Christian «Chrigel» Glanzmann Bild zvg
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«Nicht nur etwas für ein Nischenpublikum»

Gerade spielte Christian Glanzmann mit seiner Band Eluveitie noch in Polen an einem Festival mit 800 000 Besuchern. Morgen will er nun die Besucher des Haab a looza Open Airs in Altendorf mit seinem Folk-Metal begeistern.

Mit Christian Glanzmann sprach Oliver Bosse

Eluveitie ist eine der international erfolgreichsten Schweizer Bands. Sie touren durch die Welt, füllen ganze Stadien. Wie kam es zum Engagement im kleinen Altendorf?

Wir lehnen bestimmt keine Anfrage ab, nur weil uns der Rahmen zu klein ist. Wir sind Musik-Junkies und freuen uns über jeden Auftritt,egal ob in New York, Indien oder Altendorf. Aber natürlich stimmt es, dass unsere Band auch einiges grössere Konzerte spielt. Kürzlich waren wir am Woodstock Festival in Polen mit 800 000 Besuchern engagiert.

Ich habe auch gelesen, Ihre Band sei im Ausland bekannter als in der Schweiz. Stimmt das?

Das war tatsächlich lange so. Die Schweizer Medien haben Eluveitie, wahrscheinlich wegen des eher speziellen Musikstils, lange nicht wahrgenommen. Als dann aber auch hier bekannt wurde, dass wir beispielsweise in den USA ausverkaufte Konzerte als Headliner geben, änderte sich das schnell.

2014 gewannen wir sogar den Swiss Music Award als «Best Live Act National» und unser letztes Album ist in der Schweiz auf Platz 1 in die Charts eingestiegen. Sie machen Folk-Metal. Das klingt nicht nach Musik für den Massengeschmack. Wie wurden Sie damit so erfolgreich?

Metal in Verbindung mit Folk ist natürlich schon aussergewöhnlich. Dennoch ist unsere Musik nicht nur etwas für ein Nischenpublikum. Auch wer mit Metal nichts am Hut hat, kann diese Art von Musik geniessen. Dieses Jahr spielten wir beispielsweise am Heitere Open Air. Das ist nicht bekannt für ein Metal-Publikum. Trotzdem fand unsere Musik grossen Anklang.

Können Sie dem Laien die Musik von Eluveitie in wenigen Sätzen beschreiben?

Unsere Musik ist eine Verbindung aus zwei Stilen: hartem, modernem Metal und traditionell gehaltener Keltischer Volksmusik. Keiner der beiden Stile wird vernachlässigt. Würde man den Metal weglassen, bekämen die Zuhörer 100 Prozent authentische Keltische Volksmusik zu hören und umgekehrt. Besonders ist auch, dass wir alle Instrumente live spielen,von der Drehleier über den Dudelsack bis zur Harfe.

Sie singen Englisch und auch Gallisch. Woher beherrschen Sie diese altertümliche Sprache?

Ich schreibe gallische Songtexte, weil sie in Verbindung mit der Musik eine sehr authentische und lebendige Atmosphäre schaffen.Es wäre aber falsch zu sagen, dass ich diese Sprache beherrsche, denn sie ist ausgestorben und muss wissenschaftlich rekonstruiert werden. Deshalb arbeite ich für meine Texte mit Sprachwissenschaftlern verschiedener Universitäten zusammen. Es ist mir wichtig, dass alles wissenschaftlich fundiert ist.

Wie kam es zu Ihrer Faszination für diese alte Sprache?

Das weiss ich nicht mehr genau. Schon als Kind faszinierte mich die Geschichte und Kultur der Kelten, vor allem des Stamms der Helvetier. Ich hörte in der Schule davon und wenn man sich so durch die Schweiz bewegt, kommt man ja auch immer wieder an keltischen Zeugnissen vorbei.

Wem können Sie den Besuch Ihres Konzerts am Samstag empfehlen?

Jedem, der keinen verdammt guten Grund hat, nicht zu kommen! (lacht)

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Oliver Bosse)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

21.08.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/idxdhg