Die Geigenkinder in Kalimpong.
Die Geigenkinder in Kalimpong.

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Schwyzerin als Geigenlehrerin nach Indien

Die Rickenbächlerin Rahel Landolt reiste gestern für ein Jahr nach Indien ab, um dort im Rahmen eines Entwicklungsprojektes armen Kindern das Geigenspielen beizubringen.

«Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Indien, aber die bevorstehende Reise löst bei mir auch mulmige Gefühle aus. Schliesslich gilt es, für längere Zeit Abschied zu nehmen von Menschen, die mir nahestehen », sagte die 24-jährige Rahel Landolt zwei Tage vor ihrem Abflug.

Gestern Nachmittag war es so weit: In Kloten bestieg sie das Flugzeug, das sie über München nach Indien brachte. Ein ganzes Jahr lang wird sie dort, genauer gesagt an der Gandhi- Ashram-School in Kalimpong im indischen Bundesstaat Westbengalen, hauptsächlich als Violinlehrerin Kinder unterrichten. «Ich wage dasAbenteuer, mich mitten in eine fremde Kultur zu begeben und kann gleichzeitig das tun, was mir am liebsten ist: Musik leben, erleben und weitergeben», sagt die junge Rickenbächlerin.

Ein Traum wird wahr

Rahel Landolt, die im Dezember vor 24 Jahren während eines Entwicklungseinsatzes ihrer Eltern in Zambia geboren wurde und so die Liebe zu fremden Kulturen quasi in den Genen hat, spielte schon seit einigen Jahren mit dem Gedanken, einmal für längere Zeit im Rahmen eines Hilfsprojektes ins Ausland zu reisen. Ihr Musikstudium, das sie vor Kurzem mit dem Masterdiplom abschloss, erlaubte dies aber bis anhin nicht. Mit ihrem Einsatz in Kalimpong wird für die junge Musikerin nun ein Traum wahr. In der vom Jesuitenpater Ed McGuire 1994 gegründeten Gandhi-Ashram-School werden über 120 Kinder der Ärmsten der Umgebung vom Kindergarten bis zur achten Klasse unterrichtet. Neben dem Schulunterricht und täglich dreimal Essen bietet die Schule allen Kindern ab der ersten Klasse die Möglichkeit, ein Musikinstrument zu erlernen, vorwiegend das Violinespiel. «Für mich ist das eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Wunsch der Teilnahme an einem Hilfsprojekt erfüllen zu können, ohne gleichzeitig meine Violine aus der Hand geben zu müssen.»

«Hallo Welt, ich komme»

Ein Jahr lang bereitete sich Rahel Landolt auf ihren Einsatz in Indien vor. Mehrmals reiste sie nachNürnberg, wo sie von der Jesuitenmission in Seminaren auf ihre Freiwilligenarbeit vorbereitet wurde. «Das bereits war eine lehrreiche Erfahrung. Als einzige Schweizerin unter vielen Deutschen und ein paar Österreichern konnte ich das Thema ‹Kulturfremd sein› schon mal praktisch erkunden », erinnert sich die junge Frau. «Hallo Welt, ich komme», schrieb sie gestern wenige Stunden vor ihrer Abreise auf ihrer Homepage. Dort wird sie jene, die Freuden und Leiden der Rickenbächlerin während ihres Aufenthaltes miterleben wollen, regelmässig auf dem Laufenden halten.



Weitere Infos

- rahel-in-kalimpong.jimdo.com
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

06.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/Z2EC9r