In «Genesis» durchleben die Zuschauer den innerlichen Kampf der Hauptfigur zwischen zwei Auffassungen über das Menschsein. (Bild: zvg)
In «Genesis» durchleben die Zuschauer den innerlichen Kampf der Hauptfigur zwischen zwei Auffassungen über das Menschsein. (Bild: zvg)

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«Wollen die Menschen zum Nachdenken anregen»

Die Idee zum Multimedia-Theater «Genesis» entstand in Carol Webers Kopf schon vor zehn Jahren. Sie kämpft zusammen mit den Mitwirkenden für die Umsetzung, die am finanziellen Aufwand zu scheitern droht. Die Thematik ist indes nicht ohne: Es geht um die kontroverse Darstellung der Schöpfungsgeschichte.

Aufgeben wäre einfacher gewesen. Das gibt die in Pfäffikon aufgewachsene Carol Weber offen zu. Schublade auf, Script rein, Schublade zu – vergessen. Denn sie hatte auch so genug zu tun: drei Söhne zu Hause und ein Klassenzimmer voller Kinder, die sich auf eine vorbereitete Lehrerin verliessen.

Verschiedene Gesinnungen

Als Weber vor zehn Jahren die Idee zum Multimediatheater «Genesis» kam, hätte sie nie gedacht, dass es so schwierig werden würde, das Konzept umzusetzen. «Die Idee zu Genesis kam mir, als ich eine Kurzgeschichte las.» Weber streicht sich das kinnlange Haar aus dem Gesicht. Die Thematik ist keine leichte Kost. Im Stück geht es um die Kontroversen der Schöpfungsgeschichte in der Bibel. «Der Gegensatz könnte unterschiedlicher nicht sein», sagt sie. In der einen Fassung erschafft Gott die Welt in sieben Tagen, und erst am Schluss erschafft er den Menschen. «Quasi als Krone der Schöpfung», erklärt Weber. «Mit der Berufung, sich die Erde untertan zu machen.» In der anderen Fassung geht es um Adam und Eva. Dort wird der Mensch als Erstes erschaffen und bekommt den Auftrag, die Welt zu hegen und zu pflegen und in Harmonie mit der Umwelt zu leben. «Das sind zwei grundverschiedene Gesinnungen, wie man das Menschsein auffassen kann.» Weber verdeutlicht: «Entweder ‹ich bin der King und beute euch aus, wie es mir passt›, oder eben ‹wir gehören alle zusammen und bilden eine Gemeinschaft, schützen Schwächere›». Sie schweigt einen Moment. «Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Geschichte über Musik transportieren will. Nicht über Theater mit Dialogen.» Und das sei auch die erste Schwierigkeit gewesen. «Ich suchte nach einem Musiker, der meine Idee teilen und als Komponist umsetzen konnte.» Fündig wurde Weber tatsächlich – ein Musiker, den sie aus einem früheren Projekt kannte, sagte zu. «Ein Glücksfall – dachte ich», sagt sie, schüttelt den Kopf. Denn gerade die ursprüngliche Idee brachte den Mann zum Absprung – und das nach einem Jahr Arbeit. Denn der Komponist hatte sich verliebt. «In eine Christin», erklärt Weber, sie lächelt. «Sie konnte die Thematik wohl nicht mit sich vereinbaren, und er dann irgendwann auch nicht mehr.»

Fördergelder bleiben aus

Nun liess sich aber die Idee von einer modernen Oper, wie Weber das Multimedia-Musik-Dance-Theater bezeichnet, ohne Komponist nicht umsetzen. Weber schrieb unzählige Musiker an, wurde zu Terminen eingeladen, präsentierte die Thematik, leidenschaftlich, wie sie nun mal spricht. «Super Idee», sagten die Musiker. «Hört sich gut an», und: «Was können Sie zahlen?» Aber genau das ist der wunde Punkt: das Geld. «Ich kann doch nichts zahlen, wenn noch nichts da ist.» Weber, die auch lange Zeit als Theaterpädagogin tätig war, ist auf Fördergelder von Organisationen angewiesen. Doch dort stösst sie auf taube Ohren. «Da wir bis jetzt noch kein grosses, gelungenes Projekt vorweisen können, ist ihnen das Risiko zu gross. Aber ohne ihre Hilfe lässt es sich nicht umsetzen».

Der Sohn komponierte die Musik

Es vergingen Jahre. Ihr Sohn Ramón Oliveras begann ein Bachelor-Studium Musik im Profil Jazz Schlagzeug an der Zürcher Hochschule der Künste, 2012 dann das Masterstudium. «Ich fragte ihn über die Jahre immer mal wieder, ob er bereit wäre, mit mir zusammenzuarbeiten. Aber er fühlte sich zu jung für die Thematik», sagt Weber. «Dann beobachtete ich, wie er sich komponistisch immer mehr engagierte, und fragte wieder – und er sagte zu.» Unter Oliveras entstand ein musikalisches Werk, das Pop, Rock, Hip-Hop und Dubstep verbindet. «Die finanziellen Mittel reichten, um eine Demo-CD mit unseren Liedern aufzunehmen», sagt Weber. Das sei nicht selbstverständlich gewesen, denn die 17 Musiker reisten teilweise für ein Butterbrot an. Weber lächelt, als sie das erzählt. Und so werde jetzt Schritt um Schritt erledigt, was finanziell eben gerade drin liege. «Um den Leuten unser Projekt vorzustellen, haben wir jetzt zwei Konzerte gegeben. Auch morgen Samstag findet noch einmal eine Aufführung an der

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.03.2013

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schwyzkultur.ch/gXsfGp