Graziella Contratto und Giovanni Bria begeben sich auf Spurensuche in Frankreichs Musik. Bild Irene Lustenberger
Graziella Contratto und Giovanni Bria begeben sich auf Spurensuche in Frankreichs Musik. Bild Irene Lustenberger

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«La France» liegt am Zürichsee

Mit dem Eröffnungskonzert am Sonntag startet der diesjährige Musiksommer. Die 17. Ausgabe läuft unter dem Motto «La France en couleur» und wartet erstmals mit einem Kolloquium auf. Höhepunkt ist das von Giovanni Bria dirigierte Cellokonzert von Joachim Raff.

Leben wie Gott in Frankreich – gutes Essen, edle Manieren, stilbildende Mode, brillante Denker, imposante Architektur und hochsensible Malerei – unser westliches Nachbarland bietet einiges für ein fürstliches Leben in Schönheit. Der Musiksommer 2012 begibt sich auf Spurensuche, forscht nach den Farben, Strukturen, Rhythmen und Timbres in Frankreichs Musik und berührt unzählige Epochen der französischen Musikgeschichte. Wie immer lädt der Musiksommer Schweizer und internationale Künstlerinnen und Künstler ein, fördert Nachwuchsmusiker und mischt Kammermusik mit Orchesterliteratur.

Barocke Musik und Chansons

Die beiden künstlerischen Leiter des Musiksommers, die Schwyzer Dirigentin Graziella Contratto und Initiant Giovanni Bria, stellten am Dienstag in Zürich das diesjährige Programm vor. Es beginnt übermorgen Sonntag im Schloss Rapperswil. Für das Eröffnungskonzert engagierten Contratto und Bria eines der renommiertesten Barockorchester der Schweiz, das Capriccio Barockorchester aus Basel, das französische Ouvertüren und Suiten zum Besten geben wird. Am 23. Juni findet erneut ein Konzert im Schloss Rapperswil statt. Am Fest-Konzert zur Johannisnacht sorgen mit der Koloratur-Sopranistin Elizabeth Vidal und dem Bass-Bariton André Cognet zwei Stars der französischen Oper im Rittersaal für Unterhaltung, und das Notturno im Schlosshof werden der Harfenist Alexander Boldachev und die Flötistin Emilie Brisedou bestreiten. «An diesem Abend wird Michel Tarpinian, Kulturattaché der französischen Botschaft in Bern, anwesend sein», erklärte ein sichtlich stolzer Giovanni Bria.

Konzerte auf der Ufenau

Im Juli folgen drei Konzerte in den Höfen. Am 6. Juli spielt das Ensemble «Le Miroir de Musique» in der Kirche St. Peter und Paul auf der Insel Ufnau Liebeslieder aus dem mittelalterlichen Frankreich, und am 20. Juli zeigt das Streichquartett Quatuor Byron am selben Ort seine Vielseitigkeit. Am 29. Juli verwandelt sich das Forum Leonardo da Vinciim «Seedamm Plaza»in ein Pariser cabaret musical. Kareen Antonn, die schon mit Bonnie Tyler zusammengearbeitet hat, gibt Stücke berühmter Chansonniers und Chansonnières wie Edith Piaf, Jacques Brel oder Charles Aznavour zum Besten. Am 19. August findet im «Kreuz» in Jona das Podium junger Künstler statt, in dessen Mittelpunkt Mozarts berühmtes «Kegelstatt-Trio» steht.

Novum am 31. August

Ein Novum präsentieren die Organisatoren am 31. August auf der Halbinsel Au in Wädenswil – ein Kolloquium zum Thema «Französischer Klang». Während eines ganzen Tages beleuchtet Graziella Contratto «le son français» aus verschiedenen Perspektiven und entführt die Zuhörerinnen und Zuhörer ins Paris des jungen 20. Jahrhunderts. Am 9. September dirigiert Giovanni Bria in der katholischen Kirche in Schmerikon das Orchester Camerata Schweiz. Contrattos Ehemann Frédéric Angleraux wird dabei als Violin-Solist auftreten. Das Ökumenische Bettagskonzert im Kloster Einsiedeln ist seit Bestehen des Musiksommers fester Bestandteil im Programm. Abt Martin Werlen wird einige Gedanken zum Bettag vortragen, und Philippe Litzler, Solo-Trompeter des Tonhalle-Orchesters, sowie Pianist Conrad Zwicky lassen französische Musik aus vier Jahrhunderten erklingen.

Cellokonzert als Hommage an Raff

Als einer der Höhepunkte darf das letzte der insgesamt 14 Konzerte betrachtet werden: das Jubiläumskonzert zum 190. Geburtstag und 130. Todestag von Joachim Raff. Gemeinsam mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und dem 18-jährigen Cellisten Christoph Croisé führt Giovanni Bria am 19. Oktober in der katholischen Kirche in Lachen Raffs Cellokonzert sowie dessen Ouvertüre «Eine feste Burg ist unser Gott» auf.

Programm

www.musiksommer.ch

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/McbP8y