Martin Rub reist zusammen mit seinen Wollerauer und Joner Musikkollegen diese Woche nach Valencia. Bild Irene Lustenberger
Martin Rub reist zusammen mit seinen Wollerauer und Joner Musikkollegen diese Woche nach Valencia. Bild Irene Lustenberger

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«Solothurner Marsch» statt Paso Doble

Das Blasorchester Jona Wollerau reist diese Woche nach Valencia,um an einem renommierten internationalen Musikwettbewerb teilzunehmen.OK-Präsident Martin Rub spricht über die Vorbereitungen und die Herausforderungen.

Mit Martin Rub sprach Irene Lustenberger

Wie ist es zur Teilnahme am «Certamen Internacional de Bandas de Música» in Valencia gekommen?

Das Blasorchester Jona Wollerau setzt sich aus den beiden Vereinen Feldmusik Jona und Musikverein Verena Wollerau zusammen. Die Idee einer gemeinsamen Wettbewerbsteilnahme entstand vor dem Hintergrund, dass beide Vereine unter der musikalischen Leitung von Urs Bamert stehen und so Synergien genutzt werden können. Wir haben vor einem knappen Jahr unser Bewerbungsdossier inklusive Audioaufnahmen eingereicht und dann im September die Zusage bekommen. Wir spielen in der «Sección Primera », in der zweithöchsten Kategorie. Dies bedeutet, dass ein Orchester 81 bis 110 Musikerinnen und Musiker umfassen darf.

Was wird das Orchester in Valencia spielen?

Am Donnerstag geben wir ein Gemeinschaftskonzert mit der Sociedad musical de Alboraya, einem hervorragenden Blasorchester aus Valencia. Dabei werden wir auch Schweizer Literatur wie das Klarinetten-Solo «Zwee grossi Appezöller» oder «Clarinet Jam» von Marcel Saurer spielen. Der Wettbewerb der «Seccion primera» findet am Samstag statt. Gefordert werden ein Selbstwahl- und ein Aufgabestück sowie ein Paso Doble. Als Selbstwahlstück spielen wir «Lost Vegas» von Michael Daugherty, das vom Leben in Las Vegas handelt. Aufgabestück ist die Auftragskomposition «Fases» von José Alamá-Gil, das drei verschiedene emotionale Phasen beschreibt. Als Drittes war wie erwähnt ein Paso Doble vorgeschrieben. Da wir Schweizer den Spaniern aber nicht vorzeigen müssen, wie ein Paso Doble klingt, haben wir nach Absprache mit der Wettbewerbsjury entschieden, einen Schweizer Marsch zu spielen, den «Solothurner Marsch» von Stephan Jäggi.

Sie werden im Palau de la Música vor 1600 Zuschauern spielen. Wenn Sie daran denken, werden Sie nervös?

Ich durfte 2004 bereits mit dem Blasorchester Siebnen nach Valencia reisen und an diesem Wettbewerb teilnehmen, auch wenn dieser damals noch unter freiem Himmel in der Stierkampf- Arena stattgefunden hat. Und mit dem Militärspiel durfte ich im KKL auftreten. Deshalb ist es für mich nicht das erste Mal, das ich vor so vielen Leuten spiele. Ich freue mich extrem darauf.

Rund 100 Musiker und 50 Angehörige reisen nach Valencia.Dies bedingt eine logistische Meisterleistung.

Wir haben das Glück, in Mathias Bachmann einen Reiseleiter gefunden zu haben, der unter anderem bereits das Kantonale Jugendblasorchester ans Sacco di Roma begleitet hat. Wir haben alles selbst rekognosziert und ohne Reisebüro gebucht. Unser Hotel liegt rund 90 km von Valencia entfernt. Ein klimatisierter Lastwagen transportiert die grossen Instrumente. Die meisten reisen mit dem Flugzeug, wenige mit dem Car. Rund ein Drittel reist heute an und bleibt bis Montag, der Rest von morgen bis Sonntag.

Und wer trägt die Kosten?

Unser Ziel war, dass die Reise selbsttragend ist. Die Reisekosten übernimmt jeder Musiker selbst. Für die Noten, den Lastwagen,die Versicherungen,den Zoll und so weiter haben wir Sponsoren gefunden. Zudem haben wir ein Startgeld von 4000 Euro erhalten, das wir ebenfalls in die Reise investiert haben.

Bleibt auch Zeit für Sightseeing?

Wir proben täglich 3 1/2 Stunden. Der Rest steht zur freien Verfügung. Am Freitag haben wir eine Stadtführung gebucht, und neben dem Hotel befinden sich ein Strand und ein Golfplatz.



Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Irene Lustenberger)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/qN9Ve2