Das Spiel der «Theaterlüt vo Bennau» überzeugt mit einer hervorragenden Leistung auf der Bühne und geht unter die Haut. Bild Franz Kälin
Das Spiel der «Theaterlüt vo Bennau» überzeugt mit einer hervorragenden Leistung auf der Bühne und geht unter die Haut. Bild Franz Kälin

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Ein Dorf will einen Riesengewinn

«Theaterlüt vo Bennau» sorgen mit «hemmer nüd gwunnä?» für grossen Wirbel Die Theaterlüt von Bennau lassen ein irisches Dorf aufleben. Dieses steht komplett Kopf  wegen eines unerwarteten Lottogewinnes. Das Stück bietet insgesamt viele Pointen, Klamauk und Turbulenzen.

Furios, witzig, verrückt: Diese Attribute passen zur Komödie «hemmer nüd gwunnä?», die an Drive und Verwirrungen kaum zu überbieten ist. Unter der Regie von Theo Kälin ist es den Darstellern bestens gelungen, das Stück mit erstaunlicher Leichtigkeit auf die Bühne zu bringen. Am Abend des Stephantags war in Bennau vor rund 200 Besuchern Premiere. Kälin bewies in der Rollenverteilung den richtigen Riecher und setzte auf einen lebendigen Ablauf. Die Texte kamen fliessend daher  ohne Hänger. Die Einsätze sitzen, die Dialoge kommen fehlerfrei. Die vierzehn Darsteller, darunter einige die erstmals dabei waren, verstanden es, die Rollen optimal umzusetzen. Sie fühlen sich offensichtlich ganz wohl in ihren Rollen. Sie sprachen ihre nicht immer einfachen Zeilen deutlich und mit einer erstaunlichen Sicherheit. Die Zuschauer amüsierten sich über die skurilen wie auch die edlen Gestalten und nicht zuletzt über den tiefschwarzen Humor. Typisch englisch-irisch eben.

Fragen über Fragen

Es stand in der Zeitung: In Ballyduff, einem kleinen Nest an der irischen Westküste, hat das Lottoglück zugeschlagen. Doch wer ist der Glückliche? Die beiden Freunde William (Pirmin Kälin) und Charles (Toni Fässler) schliessen sich und Bretsy (Nicole Reichmuth) schon mal aus  doch es bleiben immer noch 49 Bewohner übrig. Der Gewinn spricht sich schnell einmal herum und das Ausspionieren beginnt. Im Pub bei Fiona (Myrta Kaufmann) wird sogar eine Lottoparty gefeiert. Vielleicht gibt ja einer seinen Geldgewinn zu? Erst am Ende des Festes wird klar. Einer ist nicht gekommen: «Liam». William und Charles suchen ihn mitten in der Nacht zu Hause auf und finden ihn auf einem Sessel vor dem Fernseher. In der Hand hält er den Lottoschein, ein seliges Lächeln ist auf seinen Lippen, aber: Er ist tot! Offensichtlich hat ihn vor Aufregung der Schlag getroffen.

Zum Leben erweckt

William und Charles beschliessen, den Tod «Liams» gegenüber der Lottogesellschaft zu vertuschen, damit der Gewinn nicht verfällt. Sie erwecken den frischgebackenen Millionär zu neuem Leben und üben fleissig seine Personalien, denn die Frau von der Lottogesellschaft hat sich angemeldet. Marian Kelly (Marina Amgwerd) platzt denn auch prompt in die Beerdigung von «Liam», die flugs mit einer anderen Leiche besetzt wird. Die Dorfbewohner von Ballyduff zögern nicht, beim Schwindel mitzumachen. Das viele Geld soll aufgeteilt werden. Vom Schweinebauer Steve (Fritz Tschümperlin), der endlich heiraten will, Pfarrer Adam (Hermann Kälin) bis hin zu Abigal (Hildegard Beeler), Mary (Andrea Ochsner) mit ihrer Tochter Debbie (Aline Kauflin), der körperlich behinderten Alice (Daniela Kauflin), der Kioskverkäuferin Rose (Josy Ochsner) und Nora (Andrea Bisig) machen alle mit.

Leise und laute Szenen wechseln

Kleine Intermezzi der einzelnen Rollen geben dem Stück «hemmer nüd gwünnä?» die nötigen leisen Zwischentöne, damit der ansonsten eher lautstarke Klamauk nicht überbordet. Der stete Wechsel zwischen den Szenen ist unter der bewährten Regie von Theo Kälin in gut dreissig Proben gut einstudiert worden. Er musste vierzehn Rollen besetzen, was für ein Landtheater eine grosse Herausforderung ist. Bei der Premiere sah man, dass er es gut getroffen hat. Er kann auf ein topmotiviertes Ensemble zählen, das mit innerer Überzeugung und grosser Spielfreude viel zum guten Gelingen beiträgt.

Ausgeglichenes Ensemble

Das Stück lebt vom homogenen Auftritt des ganzen Ensembles. Es ist gleichermassen witzig, fröhlich und ein wenig frech. Glanzleistungen vollbringen William (Pirmin Kälin) und Charles (Toni Fässler). Sie meistern nicht nur ein enormes Textpensum über zwei Stunden, es gelingt ihnen, ihre Rollen echt zu verkörpern. Auch die nachdenkliche Seite kommt aber nicht zu kurz. Es verblüfft, wie viele Schau plätze auf die Bühne gezaubert werden: Kiosk, Pub, Wohnzimmer und gar eine angedeutete Kirche finden darauf Platz. Da müssen wohl unzählige Heinzelmännchen oder zumindest viele fleissige Hände mit im Spiel sein. Die Auff

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.12.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/A6yXeT