«Ich freue mich sehr auf das Heimspiel!» Die gebürtige Seewener Geigenspielerin Claudia Dober-Müller tritt morgen Donnerstag mit «Pigeons on the Gate» im «Gaswerk» Seewen auf. Bild: Roger Bürgler
«Ich freue mich sehr auf das Heimspiel!» Die gebürtige Seewener Geigenspielerin Claudia Dober-Müller tritt morgen Donnerstag mit «Pigeons on the Gate» im «Gaswerk» Seewen auf. Bild: Roger Bürgler

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«Die Volksmusik mit all ihren Facetten fasziniert mich»

Die Winterthurer Folk-Pop-Band «Pigeons on the Gate» ist über die Landesgrenzen hinaus angesagt. Mit dabei ist die Steinerin Claudia Dober-Müller.

Als Kind war Claudia Dober-Müller probefaul, liebte es aber immer, mit anderen zu musizieren. So auch beim damaligen Schwyzer Musikschulleiter Melk Ulrich, der die junge Geigerin im Jugendorchester in den ersten Stimmen einsetzte, obwohl sie kaum Noten lesen konnte.


Der Reiz der Stegreifmusik


«Ich hatte immer schon ein gutes Musikgehör und konnte mir die Melodien merken», sagt die gebürtige Seewenerin, die heute privat und auch beruflich als Kindergärtnerin in Steinen zu Hause ist. Als Wirtstochter im Restaurant Bauernhof in Unterseewen aufgewachsen, war sie oft von Musik umgeben. «Bei uns traten regelmässig Ländlermusikformationen auf, es gab Stubeten, und auch in der Familie selber wird noch heute musiziert.» Bruder Roli Müller, der heute das urchige Restaurant führt, ist ein Multiinstrumentalist und auch als Keyboarder auf der Bühne zu sehen. «All die Musikanten bei uns im Restaurant waren Stegreifler. Sie haben einfach gespielt, improvisiert, und das hat mir gefallen.» Aber für die junge Geigerin in einem klassischen Orchester war verständlicherweise wenig Platz für Improvisation, und heute gibt die Musikerin auch zu, dass es sehr zum Vorteil ist, wenn man Noten lesen kann. Inzwischen kann dies Claudia Dober-Müller auch, wenn auch der Weg dorthin noch etwas dauerte. Denn als 15-jährige junge Frau entdeckte sie erst einmal die traditionelle irische Folkmusik. Anfänglich mit einem Buch, das «1001 Tunes für die Geige» beinhaltete, dann über einen ersten Workshop, den Claudio Dober-Müller mit knapp 20 Jahren in Irland besuchte. «Das war für mich ein Schlüsselerlebnis.»


Die Geige und die Volksmusik


Zuvor hatte sie sich bereits für die Innerschwyzer Volksmusik zu interessieren begonnen und etwas später als Theri- Schülerin eine Arbeit über diese Thematik verfasst. Dabei hat sie regionale Schwyzerörgeli-Grössen, wie Rees Gwerder oder Alois Föhn sowie den Akkordeonisten Edy von Euw, interviewt. «Die Geige passt einfach fantastisch in unsere alteingesessene Musik und hat wieder einen grösseren Stellenwert verdient», sagt sie. Dies passiert aktuell gerade. In Irland hingegen ist die Geige seit jeher ein prägendes Volksmusikinstrument. Claudia Dober- Müller besuchte noch weitere Workshops. Mit ihren Kolleginnen Barbara Gisler am Bass und den Geigerinnen Isabelle Ray, Ursula Galliker und den beiden Schwyzerinnen Karin Schuler und Deborah Ricklin teilte sie diese Leidenschaft auch im gemeinsamen «Fiddler»-Spiel. Die beiden Letzteren leben inzwischen in Schottland und Irland. Heute spielt Claudia Dober-Müller zusammen mit Daniela Gabriel – der Schwester von «Ambäck»-Geiger Andreas Gabriel – unter anderem auch beim legendären Ländler-Kollektiv Echo vom Locherguet, mit dem sie Ende Sommer auch an der Stubete am See in Zürich auftritt. «Egal ob Schwyzer Ländler oder Irish Folk. Ich spiele beides mit grosser Freude und Leidenschaft», so Claudia Dober-Müller.


«Jetzt bin ich schon etwas nervös»


Freude hat Claudia Dober-Müller auch an ihrer Tätigkeit in der Winterthurer Folk-Pop-Band «Pigeons on the Gate» rund um das charismatische Frontpaar Lajescha und Roger O’Dubler, die international gebucht wird und mit ihren leidenschaftlichen und stimmigen Auftritten auch über die Irish-Folk-Szene hinaus immer mehr Fans gewinnt. Über eine ganze Reihe von Zufällen ist Claudia Dober- Müller vor zwei Jahren bei der Band gelandet, und sie liebt es, dort zu spielen. «Es sind ganz coole Leute, tolle Musiker, und die Shows haben eine wahnsinnige Energie und strahlen Lebensfreude aus.» Morgen Donnerstag, 5. April, tritt «Pigeons on the Gate» im Seewener «Gaswerk» auf. Dazu die Geigenspielerin: «Viele Freunde und Bekannte werden kommen, auch Musikanten von Klassik bis Volksmusik. Das ist für mich natürlich ein besonderes Heimspiel, und langsam kommt auch etwas Nervosität auf.»


Bote der Urschweiz / Roger Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.04.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/Firu92