Vor den Bildern und Holzskulpturen in der Ausstellung tanzte Sheila Runa Lindauer einen Flamenco. Bild: Patrick Kenel
Vor den Bildern und Holzskulpturen in der Ausstellung tanzte Sheila Runa Lindauer einen Flamenco. Bild: Patrick Kenel

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«Tanzen will ich, muss ich, kann ich»

Am dritten Wochenende des Kulturmonats im Müsigricht stellten die Macher ihre Begleitpublikation zum Thema Leidenschaft vor. Darin werden auch zwei Tänzerinnen porträtiert.

Grazil liess die Schwyzerin Sheila Runa Lindauer bei einem Flamenco nach der SevillanaTradition die Kastagnetten klappern. Danach zeigte sie eine 14minütige Performance zu meditativer indischer SitarMusik. Durch ihre kürzliche Schwangerschaft und Geburt habe sie zu dieser für sie neuen Form gefunden, erklärte die 30jährige Solokünstlerin. Die Leidenschaft verbindet Sheila Runa mit einer anderen Tänzerin, die ihr selbst bisher noch unbekannt war. Regula Wyser aus Basel ist 2014 mit 42 Jahren an Krebs gestorben. Zwei Ensemblekolleginnen widmeten ihr danach das Buch «Gelebter Tanz – getanztes Leben », aus dem sie in Steinen vorlasen. «Tanzen will ich, muss ich, kann ich», zitierte Elisabeth Capol zu Beginn ihrer Lesung, welche von Querflötistin Anita Wysser untermalt wurde. In frühen Jahren verlor Wyser ihre Eltern. Nach einer Lehre im Reisebüro ging sie in die Welt hinaus und bildete sich zur Tänzerin aus. Sie sei gerne im Rampenlicht gestanden und habe beim Tanzen Humor eingesetzt, erinnerten sich Weggefährten, die im Buch zu Wort kommen. Selbst nach der Krebsdiagnose gab sie ihre Leidenschaft fürs Tanzen und Reisen nicht auf. Die Begleitpublikation versammelt neben den beiden Tänzerinnen auch die weiteren im Kulturmonat ausstellenden oder auftretenden Künstler. «Alle gaben viel von sich preis und waren mit ihren Porträts einverstanden», sagte Autorin Stefanie Ehrler bei der Buchpräsentation. «Nach der Lektüre kann man sich besser vorstellen, was Leidenschaftlichkeit alles sein kann.»


Bote der Urschweiz / Patrick Kenel

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

19.06.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/XNgPDG