Markus Stadelmann ist gebürtiger Glarner. So war es naheliegend, sein Solo-Projekt nach dem Fluss im Kanton Glarus zu benennen. So entstand das Projekt Linther. Bild Linther
Markus Stadelmann ist gebürtiger Glarner. So war es naheliegend, sein Solo-Projekt nach dem Fluss im Kanton Glarus zu benennen. So entstand das Projekt Linther. Bild Linther

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Linth(er) – vom Fusse des Tödis in die Schweiz hinaus

Heimweh-Sänger Markus Stadelmann startet ein Solo-Projekt. Für Linther hat der in Reichenburg wohnhafte Glarner namhafte Musiker um sich versammelt. Die erste Single «Egal, was chunnt» wird heute veröffentlicht.

 In unserer Region kennt man Markus Stadelmann als Moderator von Radio Zürisee und als Teil des erfolgreichen Männerchors Heimweh. Nun hat er ein neues Projekt ins Leben gerufen. «Linther wurde im Frühling 2020, während des ersten Lockdowns, geboren», erzählt der Reichenburger. «Da hatte man viel Zeit, um aufzuräumen.» Während andere ihren Keller oder Estrich entrümpelt haben, sortierte Stadelmann die unzähligen Audionotizen auf seinem Handy. «Da hat sich in den letzten Jahren einiges angehäuft», erinnert er sich. In seinem Heimstudio hat er diese Notizen mit Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug zu fertigen Demos verarbeitet. «Da ich den Produzenten und Keyboarder Michael Dolmetsch schon seit über 20 Jahren kenne, habe ich ihm meine Demos geschickt », so Stadelmann. Zusammen hätten sie Musikerinnen und Musiker gesucht. «Und ‹dank› Corona hatten diese Zeit», sagt er. So konnte er unter anderem Jean-Pierre von Dach, den Gitarristen von Sina, Simon Winiger, den Bassisten von Marc Sway, und eine der bekanntesten Background-Sängerinnen der Schweiz, Lesley Bogaert, für sein Projekt gewinnen.

Projekt soll im Zentrum stehen


Markus Stadelmann ist gebürtiger Glarner. Und weil die Linth im Kanton Glarus entspringt, war es naheliegend, sein Projekt nach dem Fluss zu benennen. «Die Linth hat ihre Wurzeln am Fuss des Tödi, verteilt sich dann aber bald in andere Gewässer und fliesst so in die ganze Schweiz hinaus. Genauso, wie die Musik von Linther», führt Stadelmann aus. Auch auf dem Logo finden sich der Tödi und das fliessende Gewässer wieder. Auch wenn er der Gründer, musikalische Kopf und Leadsänger von Linther ist, ist ihm wichtig, nicht sich selbst, sondern das Projekt ins Zentrum zu stellen. «Bei so vielen tollen Musikern im Hintergrund wäre es anmassend gewesen, das Projekt ‹Markus Stadelmann & Band› zu nennen. Es heisst ja schliesslich auch nicht ‹Büne Huber & Band›, sondern Patent Ochsner», erklärt der Sänger. Der Musikstil, den Linther zum Besten gibt, ist «von den 1990er-Jahren geprägter Schweizer Mundart-Pop», so der Glarner. «Man nehme die Musik, die der junge Stadelmann gehört hat – Patent Ochsner, Züri West und Polo Hofer –, werfe diese in einen Mixer und würze sie mit Oasis, Seal und Gregor Meyle», sagt der 38-Jährige lachend.

Erste Single «Egal, was chunnt»


Heute erscheint die erste Single von Linther. Diese trägt den Titel «Egal, was chunnt» und wurde vom Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten (KMSK) als Titelsong der nationalen Sensibilisierungskampagne 2021 ausgewählt. Denn seit 2018 ist Stadelmann Botschafter des Fördervereins. Der Relase der Single erfolgt nicht zufällig heute. Denn am 29. Februar ist der internationale Tag der seltenen Krankheiten. In Nicht-Schaltjahren – also in diesem Jahr – wird der Tag am 28. Februar begangen. Durch seine Arbeit als Moderator bei Radio Zürisee habe er seit Jahren mit Manuela Stier, Initiantin und Geschäftsleiterin des KMSK mit Sitz in Uster, zu tun. Rund 350 000 Kinder und Jugendliche sind in der Schweiz von einer seltenen Krankheit betroffen. «Weil ich den Förderverein gut und sinnvoll finde, wollte ich mithelfen», so Stadelmann. So sei die Idee gekommen, dass er Botschafter werden wolle. Er moderiert jeweils die Spendengala und ist bei Anlässen mit dabei. Jedes Jahr wird anlässlich des Tages eine Sensibilisierungskampagne gestartet. Das Lied «Egal, was chunnt» hat der Musiker und Sänger für seine jüngere Tochter geschrieben. «Da es aber für alle Eltern passt, insbesondere für Eltern mit kranken Kindern, stelle ich den Song gerne für den KMSK zur Verfügung.» Zusammen mit dem Videoproduzenten Thomas Suhner und der betroffenen Familie des fünfjährigen Fin – er hat das West-Syndrom – ist zudem ein emotionales Video entstanden.

Im März erscheint ein Mini-Album


Ende März erscheint zudem eine EP mit vier Songs. «Wir waren im Herbst in den Little Mountain Studios in Männedorf und haben die vier Songs aufgenommen», erklärt Markus Stadelmann. Wegen Corona konnten sich die zwölf Musiker nicht treffen und standen einzeln im Studio. Deshalb hätten sich die Aufnahmen über zwei Monate hingezogen. Was gibt es denn zur EP zu erzählen? «Sie soll die ganze musikalische Breite von Linther zeigen», fasst Stadelmann zusammen. Während «Egal, was chunnt» ruhig ist, geht bei «2-1000-5» die Post ab. Dieser Song soll exemplarisch an den Sommer 2005 erinnern, also an die Zeit, als es noch Musikfestivals und Konzerte gab. «Glärnisch» ist an irischen Folk angelehnt und handelt davon, dass man sich selbst nicht so wichtig nehmen soll. Der vierte Song trägt den Titel «Kater». «Das hat aber nichts mit einem Tier zu tun», sagt Stadelmann lachend. «Er entstand zu Studentenzeiten nach einer Semesterschlussparty mit Kollegen.» Wie der Reichenburger ausführt, soll die EP ein Vorbote des Debüt-Albums sein, das im Frühjahr 2022 erscheinen soll. «Geplant war, noch in diesem Jahr eine CD herauszubringen », so Stadelmann. Dies könne man aber nur tun, wenn man auch Konzerte geben könne. «Und wenn in diesem Jahr überhaupt Konzerte stattfinden, dann sind das die verschobenen vom letzten Jahr. Für Newcomer hat es da keinen Platz.» Der Vorteil sei, dass Linther jetzt ein Jahr Zeit habe, sich einen Namen zu machen. Noch finanziert Stadelmann alles selbst. Ein Crowdfunding fürs erste Album sei aber nicht ausgeschlossen, meint Stadelmann. «Zuerst müssen wir jetzt aber mal etwas liefern.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeige / Irene Lustenberger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.02.2021

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