Die überzeugende und dynamisch nuancierte Spielweise des Orchesters überzeugte das zahlreich erschienene Publikum. Bild Franz Kälin
Die überzeugende und dynamisch nuancierte Spielweise des Orchesters überzeugte das zahlreich erschienene Publikum. Bild Franz Kälin

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Frühlingshafte Klänge im Kloster Au

Im Rahmen des zweiten Schwyzer Kulturwochenendes lud der Orchesterverein Einsiedeln zum Frühjahrs- konzert ins Kloster Au. Höhepunkt waren die zwei Oboenkonzerte mit der grossartigen Solistin Yoko Jinnai.

Eröffnet wurde das vorabendliche Konzert mit der Ouvertüre zu «Il sogno di Scipione» von Wolfgang Amadeus Mozart. In dieser Ouvertüre zu einer einaktigen Serenata Mozarts erfreute das knapp dreis-sigköpfige Orchester bereits mit einem ausgewogenen Orchesterklang.

Ruth Thalmann begrüsste

Im Anschluss daran begrüsste die Präsidentin des Orchestervereins, Ruth Thalmann, die Konzertbesucher auf sympathische Art und Weise und zeigte sich gleich hocherfreut über den grossen Publikumsaufmarsch – sogar der Chorraum war bis auf den letzten Platz besetzt. In ihrer kurzen Einführung gab sie einige Informationen zum bevorstehenden Programm und zur Solistin bekannt. Danach folgte bereits der erste Höhepunkt des Vorabends: Das Konzert für Oboe und Streichorchester in d-Moll Op. 9, Nr. 2 des italienischen Komponisten Tomaso Albinoni. Den Solistenpart übernahm die aus Japan stammende Yoko Jinnai, eine gefragte Kammermusikerin und Solistin, die seit vergangenem Sommer unter anderem auch an der Musikschule Einsiedeln unterrichtet. Jinnai glänzte im ersten und dritten Satz dieses Barockwerks mit unglaublicher Leichtigkeit und wunderbarer Tongebung. Die langen Melodiebögen im zweiten Satz wurden sehr gefühlvoll und mit ganzer Leidenschaft interpretiert.

Höhepunkte aneinandergereiht

Als kurze Abwechslung vor dem nächsten Solokonzert gelangte das Allegro aus Albinonis Sinfonia in G-Dur zur Aufführung. Im nächsten Werk, dem romantischen Konzert für Oboe und Streichorchester in Es-Dur des Italieners Vincenzo Bellini, wartete ein weiteres Hörvergnügen auf die Zuhörer. Auffallend war auch hier die Virtuosität, mit der die Solistin musizierte. Äusserst spielerisch und brillant erklangen die anspruchsvollen technischen Passagen; einfühlsam und ausdrucksstark war die Gestaltung des zweiten Satzes, des Larghetto cantabile. In beiden Werken wurde die Solistin dezent vom Orchester begleitet.

Einstündiger Konzertabend

Den Abschluss des rund einstündigen Konzertabends bildete die Sinfonia in D-Dur Op. 18, Nr. 4 von Johann Christian Bach. In diesem dreisätzigen Werk des jüngsten Bachsohns spielten die zahlreichen Bläser eine tragende Rolle: Ob Flöten, Oboen, Fagott, Waldhörner oder Trompeten, alle kamen zu ihren solistischen Einsätzen, sei es im lebhaften ersten Satz, im eher ruhigen Andante oder im beschwingten Rondo des dritten Satzes. Die überzeugende und dynamisch nuancierte Spielweise des Orchesters stellte auch hier kleinere Intonationstrübungen bei den Streichern in den Hintergrund. Mit ihrer grossen Spielfreude vermochten die Musiker, unter der gewohnt ruhigen und sicheren musikalischen Leitung von Lucia Canonica, die Wintermüdigkeit beim Publikum zu vertreiben und diese trotz misslicher Wetterverhältnisse etwas in Frühlingsstimmung zu versetzen. Der Gang ins idyllisch gelegene Kloster Au hat sich gelohnt! Die Konzertbesucher belohnten die tolle Gesamtleistung und die Leistung der herausragenden Solistin mit langanhaltendem Applaus und verlangten nach einer Zugabe, welche das Orchester sehr gerne gewährte.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.04.2012

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schwyzkultur.ch/YDQB7E