Daniela Schnellinger (vor der Kapelle) ist mit dieser Publikation ein schöner Wurf gelungen. Bild zvg/teu
Daniela Schnellinger (vor der Kapelle) ist mit dieser Publikation ein schöner Wurf gelungen. Bild zvg/teu

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Ein Fotoalbum über das alte Hurden

Das kleine Hurden hat nun ein eigenes «Fotoalbum» über seine Vergangenheit. Daniela Schnellinger stellte das Buch «Hurden zu früheren Zeiten» fast ganz alleine auf die Beine. Dabei betätigte sie sich sogar als Detektivin.

Hurden – ein zentraler Ort in Daniela Schnellingers Leben. Sie wuchs dort auf, wohnt dort und zieht ihre eigenen Kinder gross. Nebenbei recherchierte und schrieb sie seit vergangenem Herbst am Buch «Hurden zu früheren Zeiten». Darin enthalten sind Luftaufnahmen von Hurden, Postkarten und Geschriebenes wie beispielsweise die Geschichte der Kapelle in Hurden. «Es ist ein Buch für Hurden-Liebhaber und (ehemalige) Einwohner», meint Daniela Schnellinger. Die Bilder seien vor allem eindrücklich, wenn man den Unterschied zu früher sehe. Denn «Hurden hat sich verändert,nicht markant, aber doch ein bisschen», sagt die Hausfrau.

Wenn ein Baum den Hinweis gibt

Die Idee zu diesem Buch entstand an der Generalversammlung des Ortsvereins Hurden.Zur Unterhaltung suchte Schnellinger mit ein paar Kolleginnen Bilder des alten Hurdens heraus und kreierte eine kleine Fotoausstellung. «Wieso kein Buch daraus machen?», wurde sie an diesem Abend mehrmals gefragt. Obwohl die Hausfrau beruflich gesehen nichts mit Historik zu tun hat – sie studierte Biologie – nahm sie die Herausforderung an,ein Buch über Hurdens Vergangenheit zusammenzustellen. Es entstand «Hurden zu früheren Zeiten». Bei der Materialbeschaffung konnte Daniela Schnellinger vor allem auf die Unterstützung von Maria Weber und Urs Christen zählen. Erstere kaufte alte Postkarten von Hurden auf Flohmärkten und stellte sie Schnellinger gratis zur Verfügung. Probleme gab es dann allerdings bei der Datierung der Bilder. «Rund die Hälfte war undatiert, mithilfe von Maria Weber lernte ich allerdings, die Werke zeitlich grob einzuordnen», erklärt die Biologin. Manchmal war es ein Haus, das plötzlich einen Stock mehr hatte, oder ein kranker Baum, der ihr den auschlaggebenden Hinweis für die zeitliche Einordnung gab. Schnellinger wurde eine kleine Detektivin, die in der Vergangenheit stöberte.

Am See wohnen? Lieber nicht ...

Früher war alles besser, heisst es oft. Das streitet Daniela Schnellinger vehement ab. Die Region Hurden sei über die Jahrhunderte attraktiver geworden. «Ganz früher wollte man nicht am See wohnen, da es viele Mücken hatte und ausserdem sumpfig war»,erklärt sie schmunzelnd. Und doch: Ein Bild der Speisekarte vom Hotel «Sternen » lockt mit «Eisbomben» in den 1940er-Jahren, und die Seegfrörni von 1963 lässt an die guten alten Zeiten zurückdenken. Bezugsquellen: Pflegezentrum Roswitha Pfäffikon, Tourist Information Rapperswil, Heim St. Antonius Hurden, Coiffure Jsabelle Bebié Siebnen Das Buch «Hurden zu früheren Zeiten» zeigt auch vergessene Seiten des Dorfes, zum Beispiel die Autogarage im Hotel «Rössli» im Jahr 1912.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Christina Teuber)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/2uGprk