«Hier beginnt unser Hoheitsgebiet»: Archäologe Jakob Obrecht erklärt den Aufbau des freigelegten Stückes der 1322 gebauten Mauer. Bild Franz Steinegger
«Hier beginnt unser Hoheitsgebiet»: Archäologe Jakob Obrecht erklärt den Aufbau des freigelegten Stückes der 1322 gebauten Mauer. Bild Franz Steinegger

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Letzi in Morgarten freigelegt

Man wusste, dass es in Morgarten eine Letzimauer gab. Jetzt ist sie erstmals freigelegt und untersucht worden. Teile einer zwei Kilometer langen Letzi freigelegt. Der Mauer werden verschiedene Funktionen zugeschrieben.

Den Archäologen lag ein Bericht von Pater Wilhelm Sidler von 1908 vor, der den Verlauf der Letzi in Morgarten beschrieb. Auch gibt es schriftliche Quellen, die im Zusammenhang mit einem Landabtausch den Bau einer langen Mauer in Morgarten auf die Zeit von 1322 datieren. Doch untersucht wurde das zwei Kilometer lange, perfekt ins Gelände eingepasste Bauwerk bisher noch nie. Der obersteTeil des Mauerwerks wurde später abgetragen. Man verwendete die Steine zum Häuserbau.

Mauer von «erheblicher Qualität»

Jetzt nahm der Kanton die 2015 anstehende 700-Jahr-Feier der Schlacht am Morgarten zum Anlass, die vollständig auf Schwyzer Kantonsgebiet liegende Letzi eingehend zu untersuchen. Zuerst wurden die gesamten Mauerreste – die Lücken in bestehenden natürlichen Hindernissen füllen – durch den Archäologen Jakob Obrecht aufgenommen und in einem Plan eingezeichnet. In den vergangenen zwei Wochen liessen sich mit archäologischen Sondierungen der Querschnitt und die Bauart der Letzi feststellen. «Von der Mauer ist noch viel mehr vorhanden, als wir angenommen hatten», sagte Obrecht gestern anlässlich einer Führung durchs Gelände.Auch sei sie von «erheblicher Qualität» gewesen, mit einer 1,2 Meter breiten Basis und etwa mannshoch. Die sogenannte «Feindseite» ist mit grossen Steinen von stabilerer Qualität als die mit Mörtel verputzte «Freundseite».

Schlacht als treibende Kraft

Die Letzi wurde sieben Jahre nach der Schlacht gebaut. Die Schlacht könnte Auslöser für den Bau dieser Letzi gewesen sein, mutmasst Staatsarchivar Valentin Kessler. Die wichtigste Funktion war jedoch die des sichtbaren Grenzzeichens. Damit markierten die Schwyzer: Hier beginnt unser Gebiet und hier gilt unser Recht.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

11.09.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/hPFNX6