Kunstsammler und Galerist Helmut Meier zeigt in einer Ausstellung seine gesammelte Schweizer Kunst, im Hintergrund Werke von Samuele Gabai. Bild Silvia Camenzind
Kunstsammler und Galerist Helmut Meier zeigt in einer Ausstellung seine gesammelte Schweizer Kunst, im Hintergrund Werke von Samuele Gabai. Bild Silvia Camenzind

Nachrichten

«Diese Ausstellung habe ich für mich gemacht»

Die Galerie Meier zeigt erstmals Werke aus der privaten Sammlung von Helmut und Lili Meier. Unter den ausgestellten Werken von Schweizer Künstlern sind auch vier von Ugo Rondinone.

Mit Helmut Meier sprach Silvia Camenzind

Silvia Camenzind:Nach 124 Ausstellungen seit 1992 in der Galerie Meier zeigen Sie jetzt Werke Ihrer privaten Sammlung. Was ist die Idee dieser aktuellen Ausstellung?

Helmut Meier:Bisher luden wir Künstler zu uns in die Galerie ein, um ihre Werke bei uns zu präsentieren. Das hier ist nun erstmals eine Ausstellung unserer Sammlung, keine Verkaufsausstellung. Ich zeige Werke vonSchweizerKünstlern, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe.

Wie lange sammeln Sie schon Kunst?

Ich habe im Jahre 1960 mit dem Sammeln von zeitgenössischer Kunst angefangen. Primär ging es mir um Schweizer Künstler und um die Wilden. Im Kunstmarkt war ich nie tätig.

Warum geben Sie diesen Einblick in Ihre Sammlung?

Ich habe die Ausstellung für mich gemacht. Freunde der Galerie sagten, sie würden sie auch gerne sehen und fragten an, ob ich sie nicht öffentlich machen könnte. Das war der Beweggrund, ursprünglich war das nicht so gedacht.

Washängt nun in Ihrer Galerie an den Wänden?

Alle Werke sind von Schweizer Künstlern, auch von Schweizer Künstlern, die im Ausland leben. Was nicht ausgestellt ist, sind die InnerschweizerKünstler. Sie werde ich später zeigen. Es ist eine Mischung aus Bildern von Künstlern, die bei uns ausgestellt haben und von Ankäufen von Werken, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben.

Unter den ausgestellten Künstlern sticht ein Name heraus:Ugo Rondinone. Was zeigen Sie von diesem Brunner, der inzwischen Weltruhm erlangt hat?

Er ist tatsächlich der bekannteste Schweizer Künstler und darum bereits in dieser Ausstellung vertreten. Ich zeige vier seiner Frühwerke aus den Achtzigerjahren.

Hatten Sie beim Kauf gemerkt, dass er zu einem Star in der Kunstszene werden würde?

Das zu sagen, wäre vermessen. Ich sah, dass er talentiert war, sonst hätte ich die Bilder nicht gekauft. Diese vier Bilder sind aus seiner Entwicklungszeit, er war in Berlin tätig und studierte in Wien. Ich habe Freude an ihnen. Rondinone ist gut, innovativ und kreativ. Als Künstler muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das gilt in der Kunst übrigens ebenso wie in anderen Lebensbereichen.

Ein weiterer bekannter Name ist Schang Hutter. Was zeigen Sie von ihm?

Er stellte einmal bei uns in der Galerie aus. Ich habe drei Zeichnungen erworben. Er zeigte bei uns grosse, filigrane Figuren, wunderschön, aber auch delikat.

Worauf achten Sie, wenn Sie ein Kunstwerk kaufen?

Die Werke müssen mich berühren, und sie müssen Qualität haben. Die Schwergewichte der klassischen Moderne kann ich nicht kaufen, die sind zu teuer. Sie sind etwas für den Kunsthandel und für Museen. Darum habe ich mich auf zeitgenössische Kunst spezialisiert.

Haben Sie Lieblinge?

Alle sind Kinder des Herzens. Würden Sie mich fragen, ob Sie eines dieser Bilder kaufen könnten, ich würde verneinen. Es ist eine Bindung an das Werk, das hat nichts mit dem Wert an sich zu tun. Es gehört zur Sammlung, seit ich es aus diesem und jenem Grund erworben hatte.

Wie hat sich die Kunstszene in all den Jahren gewandelt?

Früher konnte man an der Art Basel etwas entdecken und kaufen. Heute muss man dafür das ganz grosse Portemonnaie mitnehmen. Auch heute kann man bei den ganz jungen Künstlern noch etwas entdecken, oft bei Installationen oder Videos. Doch dies ist ein ganz anderer Bereich, der mich zwar begeistert, bei dem ich mir aber nie Mühe gegeben habe, mich vertiefter damit zu beschäftigen.

Was bedeutet Kunst in Ihrem Leben?

Ich bin erblich vorbelastet und sage immer: Ohne Kunst kann man nicht leben. Mein Grossvater mütterlicherseits war Kunstmaler, er hatte in Florenz und in Paris studiert. Mit meinen Eltern besuchte ich von Kindsbeinen an Museen. Ich kann mir ein Leben ohne Kunst tatsächlich nicht vorstellen. Kennt man einen Künstler, kommt man ihm durch das Werk sehr nahe. Darum machen wir bei unseren Ausstellungen in der Galerie Meier in Goldau jeweils eine Finissage. So haben jene, die einWerk gekauft haben, die Möglichkeit, die Künstlerinnen

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

20.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/un645D