lassen konnte, wusste Lisa Larsson das Publikum ganz für sich einzunehmen.

Versteckter Humor

In der Pause meinte Giovanni Bria, Leiter des Musiksommers, Graziella Contratto habe ein Gespür für Komponisten, die wie Gustav Mahler einen feinen, manchmal versteckten Humor besässen. In einem Zitat im Programm sei nachzulesen, wie Mahler seine 4. Sinfonie erklärt habe: «Stell dir das ununterschiedene Himmelsblau vor, das schwieriger zu treffen ist als alle wechselnden und kontrastierenden Tinten. Dies ist die Grundstimmung des Ganzen. Nur manchmal verfinstert es sich und wird spukhaft schauerlich; doch nicht der Himmel selbst ist es, der sich trübt, er leuchtet fort in ewigem Blau.»

BreiteBlaupalette

Flott begann mit dem Orchester Mahlers 4. Sinfonie, mehrfach durchzogen wie weisse Wölkchen am tiefblauen Himmel harmonische Melodien die Musik. Das Werk malte eine breite Palette vom tiefsten Marineblau des späten Einnachtens bis zum zartesten, dunstverhangenen Hellblau, mal bedächtig sich aufhellend, mal energisch wechselnd zu einem kräftig leuchtenden Kobaltblau. Diese schillernde Klangfarbigkeit unterstrich Lisa Larsson im letzten Satz mit ihrer voluminösen, ausdrucksvollen Stimme.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

29.09.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/M4R3xt