Sprengel Museum in Hannover: Wenn die beiden Picasso-Bilder zurück in Hannover sind, gibt es ein Fest, sagt Museumsdirektor Ulrich Krempel. (Bild: pd)
Sprengel Museum in Hannover: Wenn die beiden Picasso-Bilder zurück in Hannover sind, gibt es ein Fest, sagt Museumsdirektor Ulrich Krempel. (Bild: pd)

Nachrichten

«Eine grosse Erleichterung»

Wann und wie die Picasso-Bilder ihren Weg in die Schweiz oder zu ihrem Besitzer nach Hannover finden, wird nicht bekannt gegeben – aus Sicherheitsgründen. Freude über den Fund herrscht aber auf vielen Seiten. Bei der Staatsanwaltschaft, beim Vögele Kulturzentrum und nicht zuletzt beim Sprengel Museum in Hannover.

«Es ist ein Supertreffer», betont der Schwyzer Staatsanwalt Lorenz Müller. Die Staatsanwaltschaft Schwyz habe zwar die Hoffnung nie aufgegeben, die Picasso-Bilder eines Tages wiederzufinden. «Schliesslich war dies unser Job, unser Ziel», sagt Müller. «Trotzdem: Es ist ganz klar ein Supertreffer.» Weiter kann sich Müller zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Fall äussern. Weder über die Täterschaft noch den momentanen Verbleib der Bilder noch die Rückführung in die Schweiz darf Müller etwas sagen. Aus Sicherheitsgründen gibt sich die Schwyzer Staatsanwaltschaft bedeckt. Man wolle in dieser heiklen Phase nichts riskieren. Müller versicherte jedoch, dass die Staatsanwaltschaft Schwyz zu einem späteren Zeitpunkt die Bevölkerung informieren werde.

«Der Raub hat uns sehr bedrückt»

Monica Vögele, Stiftungsratspräsidentin der Charles und Agnes Vögele Stiftung, freut sich: «Wir schätzen uns sehr glücklich, dass die Picasso-Gemälde aufgefunden wurden», sagt sie, «es ist eine grosse Erleichterung für uns.» Obwohl dem Vögele Kulturzentrum niemals ein Sicherheitsmangel angelastet worden sei, bedeute seinen Verantwortlichen das Wiederauffinden der gestohlenen Werke enorm viel. «Die Picasso-Gemälde sind bedeutende Werke. Uns hat dieser Raub sehr bedrückt», so Monica Vögele.

Ein Fest für die Bilder

Grosse Freude herrscht auch im Sprengel Museum in Hannover, das die beiden gestohlenen Bilder «Verre et pichet» und «Tête de cheval» besitzt. «Wir hatten immer Hoffnung, dass die Bilder zurückkommen», sagte Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums, gegenüber unserer Zeitung. «Experten haben uns immer gesagt, dass wir leise optimistisch sein können. Geärgert haben wir uns, dass sie nicht schon früher aufgetaucht sind», sagte Krempel mit einem Schmunzeln. Wann die Bilder nach Hannover zurückkehren, kann natürlich auch Ulrich Krempel nicht sagen. Aber wenn die Bilder zurück sind, läuft es wie bei Entführten. «Wir machen eine Anamnese und lassen die ‹Kinder› von unserer Restauratorin eingehend untersuchen», sagt der Museumsdirektor.» Wenn die Bilder wieder im Museum hängen, gibt es «ein Fest für die Leute in der Stadt und die Bilder. Wir haben sie geliebt», sagt Ulrich Krempel. Das Sprengel Museum wird auch nach den Erfahrungen mit den beiden Picasso-Gemälden wieder Bilder ausleihen. «Wenn kein Museum mehr Bilder ausleihen würde, wäre die Kunstwelt ärmer.» Die Sicherheitsvorkehrungen werden aber noch eingehender geprüft. «Die Gegenseite – sprich die Kunstdiebe – steht nicht still», so Krempel. So müssten Sicherheitsstandards in Museen immer höheren Anforderungen genügen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

12.10.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/t6SXWu