Fantasievoll: Katrin Odermatt vor zwei interessanten Werken in ihrem Grossatelier. Bild Dominique Goggin
Fantasievoll: Katrin Odermatt vor zwei interessanten Werken in ihrem Grossatelier. Bild Dominique Goggin

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Odermatt: «Sehe mich als Kulturarbeiterin»

In unserer Serie «Begegnungen» treffen wir Katrin Odermatt. Die Frau widmet sich der bildenden Kunst und macht sich im Kanton Schwyz mit grossem Engagement für weitere kulturelle Zwecke stark. Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohns und zweier Töchter.

Die in München als Katrin Frantzen Aufgewachsene war schon als Kind kunstbegeistert: «Mein Vater war Architekt und Bildhauer, und er befasste sich viel mit Metall und Holz als Materialien.» Später arbeitete sie als Innenarchitektin im Bereich Küchenbau. «Ich habe eine Affinität zum Technischen.» 1986 zog es sie in die Schweiz, wo sie den aus Cham stammenden Urs Odermatt heiratete. «Zuerst wohnten wir in Luzern und seit 1988 in Merlischachen.1988 kam Roman, 1989 Céline und 1996 Maelle zur Welt.» Alle sind in Ausbildung. Der Sohn studiert Wirtschaft in St. Gallen. Céline besucht einen Vorkurs an der Hochschule für Künste und möchte Richtung visuelle Gestaltung gehen. Die Jüngste ist neu im Gymnasium Immensee.

Ein grosser Raum gefragt

Ab 1990 besuchte die im Februar 1960 geborene Künstlerin drei Jahre die Hochschule für Gestaltung in Luzern. Gut in Erinnerung geblieben ist ihr die Gründung der Künstlervereinigung Innerschwyz am 19. Dezember 1992 im «Mythenpark» Goldau und später der Zusammenschluss mit Ausserschwyz. Katrin Odermatt ist noch Mitglied. 1993 bis 1996 gehörte sie zur Ateliergemeinschaft «Wärchinsel » in Weggis und eröffnete dann das eigene Kunstatelier. Seit sechs Jahren ist sie in Haltikon tätig. «Ich brauchte einen grossen Raum. Als im Jahre 2003 ein solcher zur Miete stand, sagte ich sofort zu.» Oft benutzt sie Industriefilz: «Die verdichtete komplexe Oberfläche erzeugt im Betrachter Neugierde. Meine Werke sollen angefasst werden. Bei einigen Werken lösen sich Verdichtungen auf. Die Strenge des geometrischen Geflechts bricht auf und löst sich in geschwungene Formen in der Fläche in der Farbe, des Bildes auf.» Sie gehört der Kulturkommission Küssnacht an, «eine Plattform für Kontakte». Jedes Jahr findet für Geladene ein Apéro statt. Super waren Mitte September die ersten Kulturtage unter Statthalter Stefan Kaiser in der Alten Brennerei Holzgang, wo Katrin Odermatt ihre raffinierte Installation «Feuerwehrschlauch » zeigte.

Familie auf Velotour

«Ich versuche, Dinge in Gang zu setzen. » Im Vorstand von SchwyzKultur+ sass sie mit dabei am runden Tisch mit Persönlichkeiten wie Regierungsrat Walter Stählin – es ging ums viel diskutierte Thema Kulturräume, wobei festgestellt wurde, dass es die Ausserschwyzer eher Richtung Zürich als an den Hauptort zieht. Die Frau, welche auch Literatur, Theater und Filme liebt, konnte ihre Werke vielerorts ausstellen. «Besonders interessant fand ich 2005 ‹Kunst Schwyz› in Rothenthurm und 2006 ‹Swisskontor› in Berlin.» Für ihren Gatten, der als Wirtschaftsprüfer seit vier Jahren in Zug ein Treuhandbüro besitzt, ist sie ebenfalls engagiert: «Ich helfe mit und mache die Kundenzeitschrift und arbeite im Personalwesen. » Sporadisch ist Katrin Odermatt auch in der bekannten Galerie Reichlin in Küssnacht tätig. Wohin geht die Familie auf Reisen? «Gerne auf Velotouren. Mein Mann war früher Eliteamateur. Dieses Jahr fuhren wir von Aarau nach Bremgarten. So hat man Zeit, den Raum miteinzubeziehen.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

18.11.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/1TFi4c