Junger Wilder und feinfühliger Traditionalist: Florian Schuler (links) aus Rothenthurm und Franz Marty aus Arth sind ziemlich gegensätzliche Örgeler. Doch ihr Zusammenspiel ist ein grosser Genuss. Am Bass Dominik Wüthrich. Bilder: Roger Bürgler
Junger Wilder und feinfühliger Traditionalist: Florian Schuler (links) aus Rothenthurm und Franz Marty aus Arth sind ziemlich gegensätzliche Örgeler. Doch ihr Zusammenspiel ist ein grosser Genuss. Am Bass Dominik Wüthrich. Bilder: Roger Bürgler

Nachrichten

Ein Fest für Örgeli-Freunde

Zum 30. Mal fand am Pfingstsamstag im «Balmberg» die Örgeli-Stubete statt. Ein Gipfeltreffen.

Kurz nachdem die Familie Lüönd aus der ehemaligen Pension Balmberg ein gemütliches, gutbürgerliches Berggasthaus gemacht hatte, lancierte Gastwirt und Bassist Daniel Lüönd mit seinen Brüdern Alois und Paul, die zusammen die legendären Mosibuebe bildeten, am Pfingstsamstag eine Örgeli-Stubete. Das ist 30 Jahre her. Und so gab es am Pfingstsamstagabend ein Jubiläum, bei dem sich die Musikanten gleich selber feierten. Sie zelebrierten mit grosser Spielfreude alte und auch jüngere Schwyzerörgelitänze, und es wurde ausgiebig gefachsimpelt. Und auch die Instrumente der gegen 50 Örgeler vorwiegend aus der Innerschweiz, dem Bernbiet und der Ostschweiz hatten es in sich. Im zu einem Lager umfunktionierten Balmberg-Stubli versammelte sich ziemlich alles, was die Musik der Schweizer Variante der diatonischen Handharmonika ausmacht. Von den handlichen und standardisierten 18-bässigen Schwyzerörgelis über die uralten Stöpselbässlis bis zu den grossen und kräftigen Wiener- und Halbwiener-Orgeln aus den Manufakturen von Alois Eichhorn und Josef Nussbaumer war alles da. Von den jungen Instrumenten waren vor allem solche aus den Häusern Ott, Zürcher (Schmidig) und Reist zu hören. Und was besonders erfreute: Es kamen so viele junge Schwyzerörgeler wie noch nie an die Pfingststubete ins Gasthaus Balmberg, das bis auf den letzten Platz besetzt war.


Sechs Tänze pro Formation


Lanciert wurde diese von der gastgebenden Mosi-Musig, und Alois «Wysel» Lüönd erklärte die «Spielregeln». Sechs Tänze durften die meist zusammengewürfelten Formationen auf dem Giigebank vortragen. Und das Dargebotene war durchs Band eine Freude. Heimlicher Star des Abends war der wohl erste Grossmeister des Schwyzerörgelis, Josef Stump. Ausser vielleicht von Pauli und Wysel Lüönd wurde von keinem anderen Komponisten so viele Tänze interpretiert wie vom phänomenalen Örgeler aus Unterschönenbuch, der unweit vom «Balmberg» zur Alp ging und 1929 im Alter von erst 49 Jahren verstarb. Ihm hätte das Stubete-Jubiläum auf dem Stoos bestimmt genauso Freude bereitet wie den vielen anwesenden Musikanten und Örgeli-Freunden.


Bote der Urschweiz / Roger Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.05.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/W83nyM