Das legendäre Echo vom Kinzig mit (v. l.) Josef Imholz, Max Gisler und Walter Gerig, das während rund 60 Jahren erfolgreich unterwegs war. Bild zvg
Das legendäre Echo vom Kinzig mit (v. l.) Josef Imholz, Max Gisler und Walter Gerig, das während rund 60 Jahren erfolgreich unterwegs war. Bild zvg
Feiert heute seinen 80. Geburtstag: Walter Gerig. Bild Irene Lustenberger
Feiert heute seinen 80. Geburtstag: Walter Gerig. Bild Irene Lustenberger

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Echo vom Kinzig: Gerig wird 80

Heute feiert Walter Gerig, der langjährige Bassist der bekannten Ländlerkapelle Echo vom Kinzig, seinen 80. Geburtstag. Gefeiert wird mit einer «Kinzig-Stubete».

«Nirgends habe ich so viel Applaus erhalten wie in Alaska», blickt Walter Gerig auf seine 55 Jahre beim Echo vom Kinzig zurück. Zum Auftritt in Anchorage gekommen ist er dank dem Bruder von Johnny Gisler vom Innerschweizer Ländlertrio Gisler. Ein Auftritt in Hamburg, am Internationalen Zahnärztekongress auf dem Bodensee oder am Internationalen Handelskongress auf dem Bürgenstock sind einige weitere der vielen Erinnerungen des 80-Jährigen. Auch waren Gerig und seine Kollegen praktisch Stammgäste bei «Ländlerpapst» Wysel Gyr, und auch im Radio liefen ihre Stücke. «Die spezielle Eigenart unserer Musik hat unseren Erfolg aus gemacht», sagt der Bassist.

Als Kind schon aktiv

Der gebürtige Schattdorfer erlernte bereits als Kind das Handorgelspiel und komponierte auch eigene Stücke. Durch seine Brüder hatte er die Bassgeige entdeckt. Gerigs Bruder Ernst war der erste Bassist der Kapelle. Nach dessen tödlichem Unfall übernahm der andere Bruder, Sepp, den Bass. Als dieser nach Thun zog, fragte das Echo vom Kinzig den dritten Gerig-Bruder, den damals 17-jährigen Walter, an. «Sie wollten mich zuerst ein Jahr lang auf meine Eignung testen. Offenbar habe ich mich 55 Jahre lang geeignet», lacht der Jubilar.

Von der Arbeit direkt zum Auftritt

Nebst dem Musizieren arbeitete Gerig bei der Dätwyler AG in Altdorf. Er stand an der Presse und stellte Schuhsohlen her. «Ich habe Schicht gearbeitet. Weil wir oft nachmittags spielen mussten, wurde ich direkt von der Arbeit abgeholt, und nach dem Auftritt brachte man mich direkt wieder zur Firma», berichtet der 80-Jährige. Mitte der 60er-Jahre erhielt Gerig eine Stelle als Magaziner bei der Strassenbaufirma Stuag in Uznach und zog nach Schübelbach. Von der March fuhr er regelmässig in seine Heimat, um Musik zu machen. 2003 gab das Echo vom Kinzig, das seinen Namen vom gleichnamigen Pass im Kanton Uri erhielt, sein letztes Konzert. In der Zwischenzeit sind alle «Kinzig»-Mitglieder ausser Gerig verstorben.

«Schöne, saubere Ländlermusik»

Das «Geburtstagskind» greift auch heute noch ab und zu zum Instrument. «Die Ländlermusik lag und liegt mir stark am Herzen», sagt der rüstige Rentner. Er unterscheide zwischen Ländlermusik und Volksmusik und liebe die «schöne, sauber gespielte Ländlermusik». Diese werde aber heute leider nicht mehr allzu oft gespielt, sondern mit Juchzen und Jodeln begleitet. «Im Muotathal wird noch richtig schöne, urchige Ländlermusik gespielt», erklärt Walter Gerig. Auch die Toggenburger Buebe und das Echo vom Tödi würden schöne Musik machen. Und «Carlo Brunner kann es auch». Von moderner Volksmusik, wie sie beispielsweise von den Hujässlern dargeboten wird, hält der 80-Jährige nichts. «Sie spielen zwar gut, aber es ist nicht meine Musik.»

«Kinzig-Stubete»

Seinen runden Geburtstag will der gebürtige Urner gross feiern. Heute wird ihm die Harmoniemusik Schübelbach ein Ständchen bringen, und morgen Samstag lädt Gerig zur «Kinzig-Stubete» ins Restaurant «Hirschen» in Wangen ein. Unter anderem spielen die urchigen Tösstaler mit Handorgel und Banjo sowie die Gebrüder Müller, die – wie Gerig sagt – «perfekte Kinzig-Musik spielen». Auch der Nuoler Pater Robert Camenzind wird mit seinen Chlefeli anwesend sein. «Es soll ein urchiges, bodenständiges Fest werden», so Walter Gerig. Jeder, der kommen möchte, sei herzlich eingeladen. Für die Zukunft wünscht sich der Jubilar, der sich gerade erst von einer hartnäckigen Grippe erholt hat, vor allem Gesundheit. «Ansonsten bin ich sehr zufrieden.»

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.02.2010

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schwyzkultur.ch/f8qhsZ