Dorfhistoriker: Erich Ketterer verfasste einen Streifzug durch die Übernamen der Gemeinde Arth. Bild Bruno Facchin
Dorfhistoriker: Erich Ketterer verfasste einen Streifzug durch die Übernamen der Gemeinde Arth. Bild Bruno Facchin

Nachrichten

Ein Stück Arther Heimatkunde

Mit seinem Buch «s Jö-Franzä – s richä Römer’s und dä Knöpflibeck» erläutert Erich Ketterer die Entstehung von Übernamen in Arth. Das Buch ist auch ein Stück Heimatkunde und Dorfhistorik. Über 150 Besucher waren anlässlich der Vernissage vom Freitag hell begeistert.

Warum es den «Jö», den «Knöpflibeck» oder sonstige Beiund Übernamen gibt, versuchte der Arther Erich Ketterer (s’Briefträgers einä) leicht verständlich und mit einer Prise Humor zu erklären. Diese Übernamen waren in früheren Zeiten, als es noch keine Strassennamen, geschweige denn Hausnummern gab, fast notwendig, denn in den Dörfern trugen viele Leute denselben Familien- und Vornamen. Die Übernamen waren ein wichtiger Bestandteil zur Identifizierung der Leute. Meist wurden sie von Herkunftsort, aber auch von speziellen Körpereigenschaften oder Tätigkeiten abgeleitet. In Ketterers Buch erscheinen demnach nicht nur die Namen von Leuten, sondern auch Flur- oder Hofbezeichnungen, die langsam in Vergessenheit geraten oder schon vergessen sind.

Nur zwei von vielen Beispielen

«Jör-Meiri» ist die mundgerechte Kurzform, welche der Volksmund für den Doppel-Vornamen Georg-Meinrad gebildet hat. Aus dem Georg wurde ein Jörg und Meinrad wurde zu Meiri. Der Buchstabe «g» sei in der Umgangssprache noch abgeschliffen worden, und daraus sei der Name «Jör-Meiri» entstanden. (Georg Meinrad Fassbind 1787–1842). Sein Sohn hiess Josef Blasius, und dieser sei dann logischerweise «Jör-Meiris Bläsi» geworden. Übernamen haben auch weh getan, erklärt Ketterer. So habe ein gewisser Bäckermeister – aber kein guter – seineTeige zu wenig bearbeitet, sodass sogar seine «Handribetä» im Brot als kleine Knöpfli bemerkbar waren. Zeitlebens sei er deshalb «Knöpflibeck» genannt worden.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

31.01.2011

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schwyzkultur.ch/W1WwjW