Konzentriert und engagiert zeigen sich die Musikanten der Brass Band Willerzell von ihrer besten Seite. Bild René Steiner
Konzentriert und engagiert zeigen sich die Musikanten der Brass Band Willerzell von ihrer besten Seite. Bild René Steiner

Nachrichten

Festliche Musik und eine Geschichte

Die einzige Brass Band des Bezirks hat ihre zahlreichen Besucher nicht nur unterhalten, sie hat sie mit ihrem Adventskonzert in der St. Josefskirche auf die festlichen Tage eingestimmt.

Das Konzert am dritten Adventssonntag ist einfach eine Spur anders als übliche Konzerte. Mit viel Kerzenlicht und Weihnachtsgebäck aus kleiner Kinderhand werden die Besucher empfangen. Es folgt ein Musikstrauss mit fröhlicher Musik, nicht zum Studieren, solche zum Geniessen mit Melodien, die man auf sich einwirken lassen kann. Und dazu Beatrice Gyr, die in ihrer Ansage eine Geschichte eingebaut hat, eine, die auch den Grossen manch ein Schmunzeln entlockt und in ihnen Erinnerungen wachruft.

Alles verwechselt

Der Grossvater kriegt eine Auto rennbahn, elektrisch natürlich, und probiert sie gleich aus. Klein Luisa fühlt sich seit diesem Abend stolz als Sherlock Holmes, dank der Tabakpfeife, die eigentlich für den Grossvater gedacht ist. Dieser Ausgang freut auch den aufgeschreckten Engel Elias, der nach seinem angerichteten Durcheinander beruhigt dem Himmel zuschweben kann. Und wie es sich gehört, endet alles in Minne und mit einem richtig dicken «Schmutz». Diese Geschichte lebt nicht zuletzt von der Erzählkunst und markigen Wortwahl der Erzählerin!

Gelungene Gestaltung

Feierlich und wirkungsvoll gestalten die 30 Musikantinnen und Musikanten der Brass Band Willerzell bereits den Beginn. Zum Takt des einsamen Tambours im Kirchgang marschieren sie auf, der Chor der Kornette zur linken, der Chor der Posaunen zur rechten Seite, der Hauptchor im Zentrum. Es hätte der «Drummer Boy» sein können, aber es ist Händels «Tochter Zion» im Stile der Barockmusik.

Gekonnt dirigiert

Diesem Auftakt folgen acht weitere Werke, alle sorgfältig erarbeitet und abwechslungsreich gestaltet. Und sehr erfreulich: Die Lautstärke, oft kräftig und bestimmt, hat auch diesmal nicht überbordet. Dirigent Walo Schönbächler führt seine Mannschaft ruhig und gekonnt durch die Notenwelt, die sich feierlich und festlich präsentiert. Viel Abwechslung bieten während dieser Stunde zudem die zahlreichen Soloeinlagen. Auch dieses Jahr erhalten vier Jungbläser die Möglichkeit zum Auftritt. Dabei bringt das Blockflötentrio einen besonderen Klangtupfer in die Brass-Band-Welt.

Viel Bezug zu Weihnachten

Mehrere Titel richten das Augenmerk eindeutig auf Weihnachten. Dabei hat «Feliz Navidad», der bekannte Ohrwurm von José Feliciano, mit seiner schwungvollen Gestaltung nicht zuletzt auch den jungen Zuhörern gefallen. Mit «There is a Green Hill Far Away» prä sentiert sich eher ungewohnte irische Musik zum Geniessen. Im Notizbuch finden sich die Einträge: gefühlvolle Stimmungsmomente, gewaltiges Tutti, guter Klang. In «A Christmas Celebration!» verstecken sich acht Weihnachtslieder und die Frage: Ach wie heissen sie schon wieder?

Schneewalzer

Grossen Applaus erntet der bekannte «Schneewalzer». Ob es die schwungvolle, fröhliche Interpretation oder der Blick nach draussen ist, das sei dahingestellt. Als Zugabe gibt es mit «Jingle Bells» ein weiteres, gern gehörtes Winterlied. Das «Stille Nacht» stimmt die Gedanken vollends auf die kommende Weihnacht ein. Lang anhaltender Applaus dankt den Musikanten für ihren Auftritt. Und nach zahlreichen Verbeugungen wünscht der ganze Verein im Chor: fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr! Mit dieser sympathischen Geste im Ohr geht man fröhlich von dannen. Das Willerzeller Adventskonzert ist einfach etwas anders.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.12.2014

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schwyzkultur.ch/9j94qZ