Vera Kaufmann (l.), Philip Sumesgutner und Anja Frei bilden die Band «Unkruut». Bild zvg
Vera Kaufmann (l.), Philip Sumesgutner und Anja Frei bilden die Band «Unkruut». Bild zvg

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«Unkruut» ist wie Unkraut, es strebt nach Licht

Die Band «Unkruut» des Siebners Philip Sumesgutner, veröffentlichte kürzlich ihr Album «Stationen». Die melancholisch angehauchten Songs mischen Einflüsse vom Pop der 80er und progressivem Rock.

 Betritt man das Wohnzimmer von Philip Sumesgutner in Siebnen, staunt man nicht schlecht. Es ist vollgestellt mit verschiedenen Gitarren, Bässen und anderen musikalischen Geräten, die er zur Produktion seiner Songs benötigt. Denn die letzten vier Jahre arbeitete er mit seiner Band, bestehend aus Anja Frei und Vera Kaufmann und ihm selbst, unermüdlich am neuen Album. Neben seiner Tätigkeit in der IT im 60-Prozent- Pensum investierte er sämtliche verbleibenden Stunden in das Projekt. Sumesgutner ist als Schweizer und Österreicher in Hamburg geboren und kam später über Thessaloniki, Berlin und Dublin in die Schweiz. «Ich habe keine Heimat, wie sie andere haben. In Deutschland sah man mich als Ausländer, bin ich in der Schweiz, sieht man mich ebenfalls als Ausländer.» Und genau um dieses Thema geht es in den Songs. Sie sollen die verschiedenen Stationen im Leben aufzeigen. Das Album enthalte nicht wahllos zusammengestellte Lieder, sondern erzähle eine Geschichte, erklärt Sumesgutner.

Alle Instrumente auf Gitarre gespielt


Speziell an den Stücken ist auch, dass alle Instrumente auf der Gitarre eingespielt wurden. «Das soll keine lustige Anekdote sein, sondern hat sich daraus ergeben, dass ich kein Keyboarder bin. Mit der Gitarre in den Computer hineingespielt, ertönt von dort ein anderes Instrument.» Der passionierte Musiker setzte sich mit den Eigenschaften jedes Instruments intensiv auseinander, so dass der Klang authentisch wirkt. Denn er war für alle Instrumente zuständig. Flöten, Harfen, Trompeten und sogar ein Alphorn zusammen mit einem Didgeridoo nahm er auf. Frei, die auch in einer Coverband singt, versah die Texte, die ebenfalls von Sumesgutner geschrieben wurden, mit Noten. Sie singt auch bei den meisten Liedern. Kaufmann, die ebenfalls einige Lieder singt, nimmt nebenbei eine Co-Produzentenrolle ein. In dieser übt sie wichtige Kritik, um Songs auf Abwegen wieder richtig einzufangen. Insgesamt arbeitete Sumesgutner vier Jahre an dem neuen Album. Aufgenommen wurde fast alles in seinem Home-Studio. Nur für den Gesang mietete die Band einen Übungsraum, um das Bestmöglichste aus den Stimmen herausholen zu können. Mit seinen Klängen möchte der Musiker bei den Zuhörern ein Bild erzeugen. Dies müsse aber nicht jenes sein, das er im Kopf hatte, als er den Song schrieb. «Ich möchte jedem den Freiraum für seine eigenen Vorstellungen lassen. Das Thema soll nicht fest vorgegeben sein. Wenn aber jemand dem roten Faden durch das Album folgen möchte, ist dieser da.»

Keine Krautmusik


Doch wieso nennt sich die Band «Unkruut»? Stellt Unkraut nicht etwas Negatives dar? Die Band sieht das anders. «Unkraut kommt langsam. Es kommt durch den Asphalt hindurch. Es strebt nach Licht und vergeht nicht», so der Musiker. Den Namen wählte Sumesgutner aber noch aus zwei weiteren Gründen. Erstens ist seine Musik vom Krautrock beeinflusst, aber ohne das Kraut. Sozusagen «Unkrautmusik». Und Zweitens klinge «Unkruut» plattdeutsch und auch fast schweizerdeutsch, wie Sumesgutner meint. Das Album ist auf unkruut.ch oder auf allen gängigen Musikportalen erhältlich.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Nina Gubler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.04.2020

Webcode

schwyzkultur.ch/yV8YYe