Zu Gründerzeiten und noch viele Jahre danach spielte keine Frau in den Reihen der Feldmusik mit. Heute macht der Frauenanteil rund die Hälfte aus. Weiter sei der recht jugendliche Altersdurchschnitt erwähnt. Bild Franz Kälin
Zu Gründerzeiten und noch viele Jahre danach spielte keine Frau in den Reihen der Feldmusik mit. Heute macht der Frauenanteil rund die Hälfte aus. Weiter sei der recht jugendliche Altersdurchschnitt erwähnt. Bild Franz Kälin

Nachrichten

FM Bennau: 80 Jahre jugendliche Frische

Die Feldmusik Bennau bewies an ihrer Geburtstagsparty, dass 80 Jahre längst nicht «alt sein» bedeuten muss. Das anspruchsvolle Musik- programm zeigte jugend- liche Frische und Spielfreude – vor allem im zweiten Teil.

80 Jahre sollen gefeiert werden, «surprise» – Überraschung – war angesagt. Nimmt man die Rahmenhandlung zum Massstab, haben sich tatsächlich einige Überraschungen am Abend offenbart: Geschenktüten mit süssem Inhalt, eine Tisch- und Stuhlordnung der eher unüblichen Art, Tischbomben und Cüpli, der Verzicht auf Vereinsbar und -kaffeestube. Für die – hochstehende – Unterhaltung sorgt die Jubilarin gleich selbst. Bezüglich musikalischer Leistung hat sich glücklicherweise nichts Überraschendes eingestellt. In gewohnt solider Verfassung hat die Feldmusik Bennau ein gehaltvolles Musikprogramm in jugendlicher Frische vorgelegt und damit schwungvoll ihre neunte Dekade eingeleitet.

Das Sinfonieorchester Bennau

Zigeunerbaron, Nabucco, leichte Kavallerie – im ersten Teil bringt das Programm «klassische Musik». Unter der sicheren Stabführung von Ernst May lassen die gut sechzig Musikanten die Unterhaltungsmusik des 19. und 20. Jahrhunderts aufleben. Der Glamour aus Operetten- und Opernwelt wird meist überzeugend und eindrücklich interpretiert. Der Korpsklang erweist sich auch an diesem Abend sehr homogen. Allerdings lässt der Einzugsmarsch des Zigeunerbarons den Wiener Schneid vermissen. Und den beiden Ouvertüren fehlt ein wenig die Leichtigkeit, dafür strahlen die Tuttistellen dank sicher stützenden Trompeten. Stets sorgt das Klarinettenregister für den weichen Klang, der dieser Art Musik die Grundlage gibt. Gesamthaft, findet der Schreibende, ist der dynamische Bogen auch schon weiter gespannt gewesen als an diesem Abend. In diesem Programmteil hat sich auch ein Originalblasmusikwerk eingereiht. Hier kann die Feldmusik ihr ganzes «Blasorchester»-Feeling ausspielen. Dirk Brossé hat, basierend auf «Happy Birthday», verschiedenste Charakterzüge seines Vaters eingefangen. Eine äusserst gelungene Komposition dieses «Il Signor Brossini»!

«Musik ist meine Liebe»

Nach dem «klassischen» ersten nun der «moderne» zweite Teil. Mit Hommagen an «Earth, Wind and Fire», auf Filmmusik aus dem Hause Walt Disney, die Piraten der Karibik und die Musik spannen die Bennauer einen weiten Bogen, der beim Publikum Anklang findet. Doch sind diese zeitgenössischen Werke keineswegs billige Unterhaltungsmusik. L aut Ansager Lukas Kauflin soll Komponist John Miles gesagt haben «Musik ist meine Liebe». Musik lieben auch die Feldmusikanten und überzeugen mit der guten Wahl dieser Arrangements. Herrlich das Oboensolo im ersten Teil von Miles' «Music», einfach witzig der Schluss von «The Incredibles». Peter Kleine Schaars präsentiert in seinem Arrangement zu «The Best of Earth, Wind and Fire» wilde Musik der Siebzigerjahre, und in «Pirates of the Caribbean» fallen die gut herausgearbeiteten Themen und Stimmungsbilder auf. Diese Art der Musik macht wohl den Bennauern Spass, sie zeigen ihr Können bei diesen populären Titeln wesentlich befreiter.

Partytime mit Tischbomben

Der bekannte Marsch «Alte Kameraden» leitet zur Geburtstagsparty über. Zusammen mit dem Geburtstagsmarsch von Hans Moeckel, Tischbomben und Cüpli (für die einen) erinnert der Marsch von Carl Teike an die Erfolgsgeschichte der 80 Jahre jungen Feldmusik Bennau. D ie folgende Partytime entpuppt sich sogar für die älteren Besucher als angenehm. Denn für einmal versteht es der DJ – DJ Thaler –, seine Gäste mit einer bunten Musikmischung zu unterhalten, ohne den Lautstärkehebel auf volle Pulle zu schieben. So können Jung und Alt den Abend gemeinsam geniessen. G lücklich zeigt sich auch die Präsidentin. Karin Theiler meint, es mache «riesig Freude», vor so vollem Saal zu spielen. Wie werden sich die Musikanten erst freuen, wenn sie im Januar kommenden Jahres vor insgesamt einigen Tausend Zuhörern zu den «festlichen Neujahrskonzerten» der Schwyzer Kantonalbank aufspielen!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.11.2012

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