Stolz präsentieren die Mitglieder der Musikgesellschaft Egg ihre neue Uniform. Bild Shadowlight Fotografie
Stolz präsentieren die Mitglieder der Musikgesellschaft Egg ihre neue Uniform. Bild Shadowlight Fotografie

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Aller guten Dinge sind drei

Zwei gemütliche Festtage in Egg mit Jubiläumskonzert und Neuuniformierung am vergangenen Wochenende.

85 Jahre Vereinsbestehen und eine neue Uniform, das muss gefeiert werden. Das sagten sich die gut 30 Mitglieder der Musikgesellschaft Egg. Alles war organisiert, das neue Vereinskleid massgeschneidert, das Datum zum würdigen Fest gesetzt – erster Lockdown. Neues Datum, neue Planung – wieder Absage. Aller guten Dinge sind offenbar drei, an diesem Wochenende sollte das Fest – endlich – steigen. Und es fand statt. Mit einigen Änderungen zwar, mit denen alle jedoch gut leben konnten. So fand der ganze Anlass in einem grossen, offenen Festzelt auf dem Schulhausareal statt. Und der Beginn der Festlichkeiten wurde auf 17 Uhr vorverschoben. Da Petrus den Egger Mut mit Sommerwetter der trockenen und warmen Art belohnte, wirkte der Festplatz trotz Zelt offen und einladend. Die zahlreichen Besucher aus nah und fern waren glücklich, endlich wieder einmal ein Fest, ein Konzert besuchen zu können. Alle genossen den offerierten Apéro, es herrschte schon vor Konzertbeginn eine lockere, unbeschwerte Stimmung. Der Schreibende hatte das Gefühl, eine Serenade zu besuchen.

Abschied vom Hirthemd


1985 weihten die Egger Musikanten ihre erste eigene Uniform und verabschiedeten sich damit endgültig vom Hirthemd. Diese Uniform wurde zu vielen Auftritten getragen, sie nützte sich immer mehr ab und verlangte immer mehr nach kostspieligen Anpassungen. Seit mehreren Jahren machte sich der Verein deshalb Gedanken zur Ablösung dieser nun 36-jährigen Uniform. Das Ergebnis dieser Studien präsentierte der Verein am Samstagabend nach der Pause auf lustige Weise.

Was die Uniform erzählt


Highlight war für einmal das gesprochene Wort. Andrea Kälin führte als Präsidentin locker und unbeschwert durch den Abend. Genauso traten auch Barbara Kuriger, Sandra Nick und Mirjam Schorno mit ihren Ansagen auf und sorgten für viel Schmunzeln und Lachen. Sie erzählten aus der Sicht der nun alten Uniform neben Eckdaten aus dem Vereinsleben locker und humorvoll einige Reminiszenzen, die die Eingeweihten kannten, die Nichtwisser leicht erahnen konnten. Aneinandergereiht könnte man vom Einakter im Anschluss ans Jahreskonzert sprechen.

Musik aus dem Archiv


Das musikalische Geschehen bezog sich ebenfalls auf die vergangenen 35 Jahre, die nun zu 36 geworden sind. Die gewählten Werke waren dem Archiv entnommen und rundum gehörfällig, Musik, die dem Publikum gefällt. Vielleicht auch deshalb fühlte sich der Schreibende eher an einer Serenade als an einem Jubiläumskonzert. Geleitet von ihrer bewährten Dirigentin, Cornelia Schnider, spielten die «rund 40 aktiven Musikbegeisterten» – der Ausdruck gefällt dem Schreiber – konzentriert auf, ihre Vorträge wirkten klanglich ausgeglichen und gepflegt. Der bekannte Geburtstagsmarsch von Hans Möckel eröffnete den musikalischen Teil. Als musikalischen Höhepunkt und als Herausforderung darf man wohl «A Discovery Fantasy» bezeichnen, die Jan de Haan 1993 schrieb. Da war das Festzeltambiente eher hinderlich, zu leisen Passagen, etwa der Bassklarinette, musste man die Ohren regelrecht spitzen, dafür wirkte der Bolero rhythmisch wie von ferne. Allgemein kamen die getragenen Motive gut zur Geltung, die schnellen, beispielsweise das Finale, wollten nicht so recht wirken. Mit «Fiesta Mexicana» hatte nicht nur Rex Gildo Erfolg, der Schlager fand auch bei den Egger Musikanten Anklang. Vor der Pause verabschiedete sich die alte Uniform zum Andrea-Boccelli-Hit «Time to say goodbye». Danach erfolgte zu «Stomp for Band» der Aufmarsch mit der neuen Uniform. Dazu zeigten die Musikanten die einzelnen Kleidungsmöglichkeiten auf lustige Art. Chic sieht die neue Uniform aus!

Ein neuer Marsch von Bruno Kälin


Zum Jubiläumskonzert gab es mit dem Jubiläumsmarsch «Uf zum Etzel» eine Uraufführung. Schnell merkte man, der kann nur vom Grosser Bruno Kälin sein! Nicht nur der anwesende Komponist zeigte sich zufrieden, auch bei den Anwesenden fand dieser Ohrwurm Anklang. Natürlich war der Musikantennachwuchs auch in Egg ein Thema. Zum Stück «Happy together» lud der Verein drei junge Nachwuchsmusikanten zum Mitspielen ein. Präsidentin Andrea Kälin dankte zum Schluss allen Helfern, Sponsoren, dem Servicepersonal der Feldmusik Rothenthurm, ihren Musikantinnen und Musikanten, dem OK, vor allem aber erwähnte sie namentlich die Verdienste von Martina Birchler und Andreas Kälin. Mit der Polka «Bis bald auf Wiedersehn » ging dieses Jubiläumskonzert zu Ende und als Zugabe gab es natürlich einen Marsch. Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehn mit den Egger «Musikbegeisterten»! Anschliessend spielte das Echo vom Hallüüü mit lüpfiger Musik auf.

Offizielle Segnung und ein gemütliches Fest


Zum intern gehaltenen Anlass am Sonntag wurden die Sponsoren sowie Fahnendelegationen zu einem gemütlichen Sonntag eingeladen und die Uniform offiziell geweiht. Den Einzug umrahmte die Patensektion Euthal, Steffen Michel nahm die Segnung der neuen Uniform vor. Als Redner beliebten OK-Präsident Markus Oechslin, der kantonale Musikpräsident Alex Zimmermann und Regierungsrat Andreas Barraud. Ihren Reden gemeinsam waren Gedanken zur Gemeinschaft. Andrea Kälin dankte nochmals allen, die zum guten Gelingen beitrugen. Sie erwähnte auch eine Nachricht von Erwin Oechslin aus Toronto, der seit 56 Jahren das erste Mal nicht an einem Fest der Musikgesellschaft Egg dabei sein konnte. Mit ihrem ersten Ständchen in neuer Uniform beschloss die Musikgesellschaft Egg das offizielle Festprogramm. Zu diesem Festwochenende meinte Martina Birchler, es sei «sehr schön» gewesen, sie habe das Fest «mega genossen». Da dürfte sie aus den Herzen aller Egger Musikanten sprechen!

Einsiedler Anzeiger / René Steiner

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

07.09.2021

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