Neben Delio Malär stehen noch drei weitere junge Schauspieltalente bei «Mein Name ist Eugen» auf der Bühne. Von links: Sebastian Muri (Eduard), Delio Malär (Wrigley), Remo Traber (Bäschteli), Jan Simon Messerli (Eugen). Bild Christian Knecht, vasist
Neben Delio Malär stehen noch drei weitere junge Schauspieltalente bei «Mein Name ist Eugen» auf der Bühne. Von links: Sebastian Muri (Eduard), Delio Malär (Wrigley), Remo Traber (Bäschteli), Jan Simon Messerli (Eugen). Bild Christian Knecht, vasist

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«Ich habe schon immer gerne gespielt»

Delio Malär, ein Nachwuchstalent aus Samstagern, spielt im neuen Musical «Mein Name ist Eugen» Wrigley, eine der Hauptrollen.

Ein Junge steht auf der Bühne,das Licht des Scheinwerfers ruht auf ihm alleine. Er grinst bis über beide Ohren. Vorgestellt wird er als Wrigley, Eugens bester Freund im kürzlich gestarteten Musical «Mein Name ist Eugen». «Eigentlich heisst er Franz, aber nur seine Eltern nennen ihn so»,sagt Eugen auf der Bühne.Und die berühmte Schweizer Geschichte von den vier Lausbuben aus Bern, die aus dem Pfadilager abhauen, nimmt ihren Lauf.

Von Samstagern nach Hamburg

Delio Malär, ein Schauspiel-Nachwuchstalent aus Samstagern, spielt den quirligen, 13-jährigen Wrigley, der für immer ein Lausbub bleiben will, genauso wie sein grosses Vorbild Fritzli Bühler. Seine Theateranfänge feierte der 24-Jährige im Jahr 2006 an der Stiftsschule Einsiedeln. Auch heute schaut er noch gerne bei seiner ehemaligen Schule vorbei und besuchte sogar die Proben zum diesjährigen Theaterstück. Nach der bestandenen Maturaprüfung zog es den Jungschauspieler an die Schule für Schauspiel Hamburg. «Diese Stadt war wie eine andere Welt, ein kreativer Pool, in dem ein freies Lebensgefühl herrscht und die Leute richtig Lust auf Theater haben», schwärmt Malär. Als Musiker auf der Strasse und in Bars unterwegs, wurde er für das Erfolgsstück «Backbeat – Die Beatles in Hamburg» entdeckt. Einen Tag vor dem Probebeginn habe der Samstagerer vorsprechen können und wurde sofort für die Rolle als Paul McCartney engagiert. Dort spielte er live Rock‘n’Roll und liess zusammen mit seinen Bühnenkollegen die Beatles wieder aufleben. Auch für TV-Produktionen stand Malär schon mehrmals vor der Kamera. So zum Beispiel für die ZDF-Serie «Heldt», und auch bei «Die Pfefferkörner» spielte er schon mehrere Episodenhauptrollen. Delio Malär spielt jedoch nicht nur Musik und Theater, er hat auch selbst schon ein Musical geschrieben: «Auf alten Pfannen lernt man kochen». Das Stück wird in diesem Sommer in Hamburg aufgeführt.

Der Weg zurück in die Schweiz

An die Rolle als Wrigley bei «Mein Name ist Eugen», kam der 24-Jährige durch einen Auftritt in Hamburg. Dominik Flaschka, der Regisseur des Berner Theaterstücks, war mit Monty Python’s «Spamalot» in Hamburg unterwegs und wurde von einem Schauspielerkollegen Malärs zur Dernière von «Backbeat» im Sommer 2014 eingeladen. «Nach der Aufführung fand Flaschka, dass der Schauspieler von Paul McCartney perfekt zur Rolle von Wrigley passen würde, nur schade, dass er kein Schweizer sei», erzählt Malär. Als sie einander vorgestellt wurden und sich herausstellte, dass er doch Schweizer ist, wollte Flaschka ihn unbedingt mit dabei haben. Mittlerweile ist die Schauspielschule in Hamburg abgeschlossen und das Nachwuchstalent zurück in der Schweiz. Rund zwei Monate wurde für das neue Musical geprobt, das Anfang März in Zürich seine Premiere feierte. Mit diesem Musical kam eine neue Herausforderung auf den jungen Schauspieler zu, denn erstmals war er Teil eines richtigen Musicals, das Beatles-Stück war eher ein Sprechtheater mit viel Live-Musik und kein klassisches Musical. «Aber dieser Herausforderung habe ich mich gerne gestellt», so Malär. Ein kleiner Lausbub war Delio Malär als Kind schon: «Als kleiner Junge spielt man nicht bewusst einen Streich, man hat immer eine klare Begründung, wie zum Beispiel Ungerechtigkeiten auszugleichen sind.»

In andere Rollen schlüpfen

Schon immer habe er gerne gespielt, auch schon als Kind. Die Schauspielerei sei für ihn ein Spiel, in dem man in andere Rollen schlüpfen, andere Charaktere erfassen und spannende Geschichten erzählen könne. Alles sei erlaubt, das liebe er so daran, sagt Malär. Auch von Lampenfieber blieb Delio Malär bisher immer verschont: «Ich hatte nie Hemmungen,vor Leuten aufzutreten. Eine Aufregung ist immer mit dabei, wird aber von der Spielfreude sogleich wieder verdrängt.» Erst kürzlich fand er in einem alten Freundebuch den selbst geschriebenen Satz: «Ich will einmal Sänger werden». Erst später wurde ihm bewusst, dass man Schauspielerei durchaus mit der Musik verbinden kann und er schlug fortan diesen

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

16.03.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/1yvfwh