Sein Aufnahmestudio in Schübelbach unterhält Simon Ruoss alias slim$im zusammen mit zwei Kollegen. Bild Raffael Michel
Sein Aufnahmestudio in Schübelbach unterhält Simon Ruoss alias slim$im zusammen mit zwei Kollegen. Bild Raffael Michel

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Rap-Musik als Ventil

Der Rapper slim$im aus Schübelbach veröffentlichte kürzlich sein erstes Album mit demTitel «D’Erlösig». In seinenTexten verarbeitet der Musiker sein bisheriges Leben, die Auswirkungen der Konsumgesellschaft und die Erkenntnis, dass Geld nicht glücklich macht.

Oft schreibt Simon Ruoss alias slim$im seineTexte im Bus oder im Zug. «Ich schreibe gerne mit aufgesetztem Kopfhörer in den ÖV», erzählt der Musiker. «Dort habe ich einerseits meine Ruhe und kann mich in die Musik vertiefen, andererseits herrscht auch geschäftigesTreiben um mich herum. Man ist nicht allein und trotzdem für sich.» Meistens schreibe er auch nicht alles auf einmal. «Man muss in der richtigen Stimmung sein, und die Kreativität ist irgendwann aufgebraucht.» Sein erstes offizielles Album mit dem Titel «D’Erlösig» kann auf der Internetplattform igroove. ch sowie bei iTunes heruntergeladen werden und umfasst 18 Tracks, in denen der 29-Jährige alles verarbeitet, was ihn bewegt. «Die Musik ist für mich wie eine Art Therapie oder ein Ventil. Ich kann Eindrücke in Worte fassen, und ich denke, dass viele Leute sich mit meinen Texten identifizieren können.»

Aufwendige Produktion

In Schübelbach unterhält slim$im zusammen mit zwei Freunden das «187 Studio», wo auch das Album entstand. Ausgerüstet mit professionellen Gerätschaften und der richtigen Software produzierte der Rapper alles selbst. Das nötige Fachwissen dafür hat er sich über Jahre selbst angeeignet. «Von der rohen Aufnahme der Stimme bis zum fertigenTrack ist es ein weiter Weg. Die Stimme muss durch diverse Filter ins rechte Licht gerückt und auf den Rhythmus abgestimmt werden.»

Rap-Musik aus Schübelbach

Die Rap-Musik entstand in den Grossstädten der USA und behandelt üblicherweise Probleme wie Gewalt, Kriminalität und Drogen. Gibt ein beschauliches Dorf wie Schübelbach überhaupt genug Stoff für dieses Musikgenre her? «Auch auf dem Land trifft man auf die typischen Rap-The-men », stellt der Musiker klar. «Vieles davon spielt sich halt im Schatten ab.» Seine Texte enthalten auch gewalttätige Passagen. Diese seien aber nur ein Stilmittel und dürften nicht wörtlich genommen werden, erklärt der Rapper. «In einigen Stücken habe ich meine Wut in Bilder gefasst.» Privat sei er aber ein sehr friedliebender Mensch. «Ich bin jemand, der stets versucht, einer unnötigen Konfrontation aus demWeg zu gehen.» Den Künstlernamen hat der 29Jährige während eines Sprachaufenthaltes abbekommen. «Es war Winter, und ich trug eine dicke Daunenjacke und breite Hosen», erklärt slim$im. «Als es dann Sommer wurde und ich zuT-Shirt und kurzer Hose wechselte, waren alle Leute überrascht, wie schlank (englisch: slim) ich doch eigentlich bin.» In Kombination mit dem Vornamen Simon wurde daraus dann slim$im.

Seine Rap-Karriere wird der Schübelbachner weiter verfolgen. «Ich werde mich aber sicher nicht verrenken und verstellen, nur um massentauglich zu werden», betont er. «Am Wichtigsten ist es, authentisch zu sein.»



Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.12.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/vyFadC