Ideale Kulisse: Der erste Themenabend auf dem Fronalpstock war auch optisch ein Genuss. Bilder Bruno Facchin
Ideale Kulisse: Der erste Themenabend auf dem Fronalpstock war auch optisch ein Genuss. Bilder Bruno Facchin
Spannend gelesen, musikalisch untermalt: Nathalie Henseler und Dani Häusler erzählten und musizierten Gipfelgeschichten.
Spannend gelesen, musikalisch untermalt: Nathalie Henseler und Dani Häusler erzählten und musizierten Gipfelgeschichten.

Nachrichten

Neues Kulturangebot auf «Froni»

Die Stoosbahnen AG und das Seminar- und Wellnesshotel Stoos laden in diesem Sommer zu sechs Themenabenden auf dem Fronalpstock ein. Am Samstag las Nathalie Henseler aus ihrem neuen Buch «Gipfelgeschichten», und die Texte wurden vom Klarinettisten Dani Häusler sanft untermalt.

«2012 Fronalpstock Live» steht über den sechs Abendveranstaltungen der etwas anderen Art auf dem Fronalpstock. Die Idee dazu stammt nicht etwa aus der Feder einer Marketingagentur, sondern aus Diskussionen unter dem Personal und ist der Beweis für den grossen Wert von innovativen Mitarbeitern. Das bestätigte auch Bruno Lifart vom Verwaltungsrat der Stoosbahnen AG, der privat und als Gast mit dabei war: «Diese Initiative verdient Unterstützung», meinte er auf der Bergfahrt gegenüber dem «Boten», und auf der Talfahrt war er mehr als zufrieden: «Der Ausflug hat sich gelohnt und war in jeder Hinsicht ein Erlebnis.» Damit teilt er auch die Meinung der weiteren 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

«Kindergwunder» umgesetzt

Die in Goldau aufgewachsene Nathalie Henseler studierte Germanistik, Geografie und Geschichte. Vor geraumer Zeit hat sie das Buch «Gipfelgeschichten» über die Namensentstehung und Namensgebung herausgegeben. Henseler erklärte, dass sie bereits in ihrer Kindheit immer wissen wollte, «weshalb etwas so heisst, wie es heisst». Später erforschte sie in einer Lizenziatsarbeit die Bergnamen der Gemeinde Muotathal, und in ihrem Werk hat sie diese Forschungen in ihren «Gipfelgeschichten» auf die ganze Schweiz ausgeweitet.

Vom Agassizhorn bis Weissenstein

Nicht nur die Entstehung der Namen, sondern auch Geschichten rund um die 64 beschriebenen Gipfel und Gebirge werden im illustrierten Buch beschrieben. Davon ist vieles historisch belegt, doch ebenso vieles kann nur aus Mutmassungen erklärt werden. Dass der Name Mythen wohl kaum mit der Mythologie in Verbindung gebracht werden kann, steht offenbar fest. Der Name soll für frei stehende Felssäulen (Kanton Uri) stehen. Auch der Schillerstein sei, bevor er dem «Sänger Tells» gewidmet wurde, «Mitenstein» genannt worden. Dass die Rigi als «Königin der Berge» bezeichnet wird, ist nicht etwa auf Tourismusmarketing zurückzuführen. Rigi könne von Regina (Königin) abgeleitet werden, und bereits im Jahr 1479 sei nicht Regina, sondern die in der deutschen Version angemessene «Rigena» verwendet worden.Auch geht aus dem Buch hervor, dass die Schweiz bei der Benennung von Berggipfeln keinen Personenkult betrieb, doch der höchste Punkt unseres Landes, die Dufourspitze (ehem. Gornerhorn), fast als Ausnahme, per Bundesratsbeschluss im Jahr 1863 umbenannt wurde.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

04.06.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/qkYugP