Komiker Martin Schury macht sich im Dorfgaden Gedanken über die Ordnung. Bild Paul A. Good
Komiker Martin Schury macht sich im Dorfgaden Gedanken über die Ordnung. Bild Paul A. Good

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«Fleckmatiker» und Unordnung im Dorfgaden

Am Samstagabend war Martin Schury mit seinen PhilharComikern im Dorfgaden Altendorf zu Gast. Sie zeigten mit ihrer Show «Alles in Ordnung?», dass Ordnung das halbe Leben ist. Und die andere Hälfte?

Mit ihrem Programm «Alles in Ordnung?» beschäftigten sich Martin Schury und seine Kollegen fantasievoll und mit schon fast perverser Interpretation mit verschiedenen Begriffen des täglichen Lebens. Das begann in ihrer Darbietung vom Samstagabend im Dorfgaden in Altendorf schon mit dem Bühnenbild. Dinge des täglichen Haushalts wie schmutzige Kleider, Geschirr und Haushaltgeräte beherrschten die Szenerie und erweckten den Eindruck des Noch-nicht-bereit-Seins, der Unordnung – kein Zuschauer wäre auf den Gedanken gekommen, dass diese Unordnung am Ende in Ordnung kommen könnte.

Wer ist Herr der Ordnung?

Die Kardinalsfrage, wer eigentlich im Haushalt für die Ordnung zuständig ist, wurde gleich zu Beginn in prosaischer Form gestellt und – wie es zu erwarten war – nicht abschliessend beantwortet. Diese Frage nach der Ordnung zog sich durch das ganze Programm. Es war fantastisch, wie die vier Protagonisten mit ihren Wortspielereien und der oft auch tiefgründigen Wortakrobatik, bei der sich besonders Martin Schury hervortat, die Zuhörer in ihren Bann zogen. Aber nicht nur die Texte, auch die Wortwahl im badischen Akzent brachte das Publikum zum Lachen. So wurde zum Beispiel aus einem Fleck ein «Fleckmatiker» oder ein «Fleckomat».

Alles und alle in Schublade stecken

Die Unordnung in den Schubladen leitete über zu der philosophischen Frage, ob wir nicht die Tendenz haben, andere Leute in eine Schublade zu stecken, die ihnen nicht gerecht wird und nicht ihrem wahren Wesen entspricht. Dass alle vier Komiker Multitalente sind, bewiesen sie an diesem Abend mehrmals. Andreas Speck an Flügel, Tuba und Akkordeon, Fabian Gromann am Schlagzeug und weiteren Instrumenten und Reiner Schimmel an verschiedenen Gitarren sorgten ohne Playback für den richtigen Ton und Sound. Was wohltuend auffiel: die Wortspielereien waren nie plump oder einfach dahergesagt, manchmal einfach humorvoll, vielfach aber sehr tiefsinnig und ein Abbild des banalen täglichen Lebens. Der Kulturkommission Altendorf ist es gelungen, mit diesem Ensemble den Zuhörern einen äusserst unterhaltsamen Abend zu bieten.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Paul A. Good)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

23.05.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/hc6qAx