Treffend porträtierte Georg Anton Gangyner seine Mutter Maria Theresia Gangyner-Diethelm und seinen Onkel, den Orgelbauer Johann Michael Gangyner. Bilder zvg
Treffend porträtierte Georg Anton Gangyner seine Mutter Maria Theresia Gangyner-Diethelm und seinen Onkel, den Orgelbauer Johann Michael Gangyner. Bilder zvg

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Eine geborene Künstlernatur

Das Marchmuseum im Rempen erinnert in einer Sonderausstellung bis im August 2012 an den bedeutenden Lachner Kunstmaler Georg Anton Gangyner (1807–1876). Die Vernissage findet morgen Samstag um 11 Uhr statt. Wenige noch nie gezeigte Highlights sind nur bis am 25. September präsent.

Der in Lachen in eine kunstsinnige und angesehene Familie geborene Georg Anton Gangyner (1807–1876) besuchte nach Lehrjahren bei den Zuger Porträtisten J. K. Moos (1774–1835) und F. J. Menteler (1777–1833) die bedeutende Münchner Akademie. Zeitlebens blieb er mit dieser Kunstmetropole verbunden und orientierte sich an ihr. Die schöpferisch wichtigsten Jahre verbrachte er als Zeichenlehrer und Kunstmaler in Glarus und Frauenfeld.

Vielbeschäftigt mit Porträts

Im Glarnerland galt er einst als meist beschäftigter Porträtist. In dieser Gattung entwickelten sich denn auch seine eigentlichen Fähigkeiten. Bereits mit 18 Jahren stellte der junge Künstler beispielsweise seine Mutter Maria Theresia Gangyner (1775–1849) gekonnt dar. Locker und malerisch trefflich gab er die Accessoires wieder, wie das in nuancierten Blautönen gemalte Schultertuch. Mit 32 Jahren porträtierte er meisterlich den Onkel und Orgelbauer Johann Michael Gangyner zum Hirschen (1780–1850). Unaffektiert, realistisch und psychologisch prägnant wusste er dessen individuelle Persönlichkeit würdevoll ins helle Licht zu stellen. Noch 1875, ein Jahr vor seinem Tod, gelang Georg Anton Gangyner mit dem Bildnis des angesehenen liberalen Politikers Melchior Diethelm (1800–1875) ein äusserst subtiles, realistisches Werk.

Kinderbildnisse und Landschaften

Als der Künstler als Zeichenlehrer in Glarus wirkte, zählte die gesamte Jugend der 1830er- und 1840er-Jahre zu seinen Schülern. Damals entstanden zahlreiche Kinderbildnisse. Aus dieser Zeit sind sechs Beispiele vertreten. Diese wirken frisch, lebendig und liebenswürdig. Erfolgreich betätigte sich Georg Anton Gangyner überdies als Maler von Landschaften und kulturhistorisch interessanten Ansichten. Vertreten sind beispielsweise aus Privatbesitz bemerkenswerte Aquarelle, die Lachen nach 1850 zeigen. Gekonnt gemalte romantische Landschaften, eine stimmungsvolle Ansicht von Schloss Arenenberg oder der detailliert naturalistische Ausschnitt von der Joferwiese bei Lachen weisen zudem auf Fähigkeiten des Künstlers in diesem Bereich.

Kulturhistorische Dokumente

Wenn sich Georg Anton Gangyner auch im traditionellen Feld bewegte und nicht nach neuen künstlerischen Lösungen trachtete, darf er doch als einer der versiertesten Porträtmaler seiner Zeit zwischen Aare, Linth und Bodensee angesehen werden. Seine besten Bildnisse bilden heute nicht nur wichtige kulturhistorische Dokumente, sondern erweisen sich schlicht als vorzüglich.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

16.09.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/5BRwN8