In Lauerz fehlt der Bläser-Nachwuchs: Der Musikverein wird schon in drei Wochen seine Tätigkeit einstellen. Archivbild
In Lauerz fehlt der Bläser-Nachwuchs: Der Musikverein wird schon in drei Wochen seine Tätigkeit einstellen. Archivbild

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Musikverein Lauerz wird auf Eis gelegt

Bei 30 Gemeinden gibt es im Kanton 40 Blasmusikvereine. Bald könnten es weniger sein. Etliche kämpfen mit Nachwuchssorgen. Das aktuellste Beispiel ist Lauerz, wo der Musikverein im nächsten Monat seine Tätigkeit einstellen wird.

Der kommende 12. März wird in Lauerz zu einem fürs Dorfleben traurigen Tag. An diesem Samstag nämlich wird der Musikverein Lauerz im Rahmen einer Tagung zum letzten Mal auftreten. Anschliessend stellt er sein Vereinsleben ein, es wird keine Proben und keine Auftritte mehr geben. Weder am Weissen Sonntag noch am Muttertag noch an der Bundesfeier. Der Lauerzer Dorfmusik fehlt ganz einfach der Nachwuchs. Mit den verbliebenen 13 Aktiven können die Register nicht mehr besetzt werden, schon lange komme man nur noch mit Aushilfen von auswärts über die Runden, erklärte Präsident Roman Nideröst. Auch ein Aufruf im Gemeindeblatt hat nichts genützt. Oder dann sind auch Versuche für eine Fusion nicht über die erste Idee hinausgekommen.

Düstere Realität

Die Situation ist ebenso bedauerlich wie bedenklich. Der Musikverein Lauerz ist vor 30 Jahren gegründet worden, hat seither das Dorfleben begleitet und musikalisch umrahmt. Jetzt hat sich die düstere Realität eingestellt. Der Verein zählt nur noch 13 Aktivmitglieder. Wie Präsident Roman Nideröst schildert, fehlt es an der Besetzung. «Es gibt keine Klarinette mehr, keine Flöte, nur noch einen Bass, nur zwei Trompeten, und auch das Schlagzeug kann nicht fest besetzt werden.» Am besten sehe es noch beim Saxofonsatz aus. Aber auch das nützt nicht viel, denn schon seit Langem kann der Musikverein nur noch auftreten, wenn er von auswärts verstärkt wird. Auch wohnen von den 13 Lauerzer Musikanten fünf gar nicht mehr im Dorf, selbst Präsident Nideröst selber wohnt schon lange in Goldau.

Musikschulen bringen zu wenig

Dem Musikverein fehlt ganz einfach der Nachwuchs. Die grossen Hoffnungen in die Musikschulen der Gemeinden haben sich nicht erfüllt. Lauerz ist der Musikschule in Steinen angeschlossen und hätte damit alle Voraussetzungen für junge Leute, damit sie das kleine Korps verstärken könnten. «Gemessen an den finanziellen Mitteln, welche die Gemeinden in die Musikschulen stecken, bringen sie eindeutig zu wenig», bedauert Nideröst. Beim Musikverein Lauerz habe sich so seit einigen Jahren schon abgezeichnet, dass es kein gutes Ende nehmen könnte. Jetzt ist es so weit. In einem Monat wird der Verein nicht mehr präsent sein. An der DV des Schützenverbands werde man am 12. März nochmals auftreten, «weil wir es versprochen haben». Dann ist fertig. In Lauerz wird am Weissen Sonntag, am Muttertag, an Fronleichnam und am 1.August keine Dorfmusik mehr spielen. Und auch der alljährliche Musikabend ist Vergangenheit.

Fusion versucht

Vor einigen Wochen noch hat man mit einem Aufruf versucht, das Blatt zu wenden. Ergebnislos, der erhoffte Ruck hat sich nicht eingestellt. Nun wird der Musikverein stillgelegt. Aufgelöst wird er noch nicht, denn vor allem die verbliebenen Lauerzer Musikanten wären überglücklich, wenn sich das Vereinsleben nochmals revitalisieren würde. Diskutiert worden ist auch eine Fusion oder Zusammenarbeit mit benachbarten Vereinen, die ähnliche Sorgen haben. Etwa mit Steinerberg. Solange man aber die auswärtigen Proben nicht in Kauf nehmen wolle, sieht Präsident Nideröst keine Chance. Die Gemeinde bedauert natürlich diese Entwicklung. Man könne aber auch nichts ausrichten, um den Verein «zwanghaft am Leben zu erhalten», erklärte Gemeindeschreiber Markus Schnüriger. Die Gemeinde hat dem Verein bisher immer die Probenlokalitäten gratis zur Verfügung gestellt und einen jährlichen Beitrag gesprochen. «Finanziell könnten wir überleben », bestätigte Nideröst, denn es fehlen die Musikanten und nicht die Instrumente.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

23.02.2011

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