Livia Schönbächler bezauberte die Zuhörer mit ihrem filigranen Spiel.Bild Lilo Etter
Livia Schönbächler bezauberte die Zuhörer mit ihrem filigranen Spiel.Bild Lilo Etter

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«War Dirigent mit Herzblut»

Das Jahreskonzert der Jugendmusik Siebnen war gleichzeitig das letzte von Dirigent Urs Bamert. Präsident Andreas Diethelm teilte am Samstagabend dem grossen Publikum in der Stockberghalle mit, dass Urs Bamert eine Woche vor Konzert seinen Rücktritt bekannt gegeben habe.

Das Blasorchester A der Jugendmusik Siebnen, das den ersten Teil des Konzerts bestritt, eröffnete unter der Leitung von Urs Bamert mit «American Folk Rhapsody No. 3» von Clare Grundman ein gehörgefälliges, melodiöses Konzert. Dirigiert von Michael Schönbächler folgte «Il Pastore Svizzero» für Flöte und Blasorchester von Francesco Morlacchi, instrumentiert von Urs Bamert. Als Solistin wirkte Livia Schönbächler, welche ihrer Querflöte variantenreiche, filigrane Töne entlockte und für ihr einfühlsames Spiel einen kräftigen, langanhaltenden Applaus erhielt. «Norma», Ouvertüre zur gleichnamigen Oper von Vincenzo Bellini, machte schicksalsbeladen und eindringlich den Schluss.

Film und Musical

Im mittleren Teil liess das Blasorchester B ansprechende Musik mit drei Titeln erklingen, darunter «Defying Gravity» aus dem Musical «Wicked» von Stephen Schwartz. Auch hier führten gekonnt Martina Schuler und Nadine Mächler durch das Programm und wechselten sich Urs Bamert und Michael Schönbächler beim Dirigieren ab. Gemeinsam sassen Blasorchester A und B im dritten Teil auf der Bühne, zusammen 66 junge Leute, davon 45 A und 21 B. Mit ihren Stücken entführten sie schwungvoll und rassig in die Welt des Films mit «I See You» aus Avatar von James Horner, Simon Franglen und «Alice im Wunderland» von Danny Elfman. Auch in jene des Musicals mit «König der Löwen» von Elton John und «Les Misérables» von Alain Boublil und Claude Michel Schönberg.

Nachhaltige Nachwuchsförderung

Am Ende kam nochmals Andreas Diethelm auf die Bühne. Er hätte sich gewünscht, vom Rücktritt von Urs Bamert früher erfahren zu haben, um ihn auch gebührend verabschieden zu können, meinte er. Dann blickte Diethelm kurz auf dessen Werdegang zurück. Am 20. März 1984 sei Urs Bamert bei der Jugendmusik Siebnen zum Vizedirigenten ernannt worden und habe am 12. März 1994 aus den Händen von Tony Kurmann den Taktstock als Chefdirigent erhalten. «Urs Bamert war ein Dirigent mit viel Herzblut», beschrieb ihn Andreas Diethelm. Er sei Musiker aus Leidenschaft. Seine Markenzeichen seien Konsequenz und absolute Zuverlässigkeit. Urs Bamert habe viele Jahre den Nachwuchs gefördert und damit eine nachhaltige Wirkung erzielt. Abschliessend dirigierte Urs Bamert zwei Zugaben, zuerst passend den Marsch «Jugend voran» von Stephan Jaeggi und nochmals Ausschnitte aus «König der Löwen».

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

07.11.2011

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schwyzkultur.ch/6ivBuT