Musiklehrer im Mittelalterkostüm und mit Fidel: Christoph Mächler trat am Wochenende im Rahmen des SRF-1-Mittelalterprojekts auf der Neu-Bechburg ob Oensingen auf. Bild Frieda Suter
Musiklehrer im Mittelalterkostüm und mit Fidel: Christoph Mächler trat am Wochenende im Rahmen des SRF-1-Mittelalterprojekts auf der Neu-Bechburg ob Oensingen auf. Bild Frieda Suter

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«Ich bin mehr der Sänger als der Krieger»

Im Alltag arbeitet Christoph Mächler als Musiklehrer an den Sek Eins Höfe-Standorten Leutschen in Freienbach und Riedmatt in Wollerau. Zweites Standbein ist aber nach wie vor das Leben als selbstständiger Musiker.

Mit Christoph Mächler sprach Frieda Suter

Frieda Suter:Musik ist schon lange Ihr Lebensinhalt. Was macht daran am meisten Freude?

Christoph Mächler:Die Vielfalt der Möglichkeiten und der direkte Zugang mitten in die Herzen der Beteiligten.

Sie treten im Christoffelkonsort in verschiedenen Besetzungen und Rollen auf.

Als Christoffel der Jüngere erzähle ich von der Blüte und dem Niedergang der in ganz Europa ebenso begehrten wie gefürchteten eidgenössischen Söldnerkontingente. Meine personifizierte Geschichtsschreibung beginnt mit den Ruhmestaten gegen Karl den Kühnen und endet mit der Reformation und dem Anfang der Renaissance. Für die grossen Schweizer Epen in den Urtexten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts habe ich seriös recherchiert, Instrumente und auch Gewandung entsprechen der Zeit.

Sie singen von den Heldentaten der Reisläufer, dem Leben des Minnesängers, oft mit schwarzem Humor und auch mal unflätig.Sind Sie mehr Krieger oder Sänger?

Obwohl ich sportlich Schwertkampf betreibe, ganz klar mehr Sänger als Krieger. Als Christoffel spreche ich vom Kind bis zum Historiker jedes Publikum an. Die Abenteuer finden je nach dem weniger im Felde als in Schenken und auf Laubsäcken statt.

Vom Sauflied bis zum Kirchenkonzert?

So erkläre ich mein Repertoire, das ohne Wiederholungen weit mehr als vier Stunden füllt. Christoffel ist nicht nur der Söldner, der im Gewaltrausch seine Seele verkauft hat. Wenn er zum Einschlafen Wein trinken muss, weil ihn all das Erlebte nicht mehr loslässt, zeigt sich sein weicher Kern.

Gibt es noch andere Musikstile oder Projekte, die Sie regelmässig pflegen?

In Sachen Musik kenne ich weder Berührungsängste noch Grenzen. Von meinem Vater und seiner Familie habe ich die Liebe zur Volksmusik geerbt. Das führte bekanntlich dazu, dass ich einige Jahre in der Kapelle von Carlo Brunner mitwirkte. Mit meinen Geschwistern gab es ein Pop-Projekt, das viel Freude machte und ich spiele auch in der Hanneli-Musik.Wer mehr wissen will, schaut auf www.minne sang.ch oder kommt am 16. oder 17. September ans Zuger Altstadtfest.

Welche Musik bringen Sie als Musiklehrer in Wollerau und Freienbach den Oberstufenschülern näher?

In erster Linie will ich ihnen die Liebe zur Musik vermitteln. Es muss zwar ein gewisses Mass an Grundbildung dabei sein, aber wir verbringen sicher die Hälfte der Zeit mit Singen.

Mit welchem Instrument haben Sie ihre Musikerlaufbahn angefangen und wie viele Instrumente beherrschen Sie heute?

Angefangen habe ich mit der Trompete im Musikverein Wangen. Über Gitarre, Bass, Klavier, Latin- und andere Perkussionsinstrumente sowie Gesang und eine ganze Reihe Mittelalterinstrumente sind es inzwischen mehr als 20.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Frieda Suter)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.07.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/aLQcMT