Eine Sonderausstellung ist der Künstler-Familie Beul gewidmet: Das jüngste und begabteste Mitglied Artur verstarb anfangs Jahr.
Eine Sonderausstellung ist der Künstler-Familie Beul gewidmet: Das jüngste und begabteste Mitglied Artur verstarb anfangs Jahr.
Der Kinderchor Altendorf unter der Leitung von Franz Nussbaumer (links), begleitet von Bernhard Isenring (rechts).
Der Kinderchor Altendorf unter der Leitung von Franz Nussbaumer (links), begleitet von Bernhard Isenring (rechts).
Zum Schaffen der Familie Beul: Brigitte Diethelm hat im Marchmuseum eine vielseitige Ausstellung organisiert. Bilder Jasmine Helbling
Zum Schaffen der Familie Beul: Brigitte Diethelm hat im Marchmuseum eine vielseitige Ausstellung organisiert. Bilder Jasmine Helbling

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Familie mit Talent in den Genen

Am Samstag eröffnete der Marchring eine Vernissage mit dem Thema «Lachner Künstlerfamilie Beul» im Marchmuseum. Artur, das berühmteste und jüngste Ausstellungsmitglied der begabten Familie, ist Anfang Jahr verstorben.

Begrüsst wurden die vielen Anwesenden durch den Kinderchor Altendorf mit der bekannten Beul-Komposition «Übre Gotthard flüget Bräme». Der heitere Liedtext brachte die Kinder zum Strahlen und liess die Erwachsenen in Erinnerungen schwelgen – ein perfekter Auftakt also zur Ausstellung über die Künstlerfamilie.

Musiker, Maler und Dichter

Sieht man sich die von Brigitte Diethelm organisierte Ausstellung über die drei Generationen von Beul-Männern an, liegt die Frage nahe, ob Talent wohl vererbt werden kann. «Wir können stolz sein auf solche Familien, die uns im Alltag erfreuen.» Da kann man Dr. Jürg Wyrsch nur zustimmen, denn vor allem Artur Beul gelingt dies gleich mehrfach: Während sich sein Grossvater Josef Marius und sein Vater Hermann hauptsächlich mit der Malerei beschäftigten, war Artur nicht nur als Maler, sondern auch als Komponist, Texter und Dichter bekannt. Bereits als 18-Jähriger komponierte Artur, der an den Universitäten Zürich und Freiburg studierte, Lieder für seine erste Liebe. Songs wie «Nach em Rege schint Sunne» oder «Am Himmel stoht es Sternli» sind noch heute bekannt.

Prix Walo gewonnen

Zur Berühmtheit gelangte er vor allem durch die Zusammenarbeit mit den Geschwistern Schmid. Unter anderem wurde der Künstler mit dem Prix Walo, der goldenen Schallplatte und der goldenen Ehrenmedaille des Kantons Zürich ausgezeichnet. Nach über 80 aufgenommenen Liedern und zahlreichen Konzerten und Tourneen sehnte sich das Künstlerherz nach einer neuen Herausforderung: 1965 lebte Artur als Touristenmaler in Cannes. Nach einer kurzen Ansprache liess Diethelm die Bilder der Ausstellung für sich sprechen. Marius Beul erwies sich als Maler von gekonnten Bildnissen und Naturausschnitten und Sohn Hermann gab sich einigen Portraits und der Landschaftsmalerei hin.

Kurzfilm über Artur Beul

Die Liebe zur Landschaftsmalerei wurde auch Artur in die Wiege gelegt; in Cannes malte er Bilder vom Hafen und der Provence. Doch nicht nur eine Ausstellung und musikalische Unterhaltung wurden den Besuchern der Vernissage geboten, sondern auch ein Kurzfilm vom Bassersdorfer Filmemacher Dölf Stöckli. Durch seine Arbeit beim Schweizer Fernsehen hat Stöckli über 30 Jahre mit Artur Beul zusammengearbeitet. In seinem 25-minütigen Film werden die Kompositionen Beuls von verschiedensten Personen vorgetragen. Ein zweiter Videofilm, der bei Artur Beul zu Hause aufgenommen wurde, ist am 12. September im Marchmuseum zu sehen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

30.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/Xv9BLC