Peter Bachmann: «Ich bin stolz, dass unter den Teilnehmern jede Generation vertreten ist.» Bild Bianca Anderegg
Peter Bachmann: «Ich bin stolz, dass unter den Teilnehmern jede Generation vertreten ist.» Bild Bianca Anderegg

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«Es ist jedes Mal wieder ein Experiment»

Heute Abend starten die Gospeltage Freienbach. Nach dreitägiger Probe stehen die Teilnehmer am Sonntag auf der Bühne. Das ist durchaus machbar, weiss Chorleiter und Initiator Peter Bachmann.

Mit Peter Bachmann sprach Bianca Anderegg

In nur rund 14 Stunden wird ein ganzes Konzert eingeübt. Ist das nicht nervenaufreibend?

Nein. Es braucht einfach eine kompakte Probenarbeit, um innerhalb dieser 14 Stunden etwas auf die Beine stellen zu können. Man hat ein Ziel vor Augen, und wenn wir am Freitagabend anfangen, gibt das einen schönen Spannungsbogen bis zum Konzert. Im Vorfeld bin ich dennoch immer etwas nervös, ob es klappen wird. Es ist jedes Mal wieder ein Experiment. Aber das ist jetzt das sechste Mal, und dementsprechend ist bereits eine gewisse Routine da. Bis jetzt hat es immer geklappt.

Können Sie in den Proben auf jeden Teilnehmer individuell eingehen?

Dieses Jahr sind rund 60 Leute im Chor. Wir arbeiten in der Probe mit allen 60 zusammen, denn am Schluss stehen ja auch alle auf der Bühne. Wir haben aber mit Silvia Emmenegger und Patrick Mettler zwei versierte Chorleiter, die am Samstag die Registerproben machen, bei denen nach Stimmen aufgeteilt wird. Mir ist es jedoch schon ein Anliegen, alle Teilnehmer kennenzulernen.

Wie hoch ist der Schwierigkeitsgrad der Lieder?

Wir achten darauf, dass wir unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Es sind also Stücke dabei, die man sehr schnell einstudieren kann, aber auch ein paar Zückerchen, die einen gewissen Anspruch haben. Es sind doch relativ viele geübte Chorsänger dabei, und denen möchten wir von der Schwierigkeit her auch etwas bieten. Aber es ist klar, die Songs müssen in drei Tagen machbar sein.

Heuer sind mit Werken von Joe Cocker und Madonna gleich zwei grosse Hits dabei. Ist es für unerfahrene Sänger einfacher, bekannte Lieder zu interpretieren?

Das spielt nicht so eine Rolle. Eine Hürde ist meistens das Englische. Doch dadurch, dass wir immer eine grosse Gruppe an Sängern sind, ist es auch für jemanden, der keine so grosse Erfahrung hat, immer sehr angenehm. Ich habe das Gefühl, es sind immer alle schnell gut aufgehoben.

Bei wem sind die Gospeltage beliebt?

Bei Leuten, die gerne einfach für ein Wochenende wieder einmal neue Songs einstudieren wollen. Die Gospeltage sind aber auch Treffpunkt von Gospelfans. Viele kenne ich noch aus der Zeit, als ich hier Chorleiter war. Ich bin auch sehr stolz, dass unter den Teilnehmern jede Generation vertreten ist.

Was macht für Sie den Reiz der Gospeltage aus?

Dass wir es schaffen, einen kompakten Chorklang durch eine gute Gemeinschaft zustande zu bringen. Ich glaube, ein solches Projekt, das innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Konzertprogramm auf die Beine stellen möchte, funktioniert, wenn man sich aufeinander einschwören kann. Es ist nicht nur ein reines Singen und Proben, wir haben auch Zeit für die Gemeinschaft und das Zusammensein.

Ist aus den Gospeltagen schon ein längerfristiges Projekt entstanden?

Nein, es ist eher umgekehrt. Als ich noch die Rainbow Singers leitete, machten wir zweimal ein grösseres Chorprojekt. Daraus ist auch das OK der Gospeltage entstanden. Wir kennen uns schon sehr lange und haben miteinander Konzerte und Projekte organisiert. Es sind Ressourcen vorhanden. Ich bin zwar der Chorleiter, aber im Hintergrund stehen das OK und die Band. Das Spezielle ist, dass man als Freunde zusammenkommt und miteinander ein Wochenende lang Musik macht.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

09.09.2011

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schwyzkultur.ch/PfFBQQ