Aus der Feder von Bernadette Rickenbacher stammen pfiffige Kinderlieder, deren Melodien ins Ohr gehen.  Bild Guido Bürgler
Aus der Feder von Bernadette Rickenbacher stammen pfiffige Kinderlieder, deren Melodien ins Ohr gehen. Bild Guido Bürgler

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Kinderlieder aus dem Bergdorf

Bernadette Rickenbacher ist Kindergärtnerin, Naturfreundin und eine Familienfrau – und schreibt kurze, einfache, fröhliche Lieder mit eingängigen Melodien.

Bernadette Moos wurde 1964 im Tessin geboren.Als sie vier Jahre alt war, zog die Familie nach Goldau, wo sie den Rest ihrer Kindheit verbrachte. Die Eltern machten selbst keine Musik, erlaubten ihren Kindern jedoch, Instrumentenunterricht zu nehmen. So lernte Bernadette in der ersten Klasse von ihrem Lehrer, Melodica zu spielen. Ab der dritten Klasse nahm sie Klavierunterricht. Mit 13 Jahren kreierte sie erstmals ein Klavierstück. Sie besuchte später das Kindergärtnerinnenseminar im Theresianum Ingenbohl, wo sie zudem Blockflöte und Orgel spielte. Zusätzlich spielt sie noch Gitarre für den Hausgebrauch.

Illgau – Liebe auf den ersten Blick

Während ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin hatte Bernadette Moos ein Praktikum in Illgau zu absolvieren.Das herbstliche Illgau gefiel ihr dermassen, dass sie sich wünschte, in diesem Dorf zu wohnen. Nach ihrer Ausbildung erhielt sie tatsächlich die Stelle als Kindergärtnerin in Illgau. Rund zehn Jahre behielt sie diese Stelle – dem Ort ist sie bis heute treu geblieben. Als Kindergärtnerin schrieb sie immer mehr eigene Lieder und Singspiele, welche sie in den Unterricht einbrachte.

Familienfrau geworden

Die junge Frau heiratete den Einheimischen Peter Rickenbacher.Das Ehepaar hat vier Töchter im Alter von 11 bis 20 Jahren. Da sich ihr Musiktalent in Illgau herumgesprochen hatte, wurde sie von einer Katechetin angefragt, ob sie eine Kindermesse schreiben könnte. Es entstand die «Illgauer Chindermäss », welche 2002 auf CD erschien. Die Messe eignet sich für Kinder von fünf bis neun Jahren. Bernadette Rickenbacher hatte zu diesem Zeitpunkt ihren typischen Stil gefunden: kurze, einfache, fröhliche Lieder mit eingängigen Melodien. Das Werk verbreitete sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda und wird in der ganzen Deutschschweiz gesungen. Dazu wurde eine Übersetzung ins Rätoromanische gemacht. Kürzlich schrieb sie auf Anfrage eine zweite «Illgauer Chindermäss», die ideal ist für die Erstkommunion.

Als Bernadette Rickenbacher eine Zusatzausbildung zur Unterstufenlehrerin machte, entstand als Diplomarbeit die CD «Bewegungslieder Flippig » mit Liedern für die Primarschule. Etwa im Zweijahresrhythmus entstanden fortan neue CDs, unter anderem die «Illgauer Jugendmäss» für Firmung und Konfirmation,oder «Schtimmigsvolli Wiehnachtszyt» mit Chlaus-, Advents- und Weihnachtsliedern.

Kindern die Tierwelt zeigen

Wie wichtig Landschaft und Leute von Illgau für Bernadette Rickenbachers Kunst sind, sei am Entstehen der CD «Mundart Tierlieder» von 2012 gezeigt. Bernadette bewegt sich gerne draussen in der Natur oder beobachtet Tiere und Pflanzen. Das brachte sie auf die Idee der Tierlieder. «Ich merkte, dass viele Kinder eher exotische Tiere wie Löwe und Elefant kennen statt einheimischen Mitbewohner. Sie schrieb Text und Melodie für 23 Lieder über Hirsch, Frosch, Marienkäfer, Schwein, Katze und Co. Wie immer waren Töchter und Ehemann die ersten Kritiker und Mitarbeiter des neuen Projektes. Der Brunner Komponist Hansjörg Römer arrangierte die Musik.

Als Nächstes wurden Freiwillige aus der Kreativ-Crew des Dorfes aufgeboten. Gegen 20 Kinder und einige Erwachsene übten die Solo- und Chorlieder ein, dirigiert von Rickenbacher. Für das Abmischen und Mastern war Heinz Betschart zuständig. Parallel entstand das Liederheft mit den Noten von Bernadette, den Tiergeschichten von Alfred Betschart und den Illustrationen von Corinne Heinzer.

Ideen kommen «von oben»

Fragt man Bernadette, woher ihre Ideen kommen, antwortet sie: «Von oben.» Sie sieht ihr Talent als eine Gabe,und man spürt,dass ihr Glauben und christliche Werte wichtig sind. Oft kommen ihr Einfälle, wenn sie am Wandern oder Rollski fahren ist. Hat sie einen Zettel und einen Stift dabei, schreibt sie diese gleich auf. Improvisieren am Klavier ist eine weitere Inspirationsquelle.

Ideen sind allerdings erst der Anfang einer Komposition, der Rest bedeutet viel Arbeit. Rickenbacher kann aber auch gezielt ans Klavier sitzen mit dem Ziel, etwas Bestimmtes zu schre

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/3XMquj