Früher hat sie Farbe ins Brot geknetet, heute kreiert sie bunte Bilder und Objekte: die Schindellegler Künstlerin und Maltherapeutin Romy Raveglia. Bild: www.romy-raveglia.ch
Früher hat sie Farbe ins Brot geknetet, heute kreiert sie bunte Bilder und Objekte: die Schindellegler Künstlerin und Maltherapeutin Romy Raveglia. Bild: www.romy-raveglia.ch

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«Ich war schon als Kind sehr bunt»

Romy Raveglia aus Schindellegi ist Künstlerin mit Leib und Seele. Warum sie sich ein Leben ohne Farben gar nicht mehr vorstellen kann und weshalb der Sommer ihre liebste Jahreszeit ist, verrät sie im Interview.

mit Romy Raveglia sprach Michèle Fasler

Sie bieten mit der Frauenberatung des Kantons Schwyz einen Malkurs zum Thema «Frau-Sein» an. Was dürfen die Teilnehmerinnen erwarten?

Frauen bestehen nicht nur aus «Füdli» und Busen. In meinem Kurs können die Teilnehmerinnen ihre Gefühle ausdrücken und zu Papier bringen. Wichtig ist mir, dass die Frauen sich selbst wertschätzen.

An wen richtet sich der Kurs?

Alle Frauen,die sich angesprochen fühlen, sind bei mir herzlich willkommen. Egal, ob sie 18 oder 80 Jahre alt sind. Weshalb ist Ihnen das Thema Frau so wichtig? Weil ich der Meinung bin, dass zwar viel von Frauenbewegung geredet wird, wir Frauen aber noch immer mit den gleichen Themen beschäftigt sind wie vor 50 Jahren. Wir haben noch lange nicht dieselben Rechte wie Männer – und wir verdienen immer noch nicht dasselbe Gehalt. Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht.

Die Frauen dürfen bei Ihnen also aus dem Vollen schöpfen, malen und kreativ sein. Was bedeutet Ihnen Farbe?

Leben, Weiblichkeit und Wohlbefinden. Ich liebe es bunt – mit möglichst vielen Farbtupfern. Deshalb ist der Sommer auch meine liebste Jahreszeit, dann kleiden sich alle Leute so wunderbar fröhlich und farbenfroh.

Haben Sie eine Lieblingsfarbe?

Das ist ganz von der Jahreszeit abhängig. Im Sommer bevorzuge ich kühlere Töne, im Winter warme Farben. Aber eigentlich liebe ich sie alle.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen? Ursprünglich sind Sie ja gelernte Kauffrau …

Mit 28 Jahren bin ich an Lungenkrebs erkrankt. Damals habe ich gelernt, mich und meine Emotionen mit Farben auszudrücken. Ich habe mir quasi die Maltherapie selbst beigebracht. Ich war jedoch schon als Kind sehr bunt, kreativ und erfinderisch. Meine Mutter ist wegen mir fast verzweifelt, weil ich immer alle möglichen Farben ins Brot geknetet habe (lacht schallend).

Könnten Sie ohne die Kunst, das Malen und Gestalten noch leben?

Das wäre für mich unvorstellbar. Die Kunst, Formen und Farben sind mein Lebensmittelpunkt.

Was macht Romy Raveglia, wenn sie mal nicht den Pinsel schwingt?

Dann krault sie ihren Kater Hotzenplotz und heckt die nächste Idee aus.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Michèle Fasler)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

22.07.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/akJxQU