Die Musik-Wahlfachklasse wusste zu überzeugen. Bild Kurt Fässler
Die Musik-Wahlfachklasse wusste zu überzeugen. Bild Kurt Fässler

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Eine Autopanne führte zur Misswahl

Misswahl, die Aufführung der «Musik-Wahlfachklasse» der 3. Oberstufe in der Aula der Bezirksschule Unteriberg, wusste zu begeistern.

Nur schon der Aushang war speziell, geschweige denn die Aufführung. Es sei vorweg gesagt, die Abende vom Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Februar, wurden schon lange im Voraus mit Spannung erwartet, und das Publikum wurde nicht enttäuscht.

Was steckt eigentlich dahinter?

Der grosse Mann, Arrangeur, Texter, Komponist, Bühnenbildner und Orchesterdirigent heisst Andi Meyer, seines Zeichens Oberstufenlehrer an der Mittelpunktschule Unteriberg. Ein junger, bescheidener, einfallsreicher Mann, der in seinem schönen Heim in Oberiberg als Hobby ein eigenes professionelles Tonstudio eingerichtet hat. Damit verbunden ist der Ton, der Ton der Sprache und der Musik.

Idee im Burgund

Das allein aber genügt bei weitem nicht, um ein Musical auf die Beine zu stellen. Nebst Fantasie und Ideen braucht es die Gabe, junge Leute für so ein Werk zu motivieren, zu begeistern. Das gelingt Andi Meyer nun schon seit sechs Jahren, und damit trägt er sehr viel zum kulturellen Leben in Unteriberg bei. Wie kam er auf die Idee der diesjährigen Aufführung? Anlässlich seines Ferienaufenthaltes im Burgund erlitt er eine Autopanne, die Reparatur dauerte drei Tage, und in dieser Zeit gebar er die Idee zur «Misswahl», schrieb den Text und komponierte teilweise die Musik. Er machte in vorbildlicher Weise aus der Not eine Tugend, wie man so schön sagt.

Voll besetzte Ränge

Nun aber zur Aufführung: Die für rund 100 Personen Platz bietende Aula im neuen Bezirksschulhaus war jeden Abend besetzt, vorwiegend junges Publikum, natürlich auch von Eltern der Schülerinnen und Schüler. Die Bühne in schwarz gehalten, links davon der «Fernseher» und davor der Mann am Mischpult. Vor der Bühne, wie könnte es anders sein, der Laufsteg für die Schönheitskonkurrentinnen. Auf der rechten Seite war das Orchester platziert, bestehend aus Keyboard, E-Bass, Gitarre, Querflöte, Violine, Trompete und Schlagzeug, alles Musikschüler von heute und früheren Zeiten. Es ging also um die Misswahl! Einzeln traten die Konkurrentinnen zuerst auf und hofften auf möglichst wenig Konkurrenz. Schon das erste Lied «will schön si, hübsch si», sehr deutlich gesungen, musikalisch wohlklingend begleitet, wurde applaudiert.

Castingshowim Ybriger Dialekt

Der nächste Auftritt zur Castingshow, zusammen mit den neuesten Nachrichten, trug in einem spitzen, echten Deutsch, der Fernsehsprecher Lukas Ott Schlötzbach vor. Ein leicht abschätziger Kommentar, im originellsten Ybriger Dialekt, kam vom Mischpult, David Marty Windegg. Er hätte bis jetzt noch keine Viehschau verpasst, damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Doch es ging Schlag auf Schlag weiter, es fehlte nicht an Eifersüchteleien, Verführungen, Bestechungen für Punkteverteilung, ja sogar eine Fee und eine Wahrsagerin kamen zum Einsatz. Abwechslungsweise stellten sich die Schönheiten dem Publikum vor, gefolgt von gefälligen Liedern, natürlich wie es sich bei einem Musical gehört, rhythmisch, tänzerisch, teilweise mit Blasphemie.

Zugaben gefordert

Endlich war es dann so weit, die fünf Schönheiten traten zur Punkteverteilung an: Zuerst die beiden «Schwestern» Prinxetes (Maria Meister) mit Praxetes (Sara Meier), dann Paris Hildener (Carmen Marty), Princes (Jasmin Marty) und Shakiska (Andrea Marty).Vorhang zu, grosser Applaus, Bitte um Zugabe und ein letzter fröhlicher, befreiender Auftritt. Eine ganz tolle, starke Aufführung und das mit der «Musik-Wahlfachklasse» der 3. Oberstufe! Da kann man nur sagen «Chapeau»

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

08.02.2011

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schwyzkultur.ch/qyDXxS