Bis zum letzten Ton hielten die Musiker durch und begeisterten mit kreativer, lauter und lustiger Musik das Publikum im «Maihofsaal» in Schindellegi. Bild Christina Teuber
Bis zum letzten Ton hielten die Musiker durch und begeisterten mit kreativer, lauter und lustiger Musik das Publikum im «Maihofsaal» in Schindellegi. Bild Christina Teuber

Nachrichten

«Unglaublech» hochstehender Lärm

Am Samstagabend stand der Maihofsaal ganz im Zeichen der Blasmusik. Die Band Unglaublech entlockte ihren Blechinstrumenten jedoch nicht nur wohlklingende, sondern auch skurrile Töne und zeigte schauspielerisches Können.

Sie sind zu acht und machen viel qualitativ hochstehenden Lärm, die Mitglieder der Blasmusik-Band Unglaublech. Mit drei Trompeten, drei Posaunen, einer Tuba und einem Drum-Set zeigen die acht Profimusiker in ihrem fünften Programm «Acht wie Blech und Schwefel», dass Blechmusik viel spielerisches und musikalisches Potenzial hat. «Die Blechmusik ist für uns faszinierend, weil sie unkompliziert ist.Wir brauchen keine Verstärker und können beim Auftritt alle möglichen Stilrichtungen spielen», erklärt Trompeter Markus Graf, der als Moderator durch den Abend führte. Und wahrlich, der Samstagabend im Maihofsaal war ein grosses Stilgemisch: Von Musik aus «Supermario» über Western-Hits und modernen Popliedern war alles im Programm zu finden. Die Musiker entlockten ihren Instrumenten auch skurrile Töne wie ein Pferdewiehern oder die Nachstellung einer «instrumentalen Schiesserei».

Wandelbare Musiker

Bis zur Aufführung war es ein langer Prozess. «Jeder von uns hat etwa zwei Werke für unsere Band arrangiert, dann haben wir uns im Oktober getroffen. Bis Januar war selber Üben angesagt, dann gab es eine Probewoche, und schon startete die Tournee», erklärte Graf. Die Puste gehe den Musikern auch nach langen Proben oder Auftritten nicht aus, ausser vielleicht dem Gründervater Sepp Zürcher an der Tuba. «Die Tuba ist ein extrem anstrengendes Instrument, aber ich gehe jeden Tag joggen oder schwimmen, um mich fit zu halten», erklärt der Tubist, ohne einmal Luft zu holen. Die acht Musiker zeigten am Samstagabend aber nicht nur ihr musikalisches, sondern auch ihr schauspielerisches Können. Wandelbar in Kakteen, Minarette und Indianer-Roboter-Sheriffs lockerten die Blechmusikanten ihr Programm mit szenischen Inszenierungen auf.«Die Kostüme haben wir alle selber gebastelt», erklärt Graf stolz. Die siebte von acht Aufführungen im Rahmen des Programmes «Acht wie Blech und Schwefel» verlief laut den Mitgliedern erstaunlich gut.

Positive Bilanz

«Wir kennen hier in der Region kaum jemanden, mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet», gibt sich Trompeter Graf erstaunt. Die Bilanz der anderen sechs Konzerte fällt ebenso positiv aus. Man habe mit 250 Zuschauern gestartet und an jeder Aufführung viel mehr Publikum begrüsst als erwartet. Die acht Blasmusiker werden aber auch nach Tournee-Ende nächste Woche nicht ruhen. «Wir planen bereits die nächste Tour für 2018, im Herbst werden wir diverse Aufführungen durchführen. Dann wollen wir einen Dokumentarfilm über uns selber drehen und so bald wie möglich die beste Blasmusik Europas werden», erklärt Graf schmunzelnd die hochgesteckten Ziele von Unglaublech. Pläne haben sie, die Blechmusiker. Ob die Zeit dazu reicht, wird sich zeigen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Christina Teuber)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.02.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/RW7rfD