Der Vorstand des Kunstvereins Oberer Zürichsee 2015: (v. l.) Alois Artho, Kurt Aebi, Marie-Eve Hofmann-Marsy, Bruno Glaus, Cornelia Brändli, Frank Flöther und Peter Brunner. Bilder zvg
Der Vorstand des Kunstvereins Oberer Zürichsee 2015: (v. l.) Alois Artho, Kurt Aebi, Marie-Eve Hofmann-Marsy, Bruno Glaus, Cornelia Brändli, Frank Flöther und Peter Brunner. Bilder zvg

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«Unternehmen Kunst» als Lebenswerk

Ein spannendes Jahresprogramm, Änderungen im Vorstand und ein bemerkenswerter Exkurs durch Henry F. Levys Leben prägten die 7. Mitgliederversammlung des Kunstvereins Oberer Zürichsee.

Das Ziel des Kunstvereins Oberer Zürichsee sei es, so Präsident Bruno Glaus, neben dem üblichen Ausstellungs- und Kulturangebot einen Mehrwert zu bieten. Die Rückmeldung der Teilnehmer, dass sie die Veranstaltungen als Nichtmitglieder so nie erlebt hätten, spräche deutlich für sich. So bietet auch das Jahresprogramm 2015 wieder eine Fülle abwechslungsreicher kultureller Höhepunkte in der Region.

Ein Leben für die Kunst

Einer davon ist das Lebenswerk des heute 88-jährigen Unternehmers und grossen Kunstförderers Henry F. Levy, der nach der Mitgliederversammlung sein Leben in einem 2003 entstandenen Filmporträt vorstellte. Sorglos und wohlbehütet in einer weltoffenen jüdischen Familie in Köln aufgewachsen, änderte sich sein Leben 1936 drastisch. Der Vater starb und nur dank guter Freunde der Familie gelang es ihm und seinem Bruder kurz vor Kriegsbeginn mit tausenden weiteren Kindern nach England evakuiert zu werden. Als Betriebsingenieur wurde er Teilinhaber einer Knopf- und später Schuhfabrik und reiste beruflich durch die halbe Welt.

In den 1960er-Jahren intensivierte sich sein Interesse an der bildenden Kunst. Fasziniert vom Atelierprojekt Space in London wollte Levy nach dem Umzug in die Schweiz jungen Künstlern, von allen finanziellen Zwängen befreit, einen Platz zum Arbeiten zur Verfügung stellen. So entstand die Stiftung Binz39 in Zürich, gefolgt von weiteren Projekten, wie im ehemaligen Badehaus in Scuol. Wichtig war ihm immer, dass nicht die Hierarchie des Mäzens zum jungen Kunstschaffenden im Vordergrund steht, sondern dass sich Künstler und Förderer auf einer Ebene sehen. Levy gehört zu den wenigen Kunstliebhabern, die als Mäzen die Kunst um der Kunst willen fördern. Für ihn steht immer im Vordergrund, der Welt noch andere Werte als den Konsum zu geben.

Neue Vorstandsmitglieder

Während der Mitgliederversammlung des Kunstvereins im Schlossturm Pfäffikon wurde die Jahresrechnung einstimmig genehmigt. Im Bereich Wahlen kam es zu zwei Änderungen. Kassier Thomas Angehrn, Gründungsmitglied, und die seit sieben Jahren als Aktuarin und Medienverantwortliche tätige Tanja Holzer traten zurück. Mit grossem Applaus wurde ihnen für ihre engagierte und hervorragende Arbeit gedankt. Der Vorstand setzt sich neu zusammen aus Bruno Glaus (Präsident), Cornelia Brändli (Vizepräsidentin), Peter Brunner (Kommunikation), Frank Flöther (Kassier), Marie-Eve Hofmann- Marsy (Aktuarin/Medien), Kurt Aebi und Alois Artho als Verbindungsglieder zum Schweizer Kunstverein und Beisitzer. Gemeinsam liessen die Mitglieder den gelungenen Abend im Restaurant ausklingen.





Die nächste Veranstaltung ist am Montag, 13. April, um 18.30 Uhr. Mit «Hereinspaziert – ganz privat» öffnen Henry F. Levy und Lucia Coray exklusiv für Mitglieder des Kunstvereins ihre Türen. Am 12. Mai sind auch Nichtmitglieder zum Besuch des Ateliers von Steinbildhauer Werner Naef in Kaltbrunn eingeladen. Eine Anmeldung bis am 5. Mai per E-Mail an kunst@kunstverein-oz.ch ist erwünscht; weitere Veranstaltungen unter www.kunstverein-oz.ch.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

31.03.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/EmY9rR