Goethe, Grimassen und Gruseleffekte: Das Kantitheater hat dem Klassiker «Faust» ein neues, buntes Kleid geschneidert. Bilder Christina Teuber
Goethe, Grimassen und Gruseleffekte: Das Kantitheater hat dem Klassiker «Faust» ein neues, buntes Kleid geschneidert. Bilder Christina Teuber

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«Faust» erscheint in neuem Kleid

Viel Gesangstalent, Glitzer und Grimassen – so zeigte sich die diesjährige «Faust»-Version des Kantitheaters der Kantonsschule Ausserschwyz. Und mit einem überraschenden Ende.

Den Klassiker umformatieren, das hat sich das diesjährige Kantitheater als Aufgabe vorgenommen. Dem «Faust» quasi ein neues Kleid schneidern. Als Schnittmuster diente die von Schülern verfasste Version «Faust – doppelt oder nichts» von der Mephis Crew, die den Klassiker in die heutige Zeit versetzte – nämlich in ein Schulzimmer. Mephisto in zweifacher Ausführung versucht sein teuflisches Spiel dieses Mal nicht bei Faust sondern bei drei Schülerinnen, die Probleme im Schulalltag haben. Die eine ist Fussabtreterin der Klassenschönheit, die andere Klassenstreberin und die Dritte «eine richtig hohle Nuss». Da hat Mephisto mit seinen Verführungskünsten leichtes Spiel, könnte man meinen. Doch die Hexen sind nicht mehr so zuverlässig wie früher und die (hohlen) Nüsse schwieriger zu knacken, als der Teufel erwartet hat. Schafft er es dennoch, seine höllischen Verführungspläne in die Tat umzusetzen?


Grimassen, Glitzern und Grusel


Regisseur Mischa Käser bereitete die Vorlage fast schon musicalhaft auf und mischt unter die Geschichte zahlreiche Lieder aus den verschiedensten Sparten, die immer wieder für humorvolle Überraschungen sorgen. Möglich gemacht haben diese musikalischen Einschübe die diversen Gesangstalente, die sich dieses Jahr auf der Bühne zusammengefunden haben. «Egal, ob ich eine Arie, einen Rocksong oder einen Schweizer Hit brachte, es fand sich immer jemand mit der passenden Stimme», so Käser begeistert. Begleitet wurden die Gesangstalente von Mischa Käser an der Gitarre und Reina Burkhalter am Piano und an der Geige. Herausgekommen ist eine witzige Version des «Faust» mit viel Grimassen, Glitzer und Gruseleffekten. Goethe blitzt noch in der Dramaturgie und in einigen berühmten Zitaten auf, die in origineller Weise auf der Bühne umgesetzt wurden. So schneiderte das Kantitheater Goethes «Faust» ein neues, buntes Kleid – und es steht ihm.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Christina Teuber

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/YxMEjH