Die Musikgesellschaft mit der Dirigentin Cornelia Schnider. Fotos: Karl Hensler
Die Musikgesellschaft mit der Dirigentin Cornelia Schnider. Fotos: Karl Hensler

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Volle Fahrt voraus mit der MG Egg

Die gut eingespielte Musikgesellschaft Egg änderte ihre Mehrzweckhalle am Etzel bezeichnenderweise in ein prall gefülltes «Klanghaus ». Am 18. Mai entführte sie die Besucherschar ihres Jahreskonzertes auf eine imaginäre Schifffahrt.

Unter der gekonnten Stabführung von Cornelia Schnider liessen die Egger Musikanten ein gern gehörtes Programm erklingen. In gewohnt sicherer Manier wusste Fredy Stössel durch das musikalisch wellige Programm zu führen. Seine Ansage spickte er mit humoristischen Einschüben, die manchen Lacher unter den Zuhörern auszulösen vermochten.


Das Programm


Gleich zum Start wurden die Zuhörer daran erinnert, dass es sich auf dem Wasser so herrlich träumen lässt. Das zweite Stück ist mit «Bridge over troubled Water» übertitelt, was so viel heissen könnte wie «Brücke über unruhigem Wasser». An diesem Abend war ab und zu festzustellen, dass trotz gewiss intensiver Proben der frei wirkende Schwung, die wechselseitige Dynamik fehlte. Die Eröffnung des Arrangements von Marcel Saurer, nach dem Song von Simon and Garfunkel, im Jahre 1970 Lied des Jahres, klang hymnenähnlich. Erfreulich ist es für eine Musikformation, wenn sie immer wieder Nachwuchskräfte einbinden kann. So waren es an diesem Abend die beiden Buben Ruben und Lukas mit dem nicht einfach zu spielenden Waldhorn. Im «Watermelon Man» kamen die Holz- und Trompeten-Register speziell zu ihrem swingähnlichen Einsatz. Ein sehr gut klingendes Solo boten die beiden Musikanten Pius Dörig und Alois Kuriger als Duo mit ihren weich klingenden Euphonien. Die leicht schwingende Melodie lud geradezu zum Wiegen mit den Wellen ein. Mit Recht ernteten sie starken Applaus für ihren Vortrag. Mit dem von Rudi Seifert-Kressbronn arrangierten Seemannslieder- Potpourri «Schiff ahoi» kam regelrechte Seebären-Stimmung auf. «Hoch die Tassen – Eine Seefahrt, die ist lustig» und weitere bekannte Seefahrt-Melodien klangen durch den Saal. Cornelia Schnider übergab für «Set Fire to the Rain» den Dirigentenstab an Claudia Kuriger. Alsbald war eine sehr gute Schulung sichtbar. Sie führte die musikfreudigen Bläser und Bläserinnen an, als ob sie solches schon längst tun würde. Ein wirkliches und einsatzbereites Talent. Mit dem abschliessenden Ohrwurm «Waterloo» von ABBA, von Frank Bernaerts arrangiert, veranlassten die Musikanten das stimmungsvolle Publikum, verdiente Zugaben zu fordern.


Einakter


Eine Besonderheit beim Jahreskonzert der Musikanten am Etzel ist stets ein unterhaltsames Einakttheater. An diesem Abend wurde die nicht immer leicht zu verstehende Post-Umorganisiererei auf die Picke genommen. Wie die Landbevölkerung auf solche Veranlassungen reagiert, wurde mittels lustiger Unterhaltung vorgeführt. Das Gezeigte lässt sich am träfsten mit «frisch von der Leber weg, wie halt der Mund gewachsen ist» umschreiben. Die gute Regiearbeit von Fredy Stössel half den Theaterspielern, den Einakter in flüssiger und gut eingeübter Form in die sich gut unterhalten lassenden Zuschauerreihen zu tragen. Verdienter Beifall war Lohn dafür. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die im 2020 fünfundachtzig Jahre alt werdende Musikgesellschaft auf den 25./26. April eine neue Uniform, die aktuelle ist bereits 35-jährig, erhalten wird. Ein passendes Konzert ist zu diesem Zweck bereits in Planung. (Spender werden gesucht!)


Einsiedler Anzeiger / heka

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.05.2019

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schwyzkultur.ch/VHQHwf