Brigitte Grab und ihre Begleitmusikanten Markus Grab, Ruth Betschart und Bruno Betschart (von rechts) erhielten frenetischen Applaus. Bild Guido Bürgler
Brigitte Grab und ihre Begleitmusikanten Markus Grab, Ruth Betschart und Bruno Betschart (von rechts) erhielten frenetischen Applaus. Bild Guido Bürgler

Nachrichten

«Üsi Heimat, üsi Art, üsä Gsang»

Der 50-jährige Jodlerklub Illgau begeisterte am Wochenende an zwei Jodlerabig- Aufführungen ein grosses Publikum.

Bereits am 31. Mai hatte der Jodlerklub Illgau das runde Jubiläum mit einer Jodlermesse begangen und am Nachmittag mit der Bevölkerung gemütlich gefeiert. Nun erreichte das Jubiläumsjahr mit den Jodlerabig-Aufführungen seinen Höhepunkt. Unter dem Motto «üsi Heimat, üsi Art, üsä Gsang» zeigten die Jodler praktisch die ganze Bandbreite des volksmusikalischen Schaffens im Bergdorf auf. Deshalb stammten dieses Jahr alle aufgeführten Jodelliedkompositionen, ein Jüüzli und die meisten Instrumentalstücke aus der Feder einheimischer Komponistinnen und Komponisten. Jodlerpräsident Xaver Bürgler zeigte sich am Samstagabend sehr erfreut, in der Mehrzweckhalle Ilge zirka 400 Besucher begrüssen zu können, darunter Franz Betschart, der seit 50 Jahren im Jodlerklub ist, aber aus gesundheitlichen Gründen leider nicht auftreten konnte. Auch die Aufführung am Sonntagnachmittag besuchten nochmals viele Jodlerfreunde. Das prächtige neue Bühnenbild – es ist eine Foto von Alois Rickenbacher – zeigte den Hinteroberberg samt der Hesisbohler-First, dem Illgauer Hausberg. Auch die Bühne selbst war mit buntem Herbstlaub und vielen Blumen liebevoll geschmückt, und so erhielt man imLaufe des Abends immer wieder den Eindruck, dass die Jodlerinnen, Jodler und Musikanten «zmittst i üsärä Heimat» singen, juuzen und musizieren. Der Jodlerklub – unter der musikalischen Leitung von Paul Bürgler – überzeugte sowohl mit traditionellen Naturjüüzli (dem Markenzeichen des Klubs) als auch mit schön gesungenen Jodelliedern. Viel Applaus ernteten auch das klubeigene Chörli, die zehn Nachwuchsjodler, Lorenz Ulrich als «Geissler», das Jodelduett Yvonne Bürgler/Guido Ulrich sowie das Jodelterzett Bürgler-Rüegg, welches nach alter Art juuzte. Zur Abwechslung traten verschiedene Musikformationen auf. So die Muulörgeligruppe Illgau, die vereinseigene Ländlerkapelle samt «Holzhackerbuam» und eine Schwyzerörgeliformation.

Geigenmusik lebte neu auf

Ein spezieller Hörgenuss war der Auftritt der Geigenspielerin Brigitte Grab, denn dieses Instrument war in der Illgauer Volksmusikszene seit dem Aufkommen des Schwyzerörgelis vor über hundert Jahren von niemandem mehr gespielt worden. Am Jodlerabig kam auch der Humor nicht zu kurz. Mehrere Sketches und die Witze der Ansager Walter Rickenbacher und Markus Betschart sorgten immer wieder für Erheiterung im Saal. Zum Schluss des abwechslungsreichen Programmes gab der Präsident bekannt, dass Lisl Ulrich per Ende 2015 nach 43 Jahren als Vorjodlerin zurücktreten werde. Lisl wurde für ihre grossen Verdienste mit langem Applaus verabschiedet. Nach dem Programm wurde zu den Klängen des Ländlertrios Chuchirascht

Am Samstag, 31. Oktober, findet eine weitere Jodlerabig-Aufführung statt. 20.00 Uhr, Ilge, Illgau. Tickets an Abendkasse oder Reservation unter 079 831 64 34 (27. Okt. von 09.00 bis 11.00 Uhr und von 18.00 bis 20.00 Uhr).

Bote der Urschweiz (Guido Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

26.10.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/yr1cFF