Pater Joseph Braun stellt im Missionshaus Bethlehem in Immensee seine Ikonen aus. Bild Edith Meyer
Pater Joseph Braun stellt im Missionshaus Bethlehem in Immensee seine Ikonen aus. Bild Edith Meyer

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Eine Berufung mit heiliger Aussagekraft

Pater Joseph Braun schafft mit seiner Ikonenmalerei Fenster zum Himmel. Jedes Bild ist für ihn ein Geschenk Gottes. 25 seiner Werke werden im Missionshaus Bethlehem ausgestellt.

Pater Joseph Braun bezeichnet sich nicht als Künstler. «Ikonenmalerei ist meine Berufung», sagt der 73-Jährige. In der byzantinisch-orthodoxen Kirche gelten die Ikonen als Darstellung des Göttlichen. Berührt oder küsst man sie, steht man in direktem Kontakt mit den dargestellten Heiligen und der Schöpfungskraft. Für viele Betrachter werden die Bilder zum Ort des Gebetes oder der Meditation. So geht es auch dem Immenseer Pater. Bevor er malt, spricht er das Gebet von Dionysius vom Berge Athos und versinkt danach in Schweigen und Hingabe an Jesus Christus. Das Handwerk ist dem Ikonenmaler aber vorgeschrieben. Es gibt keine neue Erfindung von Bildinhalten. Jedes Detail der Malerei ist exakt und nach alter Tradition festgelegt. Pater Joseph Braun malt aber, was ihn anspricht. Er thematisiert in seinen Werken Christus, die Muttergottes Maria, Erzengel, Heilige und biblische Geschichten. Malerei ohne Schatten «In jeder Ikone symbolisiert Gold die Farbe des göttlichen Lichts», betont Pater Braun. Darum müsse die Vergoldung einwandfrei sein. Als Malgrund dient ihm jeweils eine Lindenholzplatte, die er mit Kreidengrund grundiert. «Danach vergolde ich mit 23,75 Karat Blattgold», erklärt Pater Braun. Die Farben rührt er mit natürlichen Farbpigmenten, Eigelb und Wasser an. «Das Ei steht als Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens.» Das Besondere an der Ikonenmalerei ist, dass es keine Schatten gibt. Die Farben werden vom Dunkeln ins Licht aufgetragen. «Für mich ist das Wichtigste das Gesicht. Ist es nicht schön, ist die ganze Ikone wertlos.» Echte Ikone wird nie signiert Interessant ist, dass jede Ikone mit griechischen oder kyrillischen Buchstaben beschriftet wird, aber nie vom Maler signiert wird. Wichtige Herkunftsorte der Ikonenmalerei sind Russland und Griechenland. «Die Ostkirche steht der katholischen Kirche sehr nah», betont Pater Braun. Darum seien gerade Ikonen ein Hilfsmittel, um einander besser zu verstehen. Pater Braun ist davon überzeugt, dass Ikonen von Heil bringender Energie durchdrungen sind, Zuversicht, innere Ruhe und Freude ausstrahlen. «Die Ikonen haben immer eine heilsame Wirkung auf die Betrachter», betont er. Pater Braun ist während der Ausstellung anwesend, beantwortet Fragen und weiss viel Wissenswertes über die Ikonenkunst zu erzählen.

Die Ausstellung findet im Gemeinschaftssaal im Missionshaus Bethlehem in Immensee statt. Öffnungszeiten: Donnerstag, 25. September, und Freitag, 26. September, jeweils von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Samstag, 27. September, von 09.30 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

23.09.2014

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schwyzkultur.ch/ktStxj