Ein bisschen Schadenfreude ist erwünscht: Iwan von Rickenbach gelingt auf seiner Plakatserie der Spagat zwischen liebenswürdiger Illustration und eiskaltem Zynismus.
Ein bisschen Schadenfreude ist erwünscht: Iwan von Rickenbach gelingt auf seiner Plakatserie der Spagat zwischen liebenswürdiger Illustration und eiskaltem Zynismus.

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Steinerberger holt Werbe-Silber

Der gebürtige Steinerberger Iwan von Rickenbach wurde soeben vom Art Directors Club Schweiz mit Silber für seine bei Wirz Werbung gestaltete Plakatserie ausgezeichnet.

Der Art Directors Club Schweiz zeichnet jedes Jahr die kreativsten Köpfe der Werbebranche aus. Eine zehnköpfige Jury vergibt Preise in unterschiedlichen Kategorien für die besten eingereichten Arbeiten. Diese Preise erfüllen eine wichtige Funktion innerhalb der Branche: Anhand der Auszeichnungen wird ein Ranking der Agenturen erstellt – so ergibt sich für jede Firma ein Kreativitätsindex. Unter den 755 eingereichten Arbeiten befand sich auch eine Plakatkampagne von Wirz Werbung, welche der gebürtige Steinerberger Iwan von Rickenbach gestaltete.

Plakatserie als Zufallsprodukt

Der Grafikdesigner Iwan von Rickenbach belegte in der Kategorie Plakat mit seiner Plakatserie für den Travel Book Shop den ersten Platz. «Dieser Preis bedeutet mir darum viel, weil diese Kampagne mein Kind ist», erklärt Iwan von Rickenbach. Der Kunde wünschte ursprünglich nur ein Key-Visual (ein Laie würde «Logo» sagen), es entstand dann jedoch eher zufällig eine Idee für eine ganze Plakatserie. Und die gefiel dem Auftraggeber so gut, dass er einer Umsetzung zustimmte. Die Werbeplakate erzählen auf eine liebenswürdige Art und Weise eine bitterböse Kurzgeschichte – ganz dem Werbespruch «Too late for the Travel Book Shop» (zu spät für den Travel Book Shop) entsprechend.

Ein Projekt, zwei Auszeichnungen

Am vergangenen Samstag nun konnte der junge Grafikdesigner den Preis im «Kaufleuten» in Zürich entgegennehmen. Bereits zuvor hatte er mit derselben Plakatserie an den Epica- Awards (Europe’s Premier Creative Awards) Silber gewonnen. Bei aller Freude über die Auszeichnungen gibt sich Iwan von Rickenbach aber auch selbstkritisch: «Ideen entstehen immer durch Austausch. Häufig setzt man unbewusst bereits Vorhandenes neu um. Eine gute Idee ist darum oft ein Produkt einer guten Teamarbeit.» Darum hätten auch die Mitarbeiter der Agentur einen Anteil an dem Erfolg.

«Aus dem Nichts etwas schaffen»

Teamarbeit ist in der Werbung sehr wichtig. «Als mich einmal ein Freund bei der Arbeit besuchte, staunte er über die lockere Atmosphäre – er meinte, der Betrieb in unserem Büro gleiche eher einer Wohngemeinschaft», erzählt Iwan von Rickenbach schmunzelnd. Aber dieser erste Eindruck trügt: Der Arbeitsalltag ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Die meisten Projekte müssen unter grossem Zeitdruck realisiert werden. Die Präsenzzeiten sind darum vergleichsweise lang. Auf die Frage, was ihm an dem Job am besten gefalle, antwortet Iwan von Rickenbach: «Das kreative Arbeiten. Das bedeutet, gleichsam aus dem Nichts etwas zu schaffen.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

05.02.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/MXaaxW