Notenständer und Käppi genügen: Fabian Unteregger kann auch Peach Weber sein.
Notenständer und Käppi genügen: Fabian Unteregger kann auch Peach Weber sein.

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«Sind alle Baggenstos Zahnärzte?»

Auf der Bühne ist Fabian Unteregger absolut souverän. Und das schon in seinem ersten Soloprogramm. Das Publikum in Gersau war begeistert.

Christoph «Gälled Si» Mörgeli und Moritz Leuenberger – hinreissend wie Fabian Unteregger diese beiden imitiert. Man kennt es aus dem Fernsehen. Mörgeli lässt er in seinem Soloprogramm «Showbiss» schon bald auftreten. Leuenberger will auch, aber Unteregger hält ihn bis nach der Pause gekonnt immer wieder zurück. Der Comedian braucht fast keine Requisiten, um in wechselnde Rollen zu schlüpfen, seine Stimme machts. Eine blonde Perücke für Alain Suter, eine Glatze für einen umwerfenden Christian Gross, ein wippender Gang für seinen Sans-Papier und natürlich die Ukulele für Mitsing-Songs und ein AC/DC–Medley. Fabian Unteregger lässt auch Lokales einfliessen: «Alles Camenzind, Nigg und Baggenstos hier», fragt er ins Publikum. Die Baggenstos stellt er sich als Zahnärzte vor und bei jenem, der Bissig heisst, fragt er: «Bist du auch so?»

Köppel verschiebt die Kirche

Nach der Pause wurde einem wieder einmal bewusst, was es heisst, sonntags nicht in den «SonnTalk» reinzappen zu können, weil TeleZüri nicht über die die Agglomeration hinaus zu empfangen ist. Die Nummer funktioniert trotzdem wunderbar. Unteregger gibt den Moderatoren Markus Gilli, endlich auch – um Worte ringend – Bundesrat Leuenberger und «Weltwoche»-Chef Roger Köppel. Köppel referiert über Lokalpolitik und lässt nicht nur ein Haus, sondern gleich die Kirche verschieben. Der «SonnTalk» endet mit einem ad absurdum geführten Leerlauf von Fragen stellenden Telefonanrufern. Das Publikum applaudierte begeistert und liess den Comedian nicht ohne zwei Zugaben gehen. Der begnadete Imitator hat einen beachtlichen Start hingelegt und sich, sympathisch wie er ist, von jedem im Publikum persönlich verabschiedet. Auch die Theatergesellschaft Gersau als Organisator des Anlasses war mit dem Aufmarsch von 160 Personen in der fast voll besetzten Aula zufrieden.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

10.11.2009

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schwyzkultur.ch/iSZiZb