Simone und Aron Lötscher amüsieren sich mit der Autorin Martina Clavadetscher über deren Geschichten. Bild Sandra Büeler
Simone und Aron Lötscher amüsieren sich mit der Autorin Martina Clavadetscher über deren Geschichten. Bild Sandra Büeler

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«Wenn de Füürball chund» – Apokalypse-Geschichten gespickt mit Humor

Die Brunnerin Martina Clavadetscher unterhielt in der Galerie am Leewasser mit verschiedenen Kurzgeschichten zum Thema Apokalypse rund 40 Zuhörer.

Die Galerie am Leewasser stellte während fünf Wochen Werke von 18 verschiedenen Künstlern aus.Während vier Monaten Atelierphase bot das Projekt unter der Leitung von Caroline Brühlmann Künstlern mit und ohne Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich zu verwirklichen.

Weltuntergangstheorien

Martina Clavadetscher aus Brunnen studierte Germanistik, Linguistik und Philosophie an der Universität Fribourg. Die Inspiration zu der musikalischen Lesung «Lustige Geschichten von der Apokalypse» stammt aus einer der ausgestellten Arbeiten: «Die Wunderpille» von Karl Weingartner. Eine Sirene als Warnsignal vor der Apokalypse? Und wann sollten diese Weltuntergangstheorien vorgetragen werden, wenn nicht am Freitag, dem 13. Mai? – Die Storys endeten aber versöhnlich, sie fielen einem Scherz oder der Realität zum Opfer, und es blieb Raum für Fantasie oder Spekulationen: «Schliesslich darf ja jeder glauben was er will – oder?» Die Autorin lebt ihre schreiberische Freiheit mit Leidenschaft. In Mundart trug sie die Geschichten in mitreissender Manier vor. Es fielen Sätze, die normalerweise höchstens hinter vorgehaltener Hand gesagt werden, und manch einer aus dem Publikum erkannte sichmit einem Lachen wieder. Und wo sind Sie, wenn der Feuerball kommt?

Perfekt umrahmt

Auch auf Leinwand hat die Autorin Martina Clavadetscher ihre Gedankengänge gestaltet. Unter anderem mit dem Bild «Sie singt, wenn die Welt detoniert». Gesungen hat sie aber nicht. Für den musikalischen Teil waren Simone Lötscher am Keyboard und Aron Lötscher am Schwyzerörgeli verantwortlich. Die beiden wussten die Worte der Leserin akustisch zu unterstreichen und zu betonen: mystisch, urchig, aufgeweckt oder nachdenklich und immer in Perfektion. Dass die drei zusammen auftraten, war eine Premiere. Was aus der Zusammenarbeit wird, ist noch ungewiss. Martina Clavadetscher ist laufend mit ihren verschiedenen Projekten unterwegs. «Theaterspielen muss nicht auch noch sein.» Das Schreiben jedoch schon. Was kommt als Nächstes? «Über ungelegte Eier wird nicht gesprochen», so die Autorin. Eben noch vom Heidelberger Stückemarkt (unter sechs Nominierten für den Autorenpreis) in die Heimat gekommen, steht am kommenden Mittwoch in Luzern bereits die nächste Lesung an. ClavadetschersTheaterstücke werden in der Schweiz und in Deutschland gespielt.

Bote der Urschweiz (Sandra Büeler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

17.05.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/n2fYu2