Magda Blau, umgeben von ihren Bildern, mit ihrem neuen Werk «Zwischen Himmel und Erde». Bild: Edith Meyer
Magda Blau, umgeben von ihren Bildern, mit ihrem neuen Werk «Zwischen Himmel und Erde». Bild: Edith Meyer

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Werke zwischen Himmel und Erde

Die Künstlerin Magda Blau wird nicht nur von ihrem Alter, sondern auch von ihrem Eigensinn inspiriert. In ihrem neuen Buch «Zwischen Himmel und Erde» reichen sich Malerei, Lyrik und so manch einen Engel die Hand. Eine Erlösung für die 89-Jährige.

Für Magda Blau ist die Welt kein weisses Blatt. Blickt sie von ihrem Atelier über den See zur Rigi, entstehen oft von der Natur inspirierte Werke und Gedichte. In ihrem neuen Buch «Zwischen Himmel und Erde» vereint die Merlischacherin eindrückliche, aus dem Leben geprägte Poesie mit farbenprächtigen Bildern. «Inspiriert hat mich mein Alter. Mein Schaffen bildet eine neue Phase eines Lebensabschnitts», sagt die 89-Jährige. Sie experimentiert oft mit der filigranen Vielfalt der Spiegelungen im Wasser und in der Luft.


«Meinen Turnverein habe ich im See»


Magda Blau blickt auf den Vierwaldstättersee und sagt: «Ich gehe täglich schwimmen. Meinen Turnverein habe ich im See.» Sie sei sich bewusst, dass sie älter werden dürfe. «Ich respektiere, dass der Körper nicht mehr so leistungsfähig ist.» Dafür gebe es Bergbahnen, mit denen man mit Erleichterung den Gipfel erreichen könne. «Dort oben kann ich mich mit meinen Augen über die Weitsicht der Schöpfung erfreuen.» Magda Blau hat sich künstlerisch immer wieder neu erfunden. Die von Schaffenskraft strotzende Frau will mit ihrer Kunst zum Nachdenken anregen. «Es macht mich glücklich, wenn der Betrachter in einem meiner Bilder seine innere Welt erkennt.» Auch der Sinn ihrer Lyrik sei, ihre Welt in die Welt eines anderen Menschen weiterzugeben. «Ich kann auf ein Dasein zurückschauen, dass meinem Leben eine Sinngebung und Zielsetzung gegeben hat.


Engelsgestalten und Gefühlswelten


Magda Blau setzt sich hin, greift zu einem grünen Stift und malt eine schwungvolle Strichzeichnung, einen Engel. Es sind auf ein Minimum reduzierte Figuren, die entstehen. Gesichter mit grossen Augen. Sie tanzen, begegnen sich, reden miteinander, umarmen sich, streiten oder stehen alleine da. In ihrem neuen Buch fliegt ein so gezeichneter Engel geradezu auf ein Ziel hin. Über ihm «Die blaue Blume». «Dieses ist mein Sehnsuchtsbild, der Lebenstanz, den wir alle durchführen.» Aktuell malt Magda Blau viele Engelsgestalten. «Seit Jahrhunderten wird der Engel in figurativer Darstellung an uns herangetragen. Oft wohnt er in unserer Gefühlswelt, die man mit dem Anschauen eines Engelsbilds aktivieren kann.» Magda Blau versucht, die Engelsgestalt mit Farben und Formen sichtbar zu machen. «Die Vielfalt liegt in der Unendlichkeit – eben zwischen Himmel und Erde.» Magda Blau räumt ein, dass sie sich mit dem Tod auseinandersetzt. Alles, was sie gehabt habe, nehme sie mit Dankbarkeit hin. «Ereignisse in der Gegenwart, die durch Freude, Hass oder Glück meine Gefühlswelt bestimmen, werden belassen oder in meinen Bildern mitgetragen.» Die Merlischacherin hat während über 50 Jahren ein umfangreiches Werk von mehreren Tausend Bildern geschaffen. Blau ist der Künstlername der Malerin. Blau ist auch jene Farbe, die in ihren Werken vorherrscht. Für die Künstlerin liegt im Farbton Blau die Suche nach Harmonie und Erfüllung: Blau ist für sie die Farbe der Sehnsucht. Sie steht aber auch als Symbolfarbe einer Frau, die weiss, wie man den See und den Himmel auf der Leinwand inszeniert.


Hinweis


Das Buch «Zwischen Himmel und Erde» kann direkt bei Magda Blau, Telefon 041 850 79 10, bestellt werden.


Bote der Urschweiz / Edith Meyer

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

19.09.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/H6K2Pn