Die Musikgesellschaft Egg überraschte und begeisterte das Publikum. Bilder Franz Kälin
Die Musikgesellschaft Egg überraschte und begeisterte das Publikum. Bilder Franz Kälin
Jodelgesang und Blasmusik passen zusammen. Das bewies der Jodlerklub Ybrig.
Jodelgesang und Blasmusik passen zusammen. Das bewies der Jodlerklub Ybrig.

Nachrichten

Gegensätze musikalisch vereint

Ein Kirchenkonzert im Advent ist immer etwas Besonderes. Ganz besonders traf dies auf die Egger Musikgesellschaft zu.

Mit der dynamischen, 2010 geschriebenen Komposition «The Essence of Music» von Sven van Calster hat die Musikgesellschaft Egg unter der Leitung von Cornelia Schnider ihr diesjähriges Kirchenkonzert sehr energiereich, aber ebenso gelungen eröffnet. Nach der kurzen, herzlichen Begrüssung durch Präsident Pius Dörig übernahm Sonja Ganahl das Mikrofon und führte gewohnt gekonnt und informativ durch das abwechslungsreiche Konzertprogramm.

Ein begnadeter Komponist

Als nächstes entzückten die Egger Musikantinnen und Musikanten das zahlreich erschienene Publikum mit der romantischen «Seagate Overture» von James Swearingen. Der begnadete Komponist und Arrangeur ist für seine romantischen Werke bekannt. Mit «Highland Cathedral» folgte ein herrlicher Abschluss des ersten Teiles, geleitet von einer souveränen Cornelia Schnider. Die schöne sehr oft gespielte «Finale-Melodie» war übrigens am berühmten Edinburgh-Military-Tatoo als Abschlussmelodie zu hören.

Neue Fans gewonnen

Abgelöst wurde die Egger Musik durch den Jodlerklub Ybrig unter der Leitung von Rita Ehrler. Wer die Ybriger Jodler kennt der weiss, dass diese die gekonnte Vorgabe der Egger Blasmusiker annahmen, und auf ebenso hohem Niveau singen und jodeln. Das Jodellied «Herrgott, hesch du d'Wält schön gmacht» von Reto Stadelmann, mit der stimmgewaltigen Jodlerin Astrid Bellmont, bot dem Publikum Jodelgesang vom Feinsten. Und auch der «Alpjutz» von Robert Fellmann wurde ebenfalls herrlich vorgetragen. Darauf folgte das auch inhaltlich ergreifende Jodellied «Ä liebä Gedankä», oder konkreter, «Wän am Morgä dä Tag afad, eifach nur ä liebä Gedankä». Es waren Jodel und Jodellieder zum Geniessen. Der Jodlerklub Ybrig, unter der Lei-tung von Rita Ehrler, hat bei seinem Auftritt in Egg bestimmt zusätzliche Fans gewonnen.

Ein gemeinsamer Leckerbissen

Die «Jodelphonie Nr. 2», für Jodelchor und Blasorchester, von Emil Wallimann, vom Jodlerklub Ybrig und der Musikgesellschaft Egg hervorragend interpretiert, ausgezeichnet gesungen und gespielt, war ein Leckerbissen der besonderen Art. Das Konzertpublikum war von allen Akteuren hingerissen und begeistert. Orchestrale Blasmusik und Jodelgesang, das passt ja eigentlich wirklich nicht zusammen, glaubten wohl vorgängig die meisten der anwesenden Jodel- oder Blasmusikliebhaber. Dass das sehr wohl zusammenpasst, dass es genau dieser musikalische Kontrast ist, der beide Gruppen so begeisterte, lag natürlich sehr stark an der hohen Qualität des Gebotenen, der Jodler sowie der Bläser. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass nur drei gemeinsame Proben stattfanden, ist das nur mit professionellem Einsatz jedes Einzelnen zu bewerkstelligen. Das fachkundige Publikum war jedenfalls hell begeistert. Emil Wallimann, Komponist von «Jodelphonie Nr. 2», versteht sich als Vermittler zwischen den zwei Sparten Jodel und Blasmusik, und mit diesen Kompositionen schaffte der 1957 geborene Obwaldner im Jahre 2000 auch den endgültigen Durchbruch.

Glückliches Lächeln entlocken

Der dritte Teil des Konzertes gehörte dann wieder unbestritten den Egger Musikantinnen und Musikanten. Und zwar mit dem toll gespielten Medley «Adele in Concert», arrangiert von Michael Brown, mit «Rolling in The Deep, Someone Like You, und Set Fire To The Rain». Den Abschluss machte «The many Sounds of Christmas» von James Swearingen. Es ist die wunderbare Anordnung weihnachtlicher Favoriten, in ein musikalisches Paket verpackt, das dem Publikum ein glückliches Lächeln entlocken soll, und dies auch zweifelsohne geschafft hat.

Natürlich durfte als Zugabe das geliebte «Stille Nacht, Heilige Nacht» nicht fehlen. Es ist das jeweilige Sahnehäubchen, das die Besucher des Kirchenkonzertes glücklich und zufrieden nach Hause entlässt. Im Bewusstsein, einen unvergesslichen, wunderschönen Musik- und Jodelabend erlebt zu haben.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.12.2013

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schwyzkultur.ch/NpayqA